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Squash: Paderborner SC ist zum neunten Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister

Die Bayern von der Pader

Paderborn

Was der FC Bayern München im Fußball, ist der Paderborner SC im Squash. Bei der Bundesliga-Endrunde in der ULC Sportwelt Bremen setzte sich die Mannschaft um Europameister Raphael Kandra am Samstag zum neunten Mal in Folge durch und holte mit einem umkämpften 3:0-Finalsieg über Dauerrivale Black & White Worms ihren insgesamt 18. Nationalen Meistertitel.

Von Jörg Manthey

Die Squasher des Paderborner SC haben in Bremen ihren 18. Meistertitel geholt. Von links jubeln Dimitri Steinmann, Simon Rösner, Raphael Kandra, Physiotherapeut Artur Wunder (verdeckt), Viktor Byrtus, Lucas Wirths, Nicolas Müller, Trainer Hendrik Vössing und PSC-Präsident Andreas Preising. Foto: Christian Lortat

Die Rekordmarke wurde verdientermaßen ausgebaut, obgleich Worms nicht seine Wunschformation aufbieten konnte. Mit Mohamed El Shorbagy (WRL 5) und Nick Matthew (WRL 13) musste der Jäger kurzfristig seine beiden internationalen Topspieler ersetzen; Covid-19 vereitelte ihren Einsatz. „Wir mussten trotzdem um jeden Punkt fighten, da wurde uns nichts geschenkt“, sagte Kapitän Simon Rösner nach seinem zwölften Team-Titel. „Worms hat sich unglaublich gut verkauft.“

Beide Teams verständigten sich im Vorfeld auf die „Dead Rubber“-Regelung. So brauchte der Schweizer Meister Dimitri Steinmann am Ende nicht mehr einzugreifen, da nach drei Einzeln die Entscheidung bereits gefallen war. Viktor Byrtus (21), der tags zuvor noch im Finale des Weltranglistenturniers Bremer Schlüssel stand, musste mehr kämpfen, als ihm lieb war. Gegner-Oldie Carsten Schoor (35) und manche Schiedsrichter-Entscheidung riefen immer wieder Ärger in ihm hervor; mit diesem Hadern brachte er sich selbst aus dem Rhythmus. So kassierte der Tscheche im zweiten Satz eine 17:19-Niederlage, lag 1:2 zurück, zog sich gegen seinen konditionell nachlassenden Kontrahenten mit Volley-Angriffsspiel aber noch am eigenen Schopf aus dem Sumpf. „Jens hat die Rückhand vorne sehr gut gespielt und angegriffen. Ich bin froh, das Spiel gewonnen und das Team in Führung gebracht zu haben“. meinte Byrtus erleichtert.

Im Duell zweier Linkshänder standen sich im Spiel zwischen Raphael Kandra und Yannik Omlor der Deutsche Meister und sein „Vize“ gegenüber. Kandra dominierte zunächst und ging mit 2:0 Sätzen in Front, ehe aus einem 7:3 im dritten Durchgang ein 7:11 wurde. „Da habe ich mich vielleicht zu sicher gefühlt“, räumte das PSC-Ass ein und machte im dritten Durchgang wieder kurzen Prozess.

Fünf Satzbälle mussten her, damit Simon Rösner gegen Herausforderer Valentin Rapp den ersten Satz mit 17:15 gewinnen konnte. In der Folge spielte er solide seine ganze Routine aus.

„Die Gesamtleistung des Teams hat gepasst. Wir haben gezeigt, dass wir das bessere Team sind“, resümierte Raphael Kandra den sehenswerten Serienabschluss. „Ab sofort liegt der Fokus auf der anstehenden Saison.“

Die Endrunde in Zahlen

Zuvor hatte der PSC im Halbfinale beim 3:1 über die Squash-Factory Saar-Pfalz schon Schwerstarbeit leisten müssen. Lucas Wirths legte fehlerfrei vor. Simon Rösner hatte zwei Sätze lang etwas Probleme, bis er im Schnelldurchgang den Sack mit 11:3 und 11:2 zum 3:1 zuband.

Den Ehrenpunkt konnte Raphael Kandra (WRL 19) nicht verhindern; er musste sich im Spitzenspiel dem Franzosen Sébastien Bonmalais, der in der Weltrangliste 14 Plätze hinter ihm liegt, klar mit 0:3 beugen. „Ich konnte gegen einen sehr gut spielenden Gegner leider nie mein bestes Squash zeigen“, bedauerte Kandra, der nie richtig ins Spiel fand und dies später als „Weckruf“ wertete. „Sébastian hat alle langen und harten Ballwechsel für sich entschieden und ist verdient als Sieger vom Court gegangen.“ Nicolas Müller war im Duell gegen seinen Schweizer Mit-Eidgenossen Robin Gadola der klar bestimmende Spieler.

Präsident Preising von Ehrung überrascht

Bei der Siegerehrung sollte auch PSC-Chef Andreas Preising nicht leer ausgehen, der am kompletten nationalen und internationalen Titelreigen seines Vereins beteiligt war. Er wurde für seine Verdienste um den Squash-Sport mit dem Ehrenpreis der Hansestadt Bremen überrascht. „Wir haben heute wieder gezeigt, wie gut wir sind, wie professionell wir als Verein und mit unseren Sponsoren aufgestellt sind“, so Preising stolz und versprach: „Wir werden auch weiter Lust und Gier auf Titel haben.“ Preising freut sich schon auf den Europapokal der Landesmeister im italienischen Riccione. Dort wollen die Paderborner Mitte September ihren Triumph aus 2019 wiederholen und mit Titel Nummer elf heimkehren.

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