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Baseball: Untouchables-Trio für Deutschland bei Quali in Tucson/Arizona

„Das Nonplusultra für Nichtprofis“

Paderborn (WB/jm). Ein Trio der Untouchables Paderborn geht Anfang März auf große Fahrt: Die beiden Pitcher Benjamin Thaqi (23) und Daniel Thieben (26) sowie Outfielder Maik Ehmcke (25) gehören zum Kader der Deutschen Baseball-Nationalmannschaft, die beim Qualifikationsturnier in Tucson/Arizona versucht, ein Ticket für den World Baseball Classic (WBC) 2021 zu lösen. Der Sieger wird als „World Champion“ anerkannt. Den vierten World Baseball Classic hatten 2017 in Los Angeles erstmals die Vereinigten Staaten mit einem 8:0-Finalsieg über Puerto Rico gewonnen.

Auf dem Mound: Pitcher Daniel Thieben reist mit der Baseball-Nationalmannschaft zum WBC-Qualifikationsturnier nach Arizona. Foto: Jörg Manthey

„Ich freue mich für die Jungs, dass sie die Möglichkeit haben, Deutschland, sich selbst und auch die Untouchables auf internationaler Bühne zu präsentieren. Das ist immer eine gute Erfahrung“, sagt Paderborns Headcoach Jendrick Speer. Dass er in einer wichtigen Phase der Vorbereitung einige Wochen auf drei seiner Leistungsträger verzichten muss, nimmt er so hin: „Es ist ja noch früh. Wenn sie wiederkommen, haben wir noch einen Monat Zeit.“

Die Nominierung der U’s für den 25-Mann-Kader, knapp die Hälfte sind Pitcher (Werfer), ist als Anerkennung für beständig gute Leistungen zu verstehen. „Dieses Turnier spielen zu dürfen, ist das Nonplusultra für Nichtprofis“, strahlt Benjamin Thaqi voller Vorfreude. Der 23-Jährige, im vorigen Jahr wie seine Teamkollegen Marco Cardoso und Maurice Bendrien mit Deutschland U23-Vizeeuropameister, wurde persönlich von Bundestrainer Steve Janssen informiert. Nicht berücksichtigt wurde Marco Cardoso. Umso verwunderlicher, da der bei der U23-EM noch bester Spieler war. Am 3. März ist Abflug. „Vorgeschaltet ist ein mehrtägiges Trainingscamp. Wir müssen uns auch auf die klimatischen Bedingungen dort einstellen. Es wird heiß“, orakelt Benjamin Thaqi Temperaturen „so um die 35 Grad“.

Temperaturen um 35 Grad

Das Qualifikationsturnier steigt im Kino Sports Complex, der früheren Frühlings-Trainingsstätte der Chicago White Sox. Vom 12. bis 17. März trifft das deutsche Team auf Brasilien, Frankreich, Nicaragua, Pakistan und Südafrika. „Ich denke, wir haben ganz gute Chancen, um weiterzukommen“, versprüht Benjamin Thaqi Zuversicht. „Nicaragua, Südafrika und uns sehe ich als Favoriten. Brasilien ist immer für eine Überraschung gut. Frankreich und Pakistan sind nicht unbedingt die großen Baseball-Nationen.“ Auch Jendrick Speer hofft, dass sich das deutsche Team durchsetzen kann; im Finale würde es dann wohl gegen Nicaragua gehen: „Das sind alles Profis.“ Pool 2 mit Tschechien, Großbritannien, Neuseeland, Panama, den Philippinen und Spanien spielt in Tucson im Anschluss (20. bis 25. März) seine Sieger aus. Die beiden Ersten jeder Gruppe qualifizieren sich für den World Baseball Classic, der 2021 erstmalig von 16 auf 20 Teilnehmer aufgestockt wird.

In der Regel – einzige Ausnahmen: die Niederlande und Italien – sind die Europäer bloß Zuschauer beim World Baseball Classic. Deutschland, auf Platz 19 der Weltrangliste geklettert, nimmt nach 2012 und 2016 – in dem Jahr gehörten die beiden U’s Daniel Thieben und Daniel Hinz zum Kader – einen neuen Anlauf. Aller guten Dinge sollen drei sein: Die Sehnsucht auf ein internationales Erfolgserlebnis ist groß. Steve Janssen, der Belgier, hatte 2019 in seinem ersten Amtsjahr bei der Heim-EM in Deutschland die Qualifikation für das olympische Baseballturnier verfehlt.

Thaqi ist fit

„Ich bin in einer guten körperlichen Verfassung, fitter als im Vorjahr“, sagt Benjamin Thaqi: „Unser Training mit Thomas Prange ist spitze.“ Zu gerne würde er mit Deutschland den Poolsieg feiern und mit entsprechend angehäuftem Selbstbewusstsein mit den Untouchables in die Bundesligasaison gehen: „Wir trainieren nur, um Deutscher Meister zu werden. Es gibt kein anderes Ziel.“

Die World Baseball Softball Confederation (WBSC) hat das attraktivere Format des World Baseball Classic installiert, um die Weltmeisterschaft zu ersetzen. Die WM, die stets ein Schattendasein gefristet hatte, wurde letztmals 2011 ausgetragen. In Panama damals als Paderborner mit dabei: Jendrick Speer, Björn Schonlau, Michael Franke und Eugen Heilmann. Der junge Daniel Thieben war in jener Zeit noch im Dress der Buchbinder Legionäre Regensburg dabei. „Für mich war die WM immer ein super Event. Da hast du gegen Leute gespielt, die heute in der Major League aktiv sind“, erinnert sich Speer.

Der WBC, ausgetragen in einem vierjährigen Rhythmus, ist das erste internationale Turnier, für das sich Nationalmannschaften mit Spielern aus der amerikanischen Major League bestücken können.

Die Paderborner Daniel Thieben (Seattle Mariners) und Linkshänder Maik Ehmcke (Arizona Diamondbacks) haben beide eine amerikanische Profivergangenheit hinter sich.

Neues auch aus dem Ahorn-Ballpark: Nach der witterungsbedingten Baupause sind die Arbeiten am Flutlicht fortgesetzt worden. Die Rammrohre sind geliefert. Sie sollen in den nächsten Tagen in die Erde gelassen werden.

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