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Ulli Brückner im Alter von 74 Jahren verstorben

Er war ein Gesicht des Fußballs

Hövelhof

Er war ein erfolgreicher Stürmer, Trainer und bis zuletzt ein Gesicht des Paderborner Fußballs. Am 22. Juni starb Hans-Ulrich Brückner, den alle nur Ulli nannten, plötzlich und unerwartet im Alter von 74 Jahren.

Von Peter Klute

Ulli Brückner ist im Alter von 74 Jahren verstorben.

Ulli Brückner war ein Kind des Ruhrgebiets, wuchs in Gelsenkirchen auf und spielte bei den Amateuren des FC Schalke 04 an der Seite des späteren Nationaltorhüters Norbert Nigbur sowie Holger Osieck, Weltmeister mit Deutschland als Trainer unter Teamchef Franz Beckenbauer 1990 in Italien. Anschließend kickte er für den SC Gelsenkirchen 07 in der Verbandsliga und den STV Horst-Emscher in der Landesliga.

Ein Kind des Ruhrgebiets

1972 begann für Brückner ein neuer Lebensabschnitt. Er kam als Polizist nach Paderborn, wo er sportlich und privat seine zweite Heimat fand. Seine erste fußballerische Adresse hier war der TuS 07/10 Schloß Neuhaus (Verbandsliga), danach wechselte er zum Landesligisten BV Bad Lippspringe, den er mit seinen Toren zur bis heute einzigen Teilnahme im DFB-Pokal schoss. Aus dem Kurwald zog es ihn zum Verbandsligisten SV Ahlen.

Anfang der 80er Jahre schlug Ulli Brückner die Trainerlaufbahn ein, die ihn zunächst als Spielertrainer zurück zum TuS Schloß Neuhaus führte. Dort übernahm er 1980 die zweite Mannschaft und betreute unter anderem die in Paderborn ansässig gewordenen Flüchtlinge der afghanischen Nationalmannschaft wie etwa Babrak Nassery. Als Spielertrainer beim TuS feierte er in sechs Jahren zwei Aufstiege, die anschließende Zeit beim VfL Schlangen verlief nicht minder erfolgreich (zwei Aufstiege in vier Jahren bis in die Landesliga). Anschließend war Brückner noch als Spielertrainer beim Bezirksligisten Delbrücker SC im Einsatz. Nach der Rückkehr zum BVL beendete er dann 1995 seine Trainerlaufbahn, sprang danach noch zweimal kurz als „Feuerwehrmann“ beim SV SW Suttrop und SV Germania Westerwiehe ein.

Der SCP war sein Herzensverein

Der Fußball war sein Leben, an allererster Stelle aber stand die Familie im Hövelhofer Ortsteil Staumühle, an die er sein sportliches Talent weitergab. Sohn Hans-Jörg schaffte es bis in die 2. Bundesliga (SV Meppen) und ist heute Sportlicher Leiter beim Landesliga-Aufsteiger DJK Mastbruch, wo auch Ulli Brückners Enkelkinder Erik und Nils groß wurden. Erik hatte seinen Opa sogar als Co-Trainer bei den D-Junioren. Enkelin Johanna Kaluza steht bei den U17-Juniorinnen des Delbrücker SC und der U15-Kreisauswahl im Tor.

Bei seinem Herzensverein SC Paderborn 07 war Ulli Brückner jahrelang und bis zuletzt Schiedsrichter-Betreuer für die U21, U19 und U17. Als Fan feierte er die beiden Aufstiege in die Bundesliga. Unvergessen blieb auch der Paderborner 5:3-Sieg in der Zweitliga-Saison 2018/2019 beim 1. FC Köln, den Brückner mit der gesamten Familie live im Stadion miterlebte. Doch er interessierte sich nicht nur für den Fußball. Nur eine Woche vor seinem Tod hatte er mit seiner Tochter Sandra das Tennisturnier in Halle (Westfalen) besucht.

Ulli Brückner wird am Mittwoch auf dem Friedhof in Hövelhof beigesetzt.

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