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Football: Dolphins sind mit Tabellenplatz drei zur Sommerpause insgesamt zufrieden

Gewinnerkultur installieren

Paderborn  (WB). Die Sommerpause, sie kommt für Headcoach J.J. Fayed zu einem geeigneten Zeitpunkt. »Wir sind ein bisschen angeschlagen. Diese Zeit wird uns dienlich sein, gesund zu werden«, erklärt der Headcoach der Paderborn Dolphins. Die physischen Malässen sind für ihn zugleich ein Hauptmanko, warum das Team nach neun Durchgängen mit 14:4 Punkten »nur« Tabellenplatz drei in der Football-Regionalliga hinter den Assindia Cardinals (18:2) und Bielefeld Bulldogs (16:2) einnimmt. »Wir sind über die gesamte Saison nicht richtig gesund gewesen.«

Jörg Manthey

»Besser als in den Vorjahren«: Dolphins-Präsident David Schmidtmann lobt die Defense. Foto: Jörg Manthey

Drei Spieltage stehen noch aus. Fayed möchte bestmöglich abschließen, unbedingt noch eine Position klettern. Mit dem Erreichten ist der vor dieser Saison inthronisierte Coach nicht unzufrieden: »Wir haben immerhin sieben Spiele gewonnen, und ich erkenne auch jedes Mal wieder Verbesserungen.« Positiv hält er fest, dass die Dolphins keinen Touchdown von Special Teams zugelassen hätten. Das Tackling sei besser geworden, ebenso das Laufspiel. J.J. Fayed spricht in diesem Zusammenhang von einem »Prozess. Wir sind dabei, ein Programm zu entwickeln, das uns mal auf ein anderes Level heben soll als die Regionalliga. Das braucht seine Zeit und fordert auch Geduld ein«.

»An jedem Spieltag das bessere Team sein.«

Big Plays noch konsequenter einzudämmen, sei die Hauptaufgabe der Defense. »Unsere Blitze waren nicht immer gelungen und haben dem Gegner manchmal in die Karten gespielt.« J.J. Fayed ist mit seinem Trainerstab dabei, das Team für verschiedene Philosophien zu erwärmen. Eine davon lautet: »Du brauchst nicht die beste Mannschaft der Liga zu sein. Aber du musst an jedem Spieltag das bessere Team sein.« Eine Gewinnerkultur installieren, nennt er das. Seine Schützlinge würden zunehmend verinnerlichen, dass Football mehr ist als ein Kampfsport, der Stärke und Geschwindigkeit erfordert. »Auch die Strategie spielt eine ganz entscheidende Rolle. Du musst antizipieren können, das Spiel lesen können.«

Ein beträchtliches Verbesserungspotenzial hat Fayed beim Ausspielen der dritten Versuche ausgemacht. Da habe es zu oft an der nötigen Wucht gemangelt, die fehlenden Yards zu erzwingen. »Wir haben ungezählte gute Gelegenheiten, um unsere Bemühungen mit einem neuen ersten Versuch zu verzinsen, einfach ungenutzt liegen lassen.«

Technik perfektionieren

Es gelte, das Football-ABC, die fundamentale Technik, weiter zu perfektionieren. Das dauere, sei aber unerlässlich für den Weg in die GFL2 oder vielleicht sogar mal darüber hinaus. Fayed: »Du kannst nicht konsequent gewinnen, wenn du dich nicht auf die Technik verlassen kannst.«

Dolphins-Präsident David Schmidtmann hat die Meisterschaft abgeschrieben. »Ich gehe davon aus, dass wir nicht Erster werden. Das liegt ja auch nicht mehr in unserer Hand.« Nach dem großen personellen Umbruch vor der Saison – neue Coaches, neues System – sei als Maßgabe ein Platz zwischen eins und drei ausgegeben worden; das wird definitiv erreicht! »Die Mannschaft hat alles toll angenommen. Mensch, wir haben nur zweimal verloren. Es ist alles im Soll.« Beide Niederlagen gegen die Assindia Cardinals seien verdient gewesen, es habe da an Konzentrationsfähigkeit gefehlt, räumt er ein. Schmidtmann würdigt, dass sich gerade die Dolphins-Defense besser präsentiert habe als in den Vorjahren und bislang der stärkere Mannschaftsteil gewesen sei. »Sie hat gewonnen!« Eine Einschätzung, die Fayed nicht so gerne hört. »Manchmal trägt die Offense die Defense, manchmal die Defense die Offense. Wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team.« Was allseits fehlt, ist Routine, Eingespieltheit. So ist der Verein denn auch planungstechnisch gewillt, eine Kontinuität zu wahren. Und mehr Coaches sollen es 2020 sein. »Dann wollen wir angreifen«, sagt David Schmidtmann fest entschlossen.

Noch viel Arbeit vor den Dolphins

Das Headcoach-Schlusswort: »Es liegt noch viel, viel Arbeit vor uns. Aber wir haben die richtige Richtung eingeschlagen.« Die Spieler werden in der Sommerpause nicht auf der faulen Haut liegen, sondern ein individuelles Trainingsprogramm bestreiten. Am 9. August legen die Dolphins offiziell wieder mit der Vorbereitung auf die drei ausstehenden Aufgaben bei den Bonn Gamecocks (24. August), Bielefeld Bulldogs (31. August) sowie dem neu angesetzten Nachholspiel gegen die Aachen Vampires (15. September) los. Dann dürfen auch die U19-Junioren bei den Männern mitwirken. »Gunnar Ströming und sein Stab haben einen super Job gemacht«, nimmt Fayed die nächste Generation, die die Weststaffel mit einem 6:12 bei den Düsseldorf Typhoons und 4:12 Punkten beendet hat, mit offenen Armen auf.

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