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Virtuelle Laufserie über sieben Kontinente: Heute beginnt die Anmeldephase der zweiten Auflage des 7CRuns

Motivation und gute Laune

Paderborn.

Nach dem 7CRun ist vor dem 7CRun: Die zweite Auflage der Charity-Laufserie (www.7crun.com), diesmal noch professioneller eingestilt, steht bereits in den Startlöchern. Heute beginnt die Anmeldephase.

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„Team-Geist“ – das jüngste Team beim 7CRun. Die größten Mannschaften beim 7CRun haben inzwischen bis zu 150 Mitglieder. Foto: Braun Vision

Geschwindigkeit spielt bei diesem virtuellen Erlebnislauf über sieben Kontinente eigentlich keine Rolle. Gleichwohl haben Initiator Jan Braun und sein Team eine weitere Wettbewerbsform ausbaldowert, die fortan auch Topleute zum Mitmachen ansprechen soll, wie Braun im Interview mit WV-Sportredakteur Jörg Manthey verrät. Ein 7CRun-Rück- plus Ausblick:

Der erste 7CRun ist Vergangenheit, ihr Baby ist ganz schön gewachsen. Sind Sie mit dem Verlauf der Serie zufrieden?

Jan Braun: Absolut. Ganz besonders über den 42-Prozent-Zuwachs bei den Teilnahmen zur Antarktis-Serie im Dezember bei Wind und Schnee. Mehr als 100.000 Kilometer wurden bei eisigen Temperaturen von unseren Teams und den Einzelstartern absolviert. Am meisten positiv überrascht hat uns der große Erfolg in unseren zehn Sportdisziplinen. Von Laufen über Walken, Wandern, Rennradfahren und so weiter haben wir mehr als 670.000 Gesamtkilometer und mehr als 57.000 Teilnahmen verzeichnet. Das motiviert uns, in 2021 diesen Erfolg weiter auszubauen.

Sie wollten mit diesem Lauferlebnis nicht nur den Läufern, sondern auch dem Planeten Erde Gutes tun. Sehr sorgfältig haben Sie die Spendenprojekte ausgesucht. Stellt Sie das Aufkommen der freiwilligen Spenden zufrieden, oder hätten Sie sich eine stattlichere Summe gewünscht?

Braun: Das Spendenaufkommen für unsere Hilfsprojekte war während der ersten zwei Sportserien für Afrika und Europa sehr gut und hat dann leider nachgelassen. Was damit zu erklären ist, dass viele Teilnehmer schon mehrfach gespendet hatten. Wir haben aber gemerkt, dass bei Sonderspendenprojekten wie dem Paderborner Kultur-Soli eine große regionale Spendenbereitschaft herrscht. Besonders deutlich wurde dies beim Europalauf. Für den ambulanten Kinderhospizdienst Paderborn-Höxter kam in neun Tagen eine Spendensumme von 1200 Euro zusammen. Mit der Neven-Subotic-Stiftung haben wir einen vertrauensvollen Partner gefunden, den wir bereits in 2020 mit einer Spende in Höhe von 2400 Euro unterstützt haben. Unser Ziel in diesem Jahr ist der Bau eines eigenen 7CRun-Brunnens für 10.000 Euro in Äthiopien.

Die sieben Kontinent-Läufe haben ihre eigenen Geschichten geschrieben, teils gar Helden geboren. Welche Anekdoten sind Ihnen rückblickend im Gedächtnis haften geblieben?

Braun: Da gibt es einige unglaubliche Geschichten. Als erstes fällt mir Tanja Braun aus Heidelberg ein, die bis zur Südamerika-Etappe jeweils sieben Marathons pro Serie gelaufen ist. Oder Wolfgang van Straten vom Team Blue Planet aus Potsdam. Der Mann ist 68 Jahre alt und lief während Europa sogar 450 Kilometer binnen neun Tagen. Das sind bewundernswerte 50 Kilometer täglich. Oder unsere Sportfreunde aus Österreich vom Team Freunde des Laufsports Austria, die es in Asien von Null auf Platz drei in der Team-Gesamtwertung gebracht haben. Oder der große Erfolg unserer Trailrunning-Serie, die inzwischen 1141 Teilnehmer stark ist und bis zum 31. März täglich motiviert, ordentlich Höhenmeter zu sammeln. Nicht zuletzt freut es mich sehr, zu sehen, dass wir viele Menschen zum Sporttreiben und Laufen motivieren konnten. Viele von ihnen zählen inzwischen zu unseren treuesten und motiviertesten Teilnehmern, die sich Monat zu Monat deutlich verbessern. Auf unserem Instagram-Account und in unserer Facebook-Community gibt es täglich viele begeisterte Beiträge.

Sie selbst haben auch fleißig Kilometer gesammelt, sogar nachts, und das Trailrunning lieben gelernt. Entsprechend topfit sehen sie aus. 

Braun: Ich muss gestehen, ich bin dem Trailrunning verfallen, ganz im sportlichen Sinne. Seit dem 15. November 2020 bin ich 10.100 Höhenmeter und mehr als 500 Kilometer im Gelände und im Wald gelaufen. Resultat: So fit wie heute war ich noch nie. Für mich und mein Teammitglied von 7CRun, Nikolaj Dorka aus Kassel ist unsere eigene Sportserie Motivation pur. Wir beide haben das Braun Vision Trail-Team gegründet. Das motiviert doppelt, mit den großen Teams in der Serie mithalten zu können. Wir beide waren noch nie so fit wie jetzt. Das belegen die Leistungswerte unserer ganz aktuellen Leistungsdiagnostik eindrucksvoll.

Was hat Sie angetrieben? Gab es Momente, in denen Sie sich selbst überwinden mussten? 

Braun: Ja, im vorigen Sommer, als ich verletzungsbedingt zwei Kontinente nicht mitlaufen konnte und dafür auf das Rennrad umgesattelt bin. Um in unserem Projekt 10.000 plus mit Tanja Braun und Maria Henneken weiter voranzukommen, habe ich in neun Tagen bis zu 700 Kilometer auf dem Sattel verbracht. Da ich flache Strecken und Wind nicht mag, war ich täglich bergig mit bis zu 700 Höhenmetern unterwegs. Das hat mich an meine persönlichen Leistungsgrenzen gebracht. Meine jetzige Fitness resultiert zum Glück aus dieser Grenzerfahrung aus den Sommermonaten.

Hatten Sie ein persönliches Aha-Erlebnis?  

Braun: Ja, meine und unsere unglaubliche Freude, als wir vor wenigen Tagen die Ergebnisse unserer siebten Serie für die Antarktis ausgewertet haben. Der sensationelle Zuwachs im Dezember von 42 Prozent bei den Teilnahmen und mehr als 100.000 gesammelten Kilometern (21 Prozent Zuwachs) hat uns mehr als überrascht. Da war für mich klar, dass wir mit der 7CRun-Sportserie etwas Nachhaltiges aufgebaut – und noch wichtiger – uns und unseren Teilnehmern eine feste Basis für die Zukunft geschaffen haben. So sind wir inzwischen eine große Motivations- und Sportplattform, die perfekt auch mit realen Lauf- und Sportveranstaltungen harmoniert.

Wo haben Sie noch Verbesserungspotenzial ausgemacht?

Braun: Bei dem Eintragen der Ergebnisse. Wir haben uns entschieden, vom 30. Januar an optional für unsere Teilnehmer auch Strava als Ergebnislieferant zu integrieren. Dies macht das Hochladen und unseren Ergebnisdienst noch schneller und genauer. Die wichtigste Neuerung wird aber sein, dass wir zusätzlich zu unseren Kilometern vor zeitbasierter und breitensportmotivierender Auswertung eine neue Lauf-Competition-Serie einführen werden. Die ermöglicht uns, zusätzlich sehr attraktiv für alle leistungsorientierten Läufer zu werden. Insbesondere, da bis auf weiteres alle Wettkämpfe ausfallen. Unser Teilnehmer-Potenzial erhöht sich damit um etwa 40 Prozent. Für unsere älteren Teilnehmer bieten wir zudem einen Schritte-Ergebnisdienst an, da wir gerade aus dieser Zielgruppe immer wieder Anfragen erhalten haben.

Sie hatten zusammen mit Tanja Braun und Claudia Maria Henneken eine ehrgeizige Challenge, das besagte Projekt 10.000 plus. Als Trio 10.000 Kilometer in sieben Laufserien zu schaffen. Hat‘s geklappt?  

Braun: Leider haben wir im November unsere Aktivitäten einstellen müssen, nachdem jeder aus unserem Team aus gesundheitlichen Gründen temporär kürzertreten musste. Gemeinsam haben wir uns aber schon entschlossen, eine etwaige Neuauflage über zwölf Monate in diesem Jahr durchzuführen.

Sie haben konkrete Pläne: Es wird definitiv eine zweite Auflage des 7CRuns geben. Auftakt ist Ende Januar. Und die Strukturen sollen noch professioneller, aus der Veranstaltungs-GbR eine GmbH werden. Was wird sich darüber hinaus ändern?

Braun: Wie erwähnt die neue Lauf-Competition-Serie mit Strava-Anbindung sowie einen speziellen 7CRun-Club für unsere besonders interessierten Teilnehmer, der mit speziellen Angeboten, Vergünstigungen und Trainingsplänen unseres Trainers Nikolaj Dorka aufwartet. Für unsere zwölf Sportserien in diesem Jahr sind wir derzeit gezielt auf Sponsorensuche, um unsere Spendenprojekte noch umfangreicher ausgestalten zu können.

In Corona-Zeiten sind virtuelle Solo-Läufe sicher begehrt, doch was ist, wenn der deutsche Laufkalender wieder prall gefüllt ist? Wagen Sie doch mal einen Blick nach vorne. Wie wird sich der 7CRun entwickeln? 

Braun: Die Erfahrungen aus dem Oster-Solo-Lauf, den ich im April 2020 als Marketingleiter des Paderborner Osterlaufs entwickelt habe, decken sich mit den Auswertungen unseres 7CRuns. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer wollen aus verschiedensten Gründen nicht an realen Lauf-events vor Ort teilnehmen. Gleichwohl aber Teil dieser sein und Urkunden, Medaillen und Shirts für ihre erbrachte Leistung bekommen. Genau dies bieten wir vom 7CRun in hoher Qualität und Kreativität an. Das bedeutet, dass unser Teilnehmer-Potenzial auch nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie stetig wachsen wird. Die Läufe des 7CRuns sind bundesweit und international auf Motivation, Teamspirit und Belohnung ausgelegt. Ich bin sicher, dass wir in 2021 und darüber hinaus stark wachsende Teilnehmerzahlen verzeichnen.

Welche Lektion hat der 7CRun Sie gelehrt?

Braun: Bewegung ist alles. Sie macht gute Laune, bringt Fitness und Gesundheit und positive Energie. Was will man mehr, insbesondere in der jetzigen Zeit!

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