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Squash: Paderborner Profi kürt sich in Hamburg mit einem erneuten Finalsieg über Valentin Rapp zum dritten Mal in Folge zum Deutschen Meister

Ein hartes Stück Arbeit

Hamburg/Paderborn  (WB). Den zweiten Matchball verwandelt, und der Rest war Freude: Nach 2018 und 2019 hat sich der Paderborner Squashprofi Raphael Kandra in Hamburg zum dritten Mal in Folge die Krone des Deutschen Einzelmeisters aufgesetzt. Wie in den beiden Vorjahren sah er sich im Glascourt dem Wormser Valentin Rapp gegenüber, den er in einem hochklassigen Schlagabtausch in vier Sätzen mit 10:12, 11:6, 11:8, 12:10 niederrang.

Jörg Manthey

Wieder Meister: Aber Raphael Kandra (vorne) verlor den ersten Satz gegen Valentin Rapp und sah sich mehrfach in Bedrängnis. Foto: Henning Angerer

„Ich bin glücklich, das Triple geschafft zu haben. Das war ein hartes Stück Arbeit. Valentin hatte sich eine starke Taktik zurechtgelegt und mich über weite Strecken davon abgehalten, mein Spiel durchzusetzen“, würdigte Kandra das Auftreten des Herausforderers. „Es war nicht leicht, ihm den Schneid abzukaufen.“ Für den Paderborner war es sein fünftes DM-Einzelfinale in Folge. Zweimal musste er sich seinem Teamkollegen Simon Rösner beugen, zweimal behauptete er sich gegen Valentin Rapp.

Franziska Hennes bricht im Endspiel ein

Nach einem souveränen Turnier verpasste es PSC-Ass Franziska Hennes, dies im Damenendspiel zu veredeln. Sie unterlag der topgesetzten Saskia Beinhard (SC Monopol Frankfurt) mit 1:3 – wieder „Vize“ wie 2019. Es war einfach nicht ihr Tag. Dass sie den ersten Durchgang gegen eine starke DM-Premierenfinalistin knapp mit 9:11 abgeben musste, fand die Paderbornerin „ein bisschen schade. Hätte ich den gewonnen, wäre es eventuell ein bisschen anders ausgegangen.“ Im zweiten Satz verteilte Franziska Hennes die Bälle gut, setzte ihre Gegnerin gekonnt unter Druck und glich aus. Aber die Körperspannung fehlte, erkannte PSC-Trainer Henrik Vössing. Hennes über die folgenden 3:11-Sätze: „Danach bin ich eingebrochen, habe viele Fehler gemacht und mich irgendwie ein bisschen energielos gefühlt. Das tut jetzt gerade ein bisschen weh.“

Alles läuft nach Plan

Im Sportwerk Hamburg lief für Raphael Kandra alles nach Plan. Nach dem Vorgeplänkel („Ich wollte möglichst wenig Energie in den ersten Runden lassen“) sah der 29-Jährige sein Viertelfinale gegen Felix Göbel als ersten Test an, doch auch dieses Ergebnis sprach Bände – 11:1, 11:0, 11:4. „Er hat sich gewehrt und alles versucht, aber ich habe mich einfach zu gut gefühlt. Es war schwer, Punkte gegen mich zu machen.“

Im Halbfinale bekam es Raphael Kandra mit einem Nationalmannschaftskameraden zu tun: Yannik Omlor, Deutscher U19-Jugendmeister des Jahres 2015, ist Sportsoldat wie er. „Ich bin sehr fokussiert rangegangen“, erklärte er den 11:1, 11:0, 11:4-Klassenunterschied. „Es war eine einseitige Partie. Ich habe das Spiel von Anfang bis Ende dominiert. Ich wollte den Unterschied des Levels zeigen, und das ist mir gut gelungen.“

Tobias Weggen wird Siebter

Tobias Weggen verlor sein Viertelfinale gegen Carsten Schoor in drei Sätzen – 5:11, 8:11, 6:11. Dafür gewann er danach problemlos das Spiel um Platz sieben. Hendrik Vössing setzte sich im Spiel um Platz neun im Vereinsduell gegen Cederic Lenz in vier Sätzen durch. „Ich habe im ersten Satz viele Fehler gemacht, dann fing Ceddy mit Fehlern an“, berichtete Vössing, der im finalen Durchgang mit 15:13 siegte.

Hennes zur Dopingprobe

Franziska Hennes spielte im Halbfinale gegen die 20-jährige Jung-Nationalspielerin Katerina Tycova (SC Sports 4 you) ihre gesamte Routine aus und siegte mit 14:12, 11:5, 11:3. Anfangs wirkte sie etwas nervös und verkrampft, hatte sogar zwei Satzbälle gegen sich. „Ich konnte das Ding aber noch drehen.“ Mit zunehmender Dauer fand sie gut in ihr Spiel, wurde mit jedem Punkt selbstbewusster und sicherer. Nach dem Happy End wurde Hennes zur Dopingkontrolle gebeten.

Trotz der Endspielniederlage wahrte Franziska Hennes eine feine Serie: Seit 2013 steht die 27-Jährige bei Nationalen Titelkämpfen stets auf dem Podium. Alle Infos im Netz: www.dem.dsqv.de

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