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Neuling HSG Paderborn-Elsen strebt in der Staffel 2 den Klassenverbleib an

Abenteuer Landesliga

Paderborn. Die Handballfrauen der HSG Paderborn-Elsen haben in der abgebrochenen Saison in der Bezirksliga-Lippe in 14 Spielen lediglich einen einzigen Punkt abgegeben und dabei auswärts sowohl beim Zweitplatzierten VfL Schlangen als auch beim Dritten TSV Schloß Neuhaus gewonnen. Die HSG ist also zurecht als Bezirksliga-Meister in die Landesliga aufgestiegen.

Markus Schlotjunker

In Feierlaune: Die Handballerinnen der HSG Paderborn-Elsen sind als Bezirksligameister in die Landesliga aufgestiegen und dort wollen sie bleiben. Vorne rechts freut sich ihr Trainer Florian Hoffmann. Foto: Facebook/November 2019

Da spielt es keine Rolle, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden konnte und gewertet wurde. Jetzt steht auch fest, in welcher Staffel und gegen wen Paderbon-Elsen ab Anfang Oktober antreten wird.

Florian Hoffmann

Das Saisonende in der Bezirksliga ist zwar schon ein paar Wochen her, eine Ehrung und eine Meisterfeier hat es allerdings wegen der aktuellen Umstände noch nicht gegeben. „Zwar wäre es schöner gewesen, die Meisterschaft auf dem Platz zu erringen und zu feiern als sie quasi am Grünen Tisch zu gewinnen, aber das war nun mal nicht zu ändern“, sagt HSG-Trainer Florian Hoffmann, der damit gleich in seinem ersten Jahr als Trainer einer Damen-Mannschaft einen Aufstieg feiern durfte. Wie das sofort gelingen konnte, das fasst Hoffmann kurz so zusammen: mannschaftliche Geschlossenheit, Lockerheit, Struktur und die dadurch ausgelöste Erfolgswelle. Auf der wäre die HSG auch bis zu einem regulären Ende der Spielzeit 2019/20 geschwommen. „Beim Abbruch standen ja die Rückspiele gegen unsere Verfolger noch aus. Schlangen und Schloß Neuhaus hätten noch bei uns antreten müssen. Das wären zwar knappe Partien geworden, die wir aber am Ende gewonnen hätten. Uns hätte also keiner mehr vom ersten Platz verdrängt“, erklärt Hoffmann selbstbewusst, ohne überheblich zu werden: „Die nächste Saison wird knüppelhart. Bei vier Absteigern aus unserer Zwölferstaffel gibt es für uns nur ein Ziel: den Klassenverbleib.“

Florian Hoffmann

Im Vorfeld der Entscheidung über die Staffel-Zusammensetzung und den Spiel-Modus der nächsten Saison hatte sich die HSG für das nun auch beschlossene System mit zwei Staffeln à zwölf und drei Staffeln mit elf Mannschaften sowie je einem Aufsteiger und vier Absteigern entschieden. Paderbon-Elsen wurde zusammen mit seinen beiden Verfolgern, die eine vom Verband angebotene Wildcard in Anspruch nahmen, in Staffel 2 mit Vereinen aus dem heimischen Handball-Kreis Lippe und dem Handball-Kreis Gütersloh eingeordnet. „Für mich ist die Liga absolutes Neuland. Ein, zwei meiner Spielerinnen, die die kommenden Gegner kennen, weil sie schon mal dort gespielt haben, kennen sich da besser aus“, sagt Hoffmann, der aus dem Mindener Land stammt und sich deswegen dort (bislang) besser auskennt und die Staffel 1, in der Mannschaften aus dem Mindener, Bielefelder und Herforder Raum spielen, für stärker hält.

Saison soll am 3./4. Oktober beginnen

Um die für den Klassenerhalt in Staffel zwei nötige Stärke zu entwickeln, wird die HSG bis zum geplanten Saisonstart am 3./4. Oktober durchtrainieren. „Die Mädels waren über drei Monate nicht im Training. Um keine Verletzungen zu riskieren, haben wir den Vorlauf“, erklärt der HSG-Coach, der unter den derzeit geltenden Regeln seine Spielerinnen inzwischen auch wieder in der Sporthalle zu Übungseinheiten begrüßen kann, um sie im ersten Schritt wieder an den Ball zu gewöhnen. Untätig waren die Aufsteigerinnen aber auch vorher nicht. Nach dem abrupten Stopp des Spielbetriebs Mitte März war die Mannschaft zwar für Monate nicht mehr zusammen, „aber ich musste da keine Anordnungen machen. Ich weiß, dass alle Spielerinnen auch privat sportlich aktiv waren und sind“, schildert Hoffmann, der den guten Draht zu seiner Mannschaft immer wieder betont. Als gesucht und gefunden, würde er das Verhältnis aber nicht beschreiben. „Wir mussten uns schon erst aneinander gewöhnen, aber die Mannschaft, die ja unter meinem Vorgänger Günter Ballat in der Bezirksliga auch schon oben mitspielte, brauchte neue Impulse, für die ich offensichtlich gesorgt habe“, meint der Meister-Trainer, der bis zum 30. April 2021, also fast bis Saisonende, in Bielefeld sein Referendariat absolviert. „Wenn ich beruflich hier in der Gegend bleiben sollte, steht einem längeren Engagement eigentlich nichts im Wege“, sagt Hoffmann.

Kader bleibt fast unverändert

Zunächst aber heißt es erst einmal: Klassenerhalt sichern. Ein großes Plus für den Kampf darum ist, dass der Kader der HSG fast keine Veränderungen haben wird. Lediglich Hannah Wolff wird den Verein verlassen. Ein, zwei ehemalige Spielerinnen sollen noch reaktiviert werden, ansonsten stimmt beim Aufsteiger die Mischung aus jungen und alten Spielerinnen. „Mir macht die Zusammenarbeit mit den Mädels Spaß. Man lernt voneinander“, freut sich Hoffmann auf neue Erfahrungen in einer neuen Liga. Das Abenteuer Landesliga kann also in Angriff genommen werden.

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