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Vorsitzender mit großer Mehrheit wiedergewählt – Eingleisige Kreisliga A kommt 2020

Ape bleibt im Amt

Wewelsburg (WB). Allein schon die Tatsache, dass sich mit Verani Kartum (SC Aleviten) am Dienstagabend ein Gegenkandidat der Wahl zum Kreisvorsitzenden stellte, machte den Ordentlichen Kreistag des FLVW besonders. Am Ende blieb es personell so, wie es war. Dietmar Ape (VfL Thüle) bleibt im Amt.

Matthias Reichstein

Mit dieser Mannschaft geht der Paderborner FLVW-Vorstand in die kommenden drei Jahre, von links: Dietmar Ape, Christian Kroker, Daniel Hansmeier, Gero Wittkemper, Renate Kaup, Frank Blasek, Erich Drotleff, Hans-Josef Huschen und Josef Höwelkröger. Foto: Matthias Reichstein

Beschädigt verließen aber beide die Versammlung: Der 63-Jährige Geseker, weil ihm von 127 Delegierten 33 die Gefolgschaft verweigerten. Kartum, weil er sich als schlechter Verlierer präsentierte und vorzeitig den Saal verließ.

Kartum verlässt den Saal

SC Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger hatte sich in seinem Grußwort einen »sportlich-fairen Verlauf ohne grobe Foulspiele« gewünscht und versprochen, bis zum Abpfiff zu bleiben. Das tat der 57-Jährige auch, verbal wurde danach dennoch übel gegrätscht. Kreiskassiererin Renate Kaup sah in Kartum nur den Einzelkämpfer. Für ihn sei sein Verein der Dreh- und Angelpunkt. Der Kreis habe aber 101 Vereine und die seien nach dem Gleichheitsprinzip zu betrachten. »Diese Teamfähigkeit sehe ich bei Kartum nicht und daher stehe ich unter seiner Führung nicht weiter zur Verfügung.« Der Kreisjugendvorsitzende Christian Kroker schloss sogar eine Mitarbeit des gesamten Kreisjugend-Vorstands aus.

Kartum selbst irritierte das wenig. Fragen des Wahlleiters und FLVW-Vizepräsidenten Manfred Schnieders nach seinem Vorstandsteam wich er aus: »Es geht jetzt nur um die Wahl des Vorsitzenden. Danach werde ich zu anderen Fragen Stellung nehmen.« Dazu kam es nicht mehr. Als Schnieders das Wahlergebnis (88:33) bekannt gab, platzte Kartum hörbar der Kragen. »Hier wurde unwürdig über mich geredet, ich wurde bloßgestellt. Das war unter aller Sau.« Sprach’s und ging unter Applaus der Opposition.

Daniel Hansmeier neu in der Führungsriege

Die weiteren Wahlen (siehe Übersicht unten) verliefen ohne Überraschungen. Gero Wittkemper (SC Ostenland) wurde als Nachfolger von Lothar Tebbe Vorsitzender des Kreisfußballausschusses. Der wird sich in den kommenden Monaten um den größten Streitpunkt kümmern müssen: Einführung der eingleisigen Kreisliga A zur Saison 2020/2021. Hier soll aber ein Arbeitskreis mit den Vereinen eingebunden werden. Helfen kann vielleicht auch Daniel Hansmeier (SuS Westenholz) als neuer Beisitzer. Er soll mit Offentlichkeitsarbeit das Wirken seiner Vorstandskollegen transparanter machen.

Viel Beifall gab es am Ende für Schnieders, der zwei Neuerungen mitteilte: Ab der kommenden Serie können von der Regionalliga abwärts in allen Ligen vier Spieler eingewechselt werden. Wer den Monat Mai lieber am Ballermann verbringt als gegen den Ball zu treten und Spiele ausfallen lässt, muss künftig nicht nur das übliche Ordnungsgeld zahlen, sondern wird mit einem Drei-Punkte-Abzug für die folgende Saison bestraft. »Im Mai 2018 sind in Westfalen 400 Spiele ausgefallen. Das ist Wettbewerbsverzerrung und muss Konsequenzen haben«, begründete Schnieders. Bei den Delegierten aus dem Kreis war die Zustimmung groß und so war zumindest das Ende versöhnlich.

Die Fakten

Vorstand Kreisvorsitzender: Dietmar Ape (VfL Thüle)Stellvertreter: Erich Drotleff Vorsitzender Jugendausschuss: Christian Kroker (beide DJK Mastbruch)Vorsitzender Fußballausschuss: Gero Wittkemper (SC Ostenland)Vorsitzender Kreisleichtathletik-Ausschuss: Frank Blasek (SV Büren)Vorsitzender Schiedsrichter-Ausschuss: Hans-Josef Huschen (SC RW Husen)Vorsitzender Vereins- und Kreisentwicklung: Josef Höwelkröger (SuS Boke)Kassiererin: Renate Kaup (SV Steinhausen)Beisitzer: Erich Drotleff (DJK Mastbruch), Hans-Josef Huschen (SC RW Husen), Daniel Hansmeier (SuS Westenholz)Vorsitzender Kreissportgericht: Werner Meier (Hövelhofer SV)Beisitzer: Gerhard Hüllweg (BV Bad Lippspringe), Ruth Kanzlsperger (DJK Mastbruch), Burkhard Meyer (TuS Henglarn), Peter Schniedermann (SV Heide), Martin Wegener (SC RW Verne), Lothar Zolke (TuS Sennelager) Bezirkssportgericht: Klaus-Peter Spiegel (Hövelhofer SV), Paul Schmidt (FSV Bad Wünnenberg/Leiberg) Ehrungen Kreisehrennadel: Werner Manke (Delbrücker SC)Ehrennadel in Gold: Hedwig Thieschnieder (SC Espeln), Manfred Löhr (LC Paderborn), Lothar Tebbe (RW Paderborn), Franz-Josef Leifeld (VfL Lichtenau)Ehrennadel in Silber: Petra Jachnik (SV Marienloh)Weinpräsent: Christian Uhe (TuS Sennelager), Wolfgang Kuballa (SV Benhausen)

Kommentar

Ein Oppositionsführer ohne Mannschaft, ein Vorstandsmitglied, das dem einzigen Konkurrenten mangelhafte Teamfähigkeit unterstellt und am Ende ein neuer Vorsitzender, der mit viel Gegenwind in seine zweite Amtszeit geht – der Riss durch den FLVW-Kreis Paderborn ist lang. Er ist aber noch nicht tief. Denn sonst hätte Verani Kartum ein Team hinter sich gehabt. Das hatte er augenscheinlich nicht und deshalb war die Gefahr groß, dass der knapp 48.000 Mitgliedern starke Kreis ins Chaos stürzt. Das wollte die Mehrheit nicht – auch deshalb wurden Dietmar Ape und seine Kollegen wiedergewählt. Dennoch sind die 33 Gegenstimmen ein Denkzettel. Die Arbeit im FLVW Paderborn muss transparenter werden, denn die Vereine wollen bei wichtigen Entscheidungen schon von Beginn an am Ball sein. Außerdem wäre Ape gut beraten, wenn er die kommenden Monate nutzt, um zu versöhnen. Eine dauerhafte Spaltung bringt beiden Seiten nichts.Matthias Reichstein

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