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Tischtennis: Hövelhofs Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier kann Abbruch der Meisterschaft absolut nachvollziehen

Als hätte die Saison nie stattgefunden

Paderborn

Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat wegen der Corona-Pandemie mit sofortiger Wirkung seine Saison von der 2. Bundesliga an abwärts bis zur Oberliga abgebrochen. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz des DTTB-Präsidiums mit den Vertretern der Landesverbände. Von dieser Entscheidung betroffen sind auch die Damen des TTV Hövelhof, die die Regionalligaserie so mit 7:3 Punkten auf Rang drei beenden.

Jörg Manthey

Abbruch! Für Hannah Pollmeier und den TTV Hövelhof ist die Regionalligasaison beendet. Foto: Jörg Manthey

Diese Optik ist aber nicht weiter relevant, denn es gibt weder eine offizielle Abschlusstabelle, weder Auf- noch Absteiger. Die Spielzeit 2020/21 wird in diesen Ligen für ungültig erklärt und damit so behandelt, als hätte sie nicht stattgefunden. Die Wertung der bisher absolvierten Einzelspiele für die TTR-Berechnung bleibt von der Annullierung allerdings unberührt und fließt in die bundesweite Rangliste ein.

TTV-Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier kann den vollzogenen Abbruch und die Begründungen dafür „absolut nachvollziehen. Die Gesundheit der Aktiven geht vor. Ob die Verfügbarkeit der Hallen, die Chancengleichheit oder das unklare weitere Vorgehen im Bundesgebiet – lauter schlüssige Argumente.“ Borgmeier tut es freilich für seine motivierten und gefrusteten Schützlinge unglaublich leid. „Sie haben so viel gearbeitet. Da allerdings kein Stufenplan, keine Lockerungen, keine Perspektive in Sicht sind und wir vier Wochen Vorbereitungszeit zum Trainieren gebraucht hätten, ist der Saisonabbruch alternativlos.“ Natürlich hätte auch er die fehlenden fünf Partien zur Beendigung samt Wertung der Hinserie gerne noch absolviert.

Um die lange Durststrecke bis zum Herbst abzuschwächen, prüfen DTTB und Landesverbände nun Alternativangebote für Tischtennis außerhalb des Punktspielbetriebs für den Erwachsenen- und Nachwuchsbereich. So könnte es neben den bestehenden Turnierserien der Landesverbände wie „Race“- oder „Cup“-Veranstaltungen eine neue Serie von Mannschafts-Turnieren im Sommer geben. Für die mini-Meisterschaften, eine der größten und erfolgreichsten Nachwuchswerbeaktionen im deutschen Sport, wurde bereits der übliche Austragungsschluss für die Ortsentscheide vom 14. Februar auf den 31. Mai verlängert. „Wichtig ist uns, dass es bei den Alternativangeboten nicht um Auf- und Abstieg von Vereinsmannschaften geht. Es sollen Angebote für diejenigen sein, die Spaß am sportlichen Vergleich mit anderen haben“, erklärt DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert. „Viele vermissen unseren Sport und wollen so schnell wie möglich wieder an die Tische. Wir sollten den großen Vorteil unserer Sportart in dieser Pandemie nutzen: den Abstand.“

Klaus-Dieter Borgmeier hat bereits ermittelt, dass bei seinem Sechser-Kader einhellige Bereitschaft besteht, in identischer Formation 2021/22 wieder neu anzugreifen. „Wir haben die 7:3 Punkte schließlich quasi ohne unsere Nummer eins Jenny Zhan geholt. Die ist nun wieder fit. In voller Besetzung wäre wohl noch mehr möglich gewesen.“

Vorab hatten bereits der Bayerische und der Hessische Tischtennis-Verband Planungssicherheit geschaffen und den Abbruch samt Annullierung der laufenden Spielzeit für ihre Zuständigkeitsbereiche bekanntgegeben. Weitere folgten darauf diesem Beispiel. Beim Westdeutschen Westdeutschen Tischtennis-Verband (WTTV) hatte bis zum Wochenende noch das Prinzip Hoffnung überwogen. Nach der Verlängerung des Lockdowns bis mindestens 7. März waren die Mannschaftswettkämpfe in allen Spielklassen auf Verbandsebene zunächst einfach nach hinten verlegt worden. Der Wiedereinstieg in die TT-Saison sollte demnach nach den Osterferien am 17./18. April sein.

„Nach dem Beschluss des Bundes wird der WTTV ohne Zweifel nachziehen und seinen Beschluss kurzfristig revidieren“, orakelt Klaus-Dieter Borgmeier nach einem inoffiziellen Meinungsaustausch mit Funktionären. Lars Czichun, der Vizepräsident Sport des WTTV, hat einen neuen Gremiumsbeschluss zum Fortgang oder zum Abbruch der Spielzeit 2020/21 für den 26. Februar angekündigt.

Für Martin Pietrek, Abteilungsleiter von TuRa Elsen, ist ein Abbruch „die richtige Entscheidung nach dieser zerstückelten Saison.“ Da Benedikt Lüke und Co in der NRW-Liga als Aufsteiger sieglos mit 2:10 Punkten Abstiegsrelegationsplatz neun belegen, wird die Versetzung des vor Meisterschaftsbeginn neuformierten Aushängeschildes natürlich gerne angenommen. „Aber es ist immer blöd, nicht mit Leistung innerhalb einer Saison überzeugt haben zu können, um in der Liga zu bleiben“, findet Pietrek. Die gemachten Erfahrungen sollen den Elsenern, die so als Team zusammenbleiben, in der Serie 2021/22 helfen, mehr Punkte zu sammeln.

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