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Dressur-Abschluss in Kronberg

Hubertus Schmidt holt Silber

Etteln

Das Frankfurter Festhallenturnier mit internationalen Dressur- und Springprüfungen gilt als der Höhepunkt eines ausklingenden Turnierjahres.

Birgit Krell

Erfolgreiches Team des Fleyenhofs: (von links) Lune Karolin Müller, Katharina Hemmer und Hubertus Schmidt mit Signorina. Foto: Birgit Krell

Nach der coronabedingten Absage der Traditionsveranstaltung im November verlegte die Familie Rath-Linsenhoff kurzer Hand die üblicherweise in Frankfurt ausgetragenen Finals des Louisdor-Preises, des Piaff-Förderpreises und zusätzlich die des Nürnberger Burgpokals auf den Schafhof in Kronberg. Unter strengsten Hygieneschutzmaßnahmen und mit einem hohen organisatorischen Aufwand fanden die finalen Wettkämpfe der drei wichtigsten nationalen Nachwuchsserien im Dressursport statt. Das Team Fleyenhof aus Etteln löste in den vorangegangen Qualifikationsetappen gleich fünf der begehrten Tickets für die Abschlussveranstaltung dieses schwierigen Sportjahres.

Im Louisdor-Preis trat Reitmeister Hubertus Schmidt mit zwei seiner Nachwuchshoffnungen an. Zu den Siegern des Grand Prix für junge Dressurpferde vergangener Jahre zählen beispielsweise die heutigen Championatspferde Weihegold von Isabell Werth und Sammy Davis Jr. mit Dorothee Schneider. Mit dem erst achtjährigen Oldenburger Hengst Denoix entschied Schmidt die Qualifikationsetappen Hagen a.T.W. und Bettenrode mit hohen Wertungsnoten für sich und ging somit als einer der Favoriten in die Prüfung. Der zehnjährige Hannoveraner Beryll war in Verden siegreich und damit als weiteres Pferd qualifiziert.

Auch seiner Bereiterin Katharina Hemmer gelang der Einzug in die Endprüfung mit der neunjährigen Hannoveranerstute Signorina, die sich im Besitz von Dr. Manfred Kesselmeier befindet. Erst im Juni bestritt das Paar ihren ersten Wettkampf auf Grand Prix-Niveau. Die konstant gute Leistung des Paares wurde nun mit einem Startplatz für das hochklassig besetzte Finale auf dem Schafhof belohnt. Mussten die Teilnehmer in der Einlaufprüfung noch einen kurzen Grand Prix absolvieren, so steigerte sich der Schwierigkeitsgrad am Tag der Entscheidung. Hemmer verteidigte ihren neunten Platz vom Vortag mit über 70 Prozent. Ein Fehler im Übergang vom Schritt zur Passage kostete wertvolle Punkte.

„In der Einlaufprüfung fehlte Signorina noch die Leichtigkeit, sie war ein wenig schüchtern und verhalten, sodass ich ihre gute Form nicht komplett abrufen konnte. In dem ersten großen Grand Prix war sie dann aber wieder ganz auf meiner Seite“, lautete das Fazit einer glücklichen Ausbilderin Katharina Hemmer.

Das Angaloppieren in der Trab-Traversale und ein Patzer in der Piaffe verhinderten eine vordere Platzierung von Hubertus Schmidt und Beryll. Rang sechs am ersten Tag und Platz zehn im Finale lauteten die Ergebnisse. Mit Denoix, als eines der jüngsten Pferde im Wettbewerb, ging der Mannschafts-Olympiasieger von Athen 2004 als vorletzter Reiter in das Dressurviereck. Leichte Spannungen des Hengstes beeinflussten den sonst hervorragenden Schritt, hohe Noten für Traversalen sowie Passage und Piaffe führten aber zum verdienten Silberrang mit über 74 Prozent. Sandra Nuxoll schob sich als letzte Starterin an dem Ettelner vorbei und siegte mit Bonheur de La Vie. Drittplatziert war Dorothee Schneider mit First Romance.

Im Nürnberger Burgpokal hatte der kürzlich wieder in den olympischen Dressurkader berufene Schmidt den siebenjährigen Vainqueur gesattelt. Der imposante im Besitz des Gestüts Neuenhof befindliche Dunkelfuchs von Vivaldi überzeugte im Vorfeld mit sehr guten Leistungen. Auch auf dem Schafhof zeigte er in den beiden Prix St. Georges des Burgpokals trotz weniger Turniererfahrung sein Vermögen. Er erreichte mit 73,9 Prozent den neunten Platz. Hausherr Matthias Alexander Rath gewann die Prüfung mit Destacado vor Dorothee Schneider. ,,Vainqueur hat sich heute im Schritt leider etwas festgehalten, was mich Punkte gekostet hat. Die hohen Prozentzahlen aller Ritte zeigen aber, welche Qualität in dieser Prüfung gezeigt wurde und wie geschlossen das Starterfeld war,“ resümierte Reitmeister Schmidt anschließend.

Mit Lune Karolin Müller, die sich für das Piaff-Förderpreis Finale mit Seal qualifizierte, ging ein weiteres Paar vom Fleyenhof im Taunus an den Start. Die U25-Reiterin beendete den Finaltag der Serie für Nachwuchsreiter mit über 66 Prozent auf dem achten Rang und war trotz leichter Fehler in der S***-Prüfung hochzufrieden nach ihrem ersten Start bei diesem Wettbewerb. Die Goldene Schleife bekam Ann-Kathrin Lindner für ihren Ritt mit 75,5 Prozent vor Alexa Westendarp.

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