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Die vier Teams aus dem Kreis Paderborn setzen auf das Kollektiv

Anpfiff in der Frauen-Landesliga

Paderborn

Nach den Senioren und Junioren starten an diesem Wochenende die Fußballfrauen des SC Borchen, SV Hövelhof, TuS Sennelager und Delbrücker SC in die Landesligasaison 2022/23.

Von Jan Goersmeier

Der Kader des Aufsteigers Delbrücker SC: Lisa Rodenbeck, Miriam Krämer, Amy Henneken, Leonie Reußner, Anna-Jarina Lummer, Linn Thielemann, Melina Höber, Leonie Tepper, Emely Janzen, Celine Klocke, Jana Schwede, Lisa Gabriel, Ida Rossa, Lara Hils, Chayenne Hamann, Beate Austerschmidt, Vanessa Freise, Anna Küpper, Lisa Lüke. Trainer: Ralf Lübbert, Co-Trainerin Beate Austerschmidt, Betreuer Torsten Passe, Physio Tamara Schlüter, Techniktrainer Christian Geldmacher. Foto: Ingrid Klaus

SC Borchen

Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vorigen Spielzeit geht Borchen in seine vierte Landesligasaison. Neben großer Fluktuation im Kader gab es auch eine Veränderung an der Seitenlinie: neuer Trainer ist Martin Schreckenberg. Der Vorjahres-Vizemeister muss vor allem den Abgang von Merle Liedmeier kompensieren. Die Toptorschützin (34 Tore in 27 Spielen) hat sich Ligakonkurrent BV Werther angeschlossen.

„Unser Kader ist durch die Abgänge von Merle Liedmeier, Charlotte Nolte und Lena Forell, die absolute Stammkräfte waren, relativ dezimiert. 30 bis 40 Tore fehlen uns jetzt, die müssen wir im Kollektiv auffangen.“ Weitere Abgänge: Maren Richts, Katharina Vollbracht, Mara Gollkowski und Julia Wulf. Larissa Neumann ist verletzt und hofft auf ein eventuelles Comeback.

Die Fußballfrauen des SC Borchen, hinten von links: Kristin Franz, Lea Schiwon, Frieda Böhmer, Lavinia Lippegaus, Sarah Naruhn, Lea Menne, Lina Werdezki, Trainer Martin Schreckenberg; vordere Reihe von links: Michelle Müller, Alina Risse, Melina Simon, Valerie Heinrichs, Stefanie Kaß, Gianna Knoke, Emmelie Mutz, Jule Lohmann, Mara Gollkowski. Foto: SCB

Auf der Seite der Neuzugänge stehen mit Michelle Müller, Stefanie Kaß, Lea Menne, Sarah Naruhn und Lina Werdezki mehrere Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, dazu kommen Frieda Böhmer, Lavinia Lippegaus und Marie Stute aus der eigenen Jugend. „Aus der U17 sind interessante Spielerinnen zu uns gestoßen“, freut sich Schreckenberg. „Der aktuelle Kader ist zwar relativ klein, trotzdem bin ich sehr zufrieden.“ Die Testspiele verliefen durchwachsen, gaben aber Grund zur Zuversicht für den Saisonstart: „Gegen die U17 von Arminia Bielefeld haben wir lange geführt und 70 Minuten gut mitgehalten, danach sind uns die Kräfte ausgegangen.“ Beim 4:3-Sieg über Kleinenberg gab es „einen Bruch in unserem Spiel, da viele Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz kamen.“ Der neue Trainer blickt mit Vorfreude auf den ersten Spieltag: Für Borchen wird Westfalenliga-Absteiger FC Donop-Voßheide „gleich der erste Härtegrad. Wenn wir unsere erste Elf aufbieten, können wir jeden Gegner in der Liga schlagen.“ Nach dem vollzogenen Umbruch bleibt der SC-Trainer realistisch: „Wenn uns Corona oder Verletzungspech nicht zurückwerfen, werden wir auf jeden Fall einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“

TuS Sennelager

Auch die Damen des TuS Sennelager spielen unter einem neuen Trainer. Hendrik Brummelte betreut den Tabellensiebten der Vorsaison. Der Kader wurde etwas verkleinert: fünf Abgängen stehen drei Neuzugänge gegenüber. Leistungsträgerin Susanne Werner (Arminia Bielefeld), Katharina Michalke, Katharina Föckel, Anna-Lena Proff und Ronja Merschmann haben den Verein verlassen. Hannah Struck, Katharina Behrens und Vivien Keim kamen neu dazu. Brummelte: „Unsere Vorbereitung war sehr lang. Wir hatten sieben Wochen Zeit, um Taktiken und Spielsysteme einzustudieren.“ Dabei blieb Sennelager vom Verletzungspech verschont. „Nach dem eher schlechten letzten Testspiel gegen Hövelriege haben wir hoffentlich an den richtigen Stellschrauben gedreht.“

Neu beim TuS Sennelager, von links: Trainer Hendrik Brummelte, Hannah Struck, Katharina Behrens, Thomas Ilskens. Foto: TuS

In seiner neuen Rolle setzt sich der Chefcoach persönliche Ziele: „Als Trainer will ich meine Mannschaft natürlich in jeder Trainingseinheit verbessern.“ Sollte dies gelingen, will der TuS in der oberen Tabellenregion mitmischen: „Unser Ziel ist Platz drei bis fünf. Ich denke, das ist realistisch für uns, auch wenn wir natürlich nicht wissen, wie die anderen Mannschaften drauf sind.“ Der erste Spieltag wird somit zur Standortbestimmung. Gegen den BV Werther will die Mannschaft „die drei Punkte in Sennelager behalten. Werther hat sich verstärkt, trotzdem wollen wir mit einem Sieg in die Saison starten“, so der Übungsleiter.

Hövelhofer SV

Der Hövelhofer SV kann laut Trainer Klaus Bönninghof zufrieden mit der Saisonvorbereitung sein. Zwar sorgten Urlaubszeit, Krankheits- und Verletzungspech dafür, dass die Mannschaft nur selten komplett zusammen trainieren konnte, doch „die Vorbereitungsspiele liefen soweit alle positiv“, meint der Hövelhof-Coach. Oberstes Ziel ist in Hövelhof der Klassenverbleib: „Wenn es gut läuft, wäre ein einstelliger Tabellenplatz top!“ Einen hohen Stellenwert für das Trainerteam habe laut Bönninghoff die Ausbildung der Spielerinnen: „Der Fokus liegt darauf, unsere Mädels technisch und taktisch weiterzuentwickeln.“

Klaus Bönninghof

Dieses Vorhaben wird mit einem Trainergespann aus Klaus Bönninghof, Michael Berens, Lena Funke und Torwarttrainer Rene Strack in Angriff genommen. Neu zur Mannschaft gestoßen sind Carolin Rosenkranz (MFFC Soest) und Anica Zimmermann (SC Wiedenbrück). Im Gegenzug musste der Hövelhofer SV die Abgänge von Juliane Austermeier, Michelle Böhmke und Vivien Dunschen verkraften. Zum Saisonauftakt wartet mit dem Gastspiel beim TuS Wadersloh „gleich ein Kracher gegen einen robusten und spielstarken Gegner“ , freut sich Bönninghoff und prognostiziert: „Ich denke, wir sind nicht chancenlos. Die Mannschaft mit der besseren Tagesform wird das Spiel für sich entscheiden. Die Spiele in der Vergangenheit waren immer auf Augenhöhe.“

Delbrücker SC

Das Erstrunden-Aus im Westfalenpokal gegen Wacker Mecklenbeck (0:2) hat dem Aufsteiger Grenzen aufgezeigt. Der Saisonstart erfolgt später; das Sonntag-Spiel beim FFC Nethegau wurde vom Gegner wegen eines Trauerfalls abgesetzt. In der Vorbereitung konnte sämtliche Tests gewonnen werden, zwei davon gegen Westfalenligisten. „Unser 5:2 gegen Ostbevern war super“, sagt Trainer Ralf Lübbert, ein Kenner der Liga. „Ich bin von meiner Mannschaft überzeugt. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Unser Ziel ist es, unter die ersten Fünf zu kommen. So selbstbewusst sind wir.“

Ralf Lübbert

Mit Lisa Lüke (SJC Hövelriege) und Anna Küpper, die vor ihrer eineinhalbjährigen Fußballpause beim SV Spexard spielte, ist ein versiertes Duo zum Bezirksliga-Meister und Kreispokal-Sieger gestoßen, das weiterhilft. „Leider hat sich Lisa im Training die Hand gebrochen und wird zunächst fehlen“, bedauert Lübbert. Aus der zweiten Mannschaft wurden vier Jugendspielerinnen hochgezogen. Da profitiert Delbrück vom starken Unterbau. „Unsere U17 ist technisch sehr gut ausgebildet. Die müssen sich aber noch an die Körperlichkeit in der Spielklasse gewöhnen“, so Lübbert, der seinen 19-köpfigen Kader aktuell „bei 50 Prozent“ sieht. „Wenn Cleverness, Erfahrung und Geschwindigkeit erstmal da sind, werden wir gerade in der Offense sehr gut sein.“ Die Verteidigung lerne noch, kompakter zu stehen. Das brauchte sie in der Bezirksliga nicht so. Das A und O sei, schnell eine Kon-stenz zu entwickeln.

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