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Im Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn 07 geht es nicht um Ergebnisse

Ausbilden für die Bundesliga

Paderborn (WB/MR). Die Liga ist zweitrangig. Die Ergebnisse sind es eigentlich auch. Der SC Paderborn würde zwar gerne mit der U19 und U17 wieder in der Bundesliga spielen und dort jede Partie um Punkte gewinnen, der Schwerpunkt liegt aber woanders.

Musterbeispiel: U21-Mittelfeldspieler Dominik Bilogrevic wird aber der kommenden Saison als Profi geführt. Foto: Mark Heinemann

»Wir bewerten die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Nur darauf kommt es an.« Das sagt Ayhan Tumani. Der 48-Jährige ist »Leiter Sport« im Leistungszentrum des SCP und verantwortet damit den Nachwuchsbereich ab der U21 bis runter zu den Kleinsten in der U11. »Wichtig ist uns, dass wir die Individualität so fördern, dass die Jungs irgendwann auch lernen, ein Team zu bilden.«

Ayhan Tumani

Im Nachwuchsbereich gab es vor der Saison einige Trainerwechsel, einzige Konstante war U21-Coach Michél Kniat. »Mitch hat eine spannende Mannschaft, aber auch einen sehr schwierigen Job, das weiß ich aus Erfahrung«, sagt Tumani und meint die vielen Gruppen innerhalb des Kaders. Der Kern ist relativ klein, weil das Team den Profis Spielpraxis bieten und gleichzeitig Akteuren aus der U19 die Chance geben soll, im Erwachsenenbereich um Punkte zu kämpfen. »Den Austausch der Spieler zwischen den Jahrgängen haben wir in dieser Saison noch einmal verschärft«, sagt Tumani und nennt die Beispiele Jesse Edem Tugbenyo, Aram Kahraman, Florian Wendt, Luis Hillemeier oder Dominik Bilogrevic, der zur kommenden Saison Profi wird und nur noch mit dem Bundesliga-Kader trainiert.

Steffen Baumgart

»Diese Durchlässigkeit kostet uns Ergebnisse. Das wissen wir. Aber dadurch entwickeln wir die Jungs schneller und besser, das wiederum schafft einen Mehrwert für den gesamten Verein«, sagt Tumani. Aktuell kann der Fußballlehrer seine Liste noch um zwei Namen erweitern: Chefcoach Steffen Baumgart lud am Dienstag mit Phil Sieben (U21) und Adrian Oeynhausen (U19) zwei weitere Nachwuchskicker ein, eine Woche lang bei den Profis mitzutrainieren. »Damit wollen wir ihre außergewöhnlichen Leistungen belohnen«, sagt Baumgart. Vor besondere Herausforderungen werden auch die Trainer beim SCP gestellt. Allen voran Kniat, dem an jedem Oberliga-Spieltag ein veränderter Kader zur Verfügung steht. »Das erfordert hohes Engagement. Aber das bringen alle mit«, lobt Tumani die Arbeit des Trainers beim Ligazehnten.

Tumani und sein ganz großer Wunsch

Die U19 (aktuell Zweiter der Westfalenliga) trainiert Bernd Wiesner, der seine Spieler bereits als Jungjahrgang betreute. Gleiches gilt für Oliver Döking in der U17 (Vierter der Westfalenliga), der seinen Kader zuvor schon in der U16 trainierte. Mit Thomas Bertels stieg ein Ex-Profi als Trainer der U16 (Vierter der Landesliga) ein, den Unterbau führt Robin Trost (U15, Vierter der Westfalenliga) heran. »Sie alle sind auf verschiedenen Positionen schon länger in unserem Verein. Das zeigt auch die Kontinuität im Nachwuchsbereich«, sagt Tumani. Sein Traum ist es, nach vielen Jahren mal wieder ein Eigengewächs bei den Profis zu etablieren. Oder wie es der Fußballlehrer ausdrückt: »Ich wünsche mir einen, der bei uns ausgebildet wurde und in der Benteler-Arena um Bundesligapunkte kämpft.«

Zwei weitere Trainingsplätze sollen das NLZ perfekt machen

Mit dem 2015/2016 errichteten Nachwuchsleistungzentrum (Rasenspielfeld, Kunstrasenplatz mit Rasenheizung plus Funktionsgebäude) wurden beim SCP auch die baulichen Voraussetzungen geschaffen: »Jeder unserer Spieler kann wirklich stolz darauf sein, welche Möglichkeiten sich hier für ihn bieten«, sagt Tumani und hofft auf noch mehr: Der Verein plant, das Nachwuchsleistungszentrum in absehbarer Zeit mit dem Bau von zwei weiteren Trainingsplätzen zu vollenden.

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