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Paderborn Dolphins vor dem Aufstieg in die GFL 1

Paderborn

Es ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Gewinnen die Paderborn Dolphins am Sonntag (15 Uhr, Hermann-Löns-Stadion) auch das Play-off-Rückspiel gegen die Düsseldorf Panther, darf hinterher die spontane GFL 1-Aufstiegssause zelebriert werden. „Geplant ist noch nichts“, beteuert Headcoach Jason Irmscher. 

Für Quarterback Finn Traphan schließt sich ein Kreis. Er führte die Paderborner Offense im ersten und jetzt auch im letzten Saisonspiel an. Foto: Jörg Manthey

Nach dem 13:7-Hinspielsieg dürfte sich der Gastgeber sogar eine knappe Niederlage leisten, doch dazu soll es gar nicht erst kommen.  Denn alle Indizien sprechen für die Dolphins. „Wir wollen Dominanz zeigen und voll konzentriert zu Abschlüssen kommen“, betont Irmscher. Im Idealfall sogar richtig flott, so der Plan, um den erwarteten Widerstand des GFL1-Schlusslichts zu brechen. „Je höher die Führung, umso mehr nehmen wir die Brisanz raus.“

Am Montag schoben die Dolphins letztmalig ein gut besuchtes Sondertraining ein. „Wir hatten zwei Wochen Zeit, uns was zu überlegen, DJ Anderson und seine Panther genauso. Die werden vor allem offensiv aufgerüstet haben und versuchen, unsere Defense mit Änderungen zu überraschen“, erwartet Irmscher. Der kalkuliert etwa mit einem U19-Quarterback vom Junior Bowl-Champion, damit Düsseldorf seine beiden verbliebenen Amerikaner im Angriff einsetzen kann. „Wir sind auf alle möglichen Szenarien vorbereitet.“

Auch Paderborns Offense Coordinator Nils Müller hat Neues ausbaldowert, um Überraschungsmomente zu kreieren. „Ich denke, wir haben aus dem Hinspiel die richtigen Schlüsse gezogen und Mittel gefunden, noch mehr aus uns herauszukitzeln. Ich habe keine Bauchschmerzen.“ Quarterback-Youngster Finn Traphan genießt wiederum das Vertrauen. Traphan habe in Düsseldorf in der ersten Hälfte „einen super Job“ gemacht, so Müller. Der glatte Ball ließ später keine sicheren Würfe mehr zu, weshalb sich die Dolphins wieder mehr auf ihr dominantes Laufspiel verließen.

Traphan genießt das Vertrauen

Das soll Sonntag möglichst anders sein. Müller möchte „Eindimensionalität“ vermeiden und den Runningbacks Chris Elliott und Darrell Lynn Tate II nicht die ganze Verantwortung auflasten. „Wir brauchen eine Balance zwischen Pass- und Laufspiel. Denn wenn sich ein Gegner auf unsere Rushing Offense eingestellt hat, bekommen wir Probleme.“

Die Nachanalyse und Statistik habe gezeigt, dass die Ballbewegung der Dolphins im Angriff absolut passt. „Wir fahren lange Angriffe und machen entsprechend viele Yards. 90 Yards funktioniert auch alles. Aber wenn wir vor der Endzone des Gegner stehen, versäumen wir es, uns für die Arbeit zu belohnen. Aufwand und Ertrag stimmen da nicht“, erklärt Irmscher das rätselhafte Missverhältnis mit „Unkonzentriertheiten. Hier eine falsche Passroute, da ein halbherziger Block. Das sind Nervositätsfehler. Dazu kommen noch Pech und dumme Flaggen.“ Das gilt es Sonntag abzustellen.

Anschließend einen Monat Pause

Die Vorhersagen lassen besseres Wetter erwarten, anders als im verregneten Hinspiel vor zwei Wochen. „Das war eine Rutschpartie in Düsseldorf. Uns hat die Standhaftigkeit beim Kontakt gefehlt. Es ist davon auszugehen, dass Sonntag das Tempo höher ist und die Partie physischer wird“, mutmaßt Irmscher. „Und die GFL1-Saison hat gezeigt: Wenn‘s schnell wird, hat Düsseldorf Probleme, sich anzupassen.“

Nils Müller bricht das finale Match auf eine einfache Formel herunter. „Kein Team ist körperlich komplett überlegen. Football ist ein Kampfsport, das muss man wollen. Welches Team Sonntag mehr will, wird gewinnen.“ Und sollten hinterher die Sektkorken knappen, „dann haben wir etwas vollbracht, was in Football-Deutschland nicht so oft vorkommt“.

Klar ist: Nach diesem Finale bekommt die Mannschaft erstmal einen Monat Pause.

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