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Weibergerin Leonora Ejupi wechselt vom Herforder SV zum DSC Arminia Bielefeld

»Ein richtiger Schritt für mich«

Weiberg/Bielefeld (WB). Leonora Ejupi nimmt die nächste Stiege auf der Karriereleiter. Die 19-jährige Fußballerin aus Weiberg, eine Offensiv-Allrounderin, wechselt im Sommer vom Frauen-Regionalligisten Herforder SV zum DSC Arminia Bielefeld. Die Mannschaft des früheren Profis Markus Wuckel liegt ungeschlagen mit zwölf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Bocholt an der Spitze und richtet alle Planungen auf den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga aus.

Jörg Manthey

Leonora Ejupi hat schon zehn Länderspiele für die kosovarische Frauen-Nationalmannschaft absolviert. Die 19-Jährige aus Weiberg spielt noch für Herford, sucht ihr Glück in der kommenden Saison aber beim designierten Zweitligarückkehrer Arminia Bielefeld. Foto: Lukas Brekenkamp

»Ich will in Bielefeld zeigen, was ich drauf habe. Am liebsten vorne in der Spitze oder auf Außen. Ich weiß, dass es nicht leicht wird, mich gegen die etablierten Spielerinnen durchzusetzen. Ich kann nur versuchen, mich durch meine Trainingsleistungen immer wieder anzubieten«, sagt die kleine wuselige Spielerin (1,60 Meter) kämpferisch. Sie hat einen Einjahresvertrag unterzeichnet. »Das ist ein guter, ein richtiger Schritt für mich. Ich möchte Erfahrungen sammeln. Doch die 2. Liga soll nicht das Ende sein. Ich will noch weiter nach oben.«

Leonora Ejupi

Logistisch wird’s auf jeden Fall eine Erleichterung. Aktuell fährt sie viermal in der Woche mit dem Zug nach Herford. Dauer einer Tour: etwa eineinhalb Stunden. Das nervt kolossal. Nach Bielefeld geht’s über die A33 und A2 mit dem Auto. Im Bielefelder Ortsteil Windflöte ist ein neues Trainingszentrum in Entstehung, nah an der Autobahn gelegen.

Im September 2017 absolvierte Leonora Ejupi ihr erstes U19-Länderspiel (von insgesamt sechs) für den Kosovo. Beim 0:3 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland in Duisburg war das Team chancenlos. Inzwischen ist sie international gereift, zehnfache Frauen-Nationalspielerin (drei Treffer) und gerade erst ist von einer Länderspielreise aus Bulgarien zurückgekommen. Ende Februar feierte die Kosovo-Auswahl dort einen 2:1- sowie einen 4:1-Sieg (mit einem Ejupi-Treffer).

Ein Auftritt im ZDF-Sportstudio hat sie bekannt gemacht

Bekannt geworden ist Leonora Ejupi mit einem kunstvoll-kreativen Hallentor. Ein richtig schicker Hackentreffer in der Luft, gefilmt von ihrem Vater Osman, hatte ihr bei einem Internetvoting das Ticket fürs Torwandschießen im ZDF-Sportstudio eingebracht. Dort erzielte sie 2017 an der legendären Torwand gegen die Leipziger Profis Emil Forsberg und Marvin Compper einen Treffer. »Das war eine tolle Erfahrung, ein einmaliges Erlebnis.«

Vor ihrer Herforder Zeit stürmte Leonora Ejupi für die Warendorfer SU, für die sie in ihrem ersten Seniorenjahr 19 Spiele absolvierte und zweimal traf. Bis zur C-Jugend kickte das Talent durchgängig in Jungenmannschaften mit, ehe sie beim FC Iserlohn in der B-Juniorinnen-Bundesliga spielte.

Markus Wuckel

Ihr künftiger Trainer Markus Wuckel (»Größe ist nicht entscheidend, um Leistung zu bringen«) schätzt Leonora Ejupis Fertigkeiten, die in Herford mit neun Toren erfolgreichste Schützin ist. »Sie ist total flink. Ihr Tempodribbling ist erstklassig. Sie geht klasse mit dem Ball um und macht Dinge, die nicht berechenbar sind. Leonora ist prädestiniert für unser Umschaltspiel. Wir wollen in der 2. Liga mit noch mehr Tempo kommen. Wenn sie durchgesteckte Bälle bekommt, zieht sie durch und ist nicht zu halten. Im Strafraum höchstens per Elfmeter«, sagt Wuckel über den Neuzugang. Leonora Ejupi sei im 5:4:1-System im offensiven Bereich flexibel einsetzbar. »Sie will sich durchsetzen, auch in der Nationalmannschaft. Auf diesem Weg möchte ich ihr helfen und sie weiterbringen.« Eine verbesserungswürdige Sache hat Wuckel bei Spielbeobachtungen schon ausgemacht. »Sie muss den richtigen Moment fürs Abspiel noch finden.« Und die Spielerin weiß: »Ich lasse zu schnell mal den Kopf hängen.«

Mit Defensivkraft Leonie Heitlindemann (20) schließt sich eine weitere Teamkollegin aus Herford dem DSC Arminia Bielefeld an. Als beider Wechsel bekannt wurde, ließ der wenig amüsierte Trainer Maximilian Grove das Duo zur Strafe ein Mal auf der Bank schmoren.

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