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Das Online-Teammeeting der Paderborn Dolphins zur Saison 2021 lockt 52 Teilnehmer an. Louis Waldmann von den Schwäbisch Hall Unicorns kommt als neuer Quarterback.

Irmscher setzt auf Eigenverantwortung

Paderborn  (WB/jm). 52 Footballspieler, darunter eine ganze Reihe potenzieller Neuzugänge, haben am offenen Online-Teammeeting der Paderborn Dolphins teilgenommen. In 90 kurzweiligen Minuten schwor Headcoach und Geschäftsführer Jason Irmscher die künftige Mannschaft auf die Regionalligasaison 2021 ein. „Wir wollen den Verein dort etablieren, wo er auch hingehört: in der GFL2“, erklärte Irmscher in seiner virtuellen Präsentation. Der Aufstieg solle in ein bis zwei Jahren gelingen; „natürlich am besten im nächsten Jahr, wenn wir unser 30. Jubiläum begehen.“

Die Männer mit dem Goldhelm: Die Paderborn Dolphins, hier wird Wide Receiver Alkaly Diané gejagt, schmieden Pläne. Foto: Jörg Manthey

Irmscher gab sich nicht als großer Freund übermäßiger Verhaltensregeln aus. „Meine Philosophie ist es, auf die Eigenverantwortung der Spieler zu setzen. Das sind alles junge Erwachsene. Ob wir unser ehrgeiziges Ziel durchsetzen können, hängt vor allem davon ab, welches Engagement sie an den Tag legen. Damit steht und fällt alles! Wenn nicht jeder bereit ist, jeden Tag 100 Prozent zu geben, wird es schwierig.“

An den nötigen Rahmenbedingungen für Erfolg werde es nicht mangeln, versprach Irmscher. „Unsere Coaches nutzen die Corona-Pause, um sich extrem gut auf die Offseason vorzubereiten.“ Es sei Training an fünf Tagen in der Woche möglich. „Zwei Feldeinheiten, dazu dreimal die Woche Krafttraining“, so Irmscher. Der müht sich darum, dass die Dolphins von Januar an einen eigenen Kraftraum zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus besteht weiter die Möglichkeit, unter Strength & Athletic-Coach Max Wils in der CrossFit-Box Paderborn die Physis zu stählen. Zudem soll ein prämierter Wettbewerb – getauft auf den sinnigen Namen „Homechallenge Covid-Style“ – motivieren, auch in der Pause eifrig zu trainieren, sei es im eigenen Wohnzimmer oder im Wald.

Jason Irmscher betont, dass alle Konzeptarbeit auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sei. Fleiß werde belohnt. „Es reicht nicht, mal in der GFL1 gespielt zu haben, um zur Startformation zu gehören. Eine Grundregel ist: Gutes Training, Fleiß wird honoriert.“ Mit Louis Weißmann von den Schwäbisch Hall Unicorns schließt sich ein junger Quarterback den Dolphins an. Er geht denselben Weg wie vor Jahresfrist sein früherer Teamkollege Benedikt Waag (Wide Receiver) und beginnt ein Studium in Paderborn. Auch würden noch einige externe Trainer dazustoßen.

Weiterhin besteht ein Interesse an der Verpflichtung der US-Boys Craig Coffman (Quarterback) und Zach Hunter (Linebacker), die eigentlich schon 2020 mit den Dolphins die Saison rocken wollten, im ersten Corona-Lockdown aber zurück in die Staaten flogen. „Das sind zwei gute Jungs, charakterlich top in Ordnung. Auch sie haben Interesse an einer Rückkehr. Bis Ende des Jahres wissen wir, wohin die Reise geht“, sagt Irmscher. Ein weiterer Vorteil: Dieses Duo würde keine lange Eingewöhnungszeit brauchen.

Finanziell sieht sich der Verein grundsätzlich ebenso auf einem guten Weg. „Wir gewinnen starke neue Partner dazu.“

Jason Irmscher möchte eine knackige Quarterback-Leibgarde ausbilden. „Wir brauchen eine richtig gute Offense Line. Aber solche Jungs fallen nicht vom Baum. Das ist eine aussterbende Rasse im Football.“ Die fünf schweren Blocker in der vordersten Front bestehen aus einem Center, zwei Guards und zwei Tackles. Richtmaß der O-Line-Kolosse: Größen von 1,80 Meter bis 1,95 Meter bei einem Kampfgewicht zwischen 120 Kilo und 140 Kilo.

Mit Outside-Linebacker Alexander Sobotta wird ein Spieler dem Klub den Rücken kehren. Er nimmt eine neue berufliche Herausforderung in Neuss an. Und den jungen Quarterback Finn Traphan könnte es 2021 ebenfalls in die Ferne verschlagen, der möchte eine Laufbahn bei der Polizei einschlagen.

Das Jahresmotto der Dolphins lautet: „Bring back pride to black and gold – lasst uns den Stolz zu Schwarz und Gold zurückbringen.“ Jason Irmscher wünscht sich, dass die Spieler „schwarz und gold bluten. Wir wollen ein professionelles Programm aufbauen. Dafür brauchen wir Jungs, die ihre eigenen Bedürfnisse nicht über die des Vereins stellen. Diese Botschaft ist wohl angekommen. Das Echo, das ich hinterher bekommen habe, war jedenfalls sehr gut.“

Die kommende Regionalligasaison verspricht jedenfalls spannend zu werden. Die Troisdorf Jets streben den sofortigen Wiederaufstieg an. Auch die benachbarten Bielefeld Bulldogs, die im nächsten Jahr ihren 35. Geburtstag feiern, wollen diesen Anlass sportlich gebührend veredeln.

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