1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Delbrueck
  6. >
  7. Fast so schön wie ein Derby

  8. >

Badminton-DM: Karina Büser zum achten Mal in Folge dabei

Fast so schön wie ein Derby

Ostenland (WB). Bereits seit 2012 darf Karina Büser Jahr für Jahr bei den Deutschen Badminton-Meisterschaften in Bielefeld zum Schläger greifen. Auch in diesem Jahr, von Donnerstag an, ist der Stammgast wieder mit von der Partie und doch ist beim achten Mal etwas anders: War der DM-Auftritt in der Vergangenheit stets der Höhepunkt der Saison, hat er nun große Konkurrenz bekommen.

Elmar Neumann

Die Ostenländerin Karina Büser ist auch bei den 67. Deutschen Badminton-Meisterschaften in der Bielefelder Seidenstickerhalle wieder mit von der Partie. Foto: Elmar Neumann

Der Regionalliga-Aufstieg mit dem SC BW Ostenland hat dafür gesorgt, dass die Spielzeiten um die zwei Derbys gegen den BC Phönix Hövelhof reicher sind. Diese Duelle mit 220 Zuschauern im Hinspiel (4:4) und sogar 300 im Rückspiel (5:3 für Hövelhof) haben die Grenzen verschoben. »Die Frage, ob ich lieber die Deutschen Meisterschaften oder ein Derby spiele, ist schon etwas gemein, aber, ganz ehrlich: Ein Derby, das haben wir jetzt zweimal erleben dürfen, ist ein Wahnsinnserlebnis, an das so schnell nichts anderes heran kommt«, sagt die 26-Jährige. Das heißt aber natürlich nicht, dass sie sich nicht wieder »riesig« auf die Auftritte in Bielefeld freut und zu tun gibt es für sie in der Seidenstickerhalle viel. Ob sie – wie im Vorjahr zum ersten Mal – wieder in allen drei Disziplinen vertreten sein wird, ist aber offen.

Karina Büser

Gesichert ist, dass Ostenlands Sportlerin des Jahres 2018 im Einzelwettbewerb antritt und mit ihrem Freund Hendrik Wiedemeier ein Mixed bildet. Aber hinter dem Doppeleinsatz steht ein Fragezeichen, denn ihre neue Part­nerin Hannah Schröder (Lüdinghausen) muss wegen eines Klausurtermins passen. Findet sich bis Freitagmorgen eine zweite Dame, die kurzfristig ohne Mitspielerin ist, kann diese mit Karina Büser ein Spontangespann bilden, andernfalls bleibt es für die Finanzbeamtin bei Einzel und Mixed. Das wäre vor allem deshalb etwas schade, da es Büser/Schröder in der ersten Runde am Freitag mit den an Position zwei gesetzten Nationalspielerinnen Isabel Herttrich (Bischmisheim) und Linda Efler (Lüdinghausen), die direkt vom Indonesia Masters in Jakarta in den ostwestfälischen DM-Spielort gereist sind, hätten zu tun bekommen sollen. »Das sind die derzeit besten deutschen Doppelspielerinnen. Das wäre ein Spiel, das man als Erfahrung einfach gerne mitnehmen würde«, sagt Büser.

Die ursprüngliche Doppelpartnerin muss wegen einer Klausur passen

Der Auftakttag indes bleibt von derlei Ungewissheiten verschont und könnte es auch ohne Vergleiche mit der nationalen Badminton-Prominenz in sich haben. Reicht es im gemischten Doppel gegen das Regionalliga-Duo Wolf-Dieter Papendorf/Larina Tornow (BV Gifhorn) zu einem Sieg und setzt sich Büser auch in der ersten Runde des Einzels gegen Isabelle Puchta (Polizei SV Bremen, Oberliga) durch, lautet der persönliche Plan am dann verdammt langen Donnerstag: 10 Uhr Mixed (1. Runde), 15.25 Uhr Einzel (1. Runde), 16.25 Uhr Mixed (2. Runde), 20.05 Uhr Einzel (2. Runde). »Die Anzahl der Spiele wäre nicht das große Problem, auf Ranglistenturnieren absolvieren wir auch mal sechs an einem Tag, aber die mehrstündigen Pausen sind nicht angenehm. Da ist es schwierig, die Konzentration oben zu halten«, sagt Büser.

Weitere Kreisvertreter

Neben Karina Büser und ihrem Mixedpartner Hendrik Wiedemeier sind weitere Asse der heimischen Drittligisten bei den Deutschen Meisterschaften vertreten. Tim Hindera, der stärkste Spieler des SC BW Ostenland, nimmt dank einer Wildcard am Einzelwettbewerb teil und trifft in Runde eins (Donnerstag, 12.45 Uhr) auf Jugendnationalspieler Brian Holtschke (SG Berlin). Hannah Schiwon vom BC Phönix Hövelhof bekommt es zu Beginn (Donnerstag, 14.50 Uhr) mit Felicitas Andre (Trier-Tarforst) zu tun. Die in Hövelhof entwickelten Toptalente Jule und Judith Petrikowski, die für Mülheim auflaufen, werden in den Doppeln zu sehen sein.

Doch an das heute mögliche Maximum denkt die Ostenländer­in ohnehin lediglich auf Nachfrage. Mit potenziellen Zweitrundengegnern hat sie sich gar nicht beschäftigt. Stattdessen fände sie an jedem einzelnen Sieg Gefallen. Viel weiter als bis in die zweite Runde wird es wohl in keiner Disziplin gehen, so dass die verhältnismäßig riesige Halle bei Büsers Spielen nur spärlich gefüllt sein wird. Aber während die eine oder andere Ausgeschiedene diese eher bescheidene Stimmung beim vermeintlichen Höhepunkt etwas enttäuscht zur Kenntnis nehmen dürfte, hat Büser ja ein exklusives Ass im kurzen Ärmel. Es geht an dieser Stelle noch einmal zurück zum etwas »gemeinen« Derby-gegen-DM-Vergleich: »Ich bin mir sicher, dass viele Turnierteilnehmerinnen, die sonst in der 1. und 2. Liga aktiv sind, noch nie in einer solch unglaublichen Atmosphäre gespielt haben, wie wir es in den Spielen gegen Hövelhof durften. Das ist für den Badmintonsport etwas ganz Spezielles.« Und selbst mit einem Auftritt bei den »Deutschen« kaum aufzuwiegen.

Startseite