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Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier blickt auf die Bundesliga-Zeit mit dem TTV zurück

»Räumen den Platz erhobenen Hauptes«

Hövelhof (WB). Nach acht Jahren Bundesliga-Tischtennis zieht der TTV Hövelhof seine Damenmannschaft aus der 1. Liga zurück. WB-Mitarbeiter Ingo Tschiersch sprach mit dem Macher aus der Sennegemeinde, Klaus-Dieter Borgmeier (65), über die erfolgreichen Jahre und die Zukunft des Tischtennissports in Hövelhof.

Klaus-Dieter Borgmeier, Teamchef des TTV Hövelhof, hält im Rahmen des letzten Bundesliga-Heimspiels eine Abschiedsrede. Im Hintergrund hören die Spielerinnen Svetlana Ganina, Aimei Wang, Yvonne Kaiser, Yuko Imamura und Jing Tian-Zörner (von links) zu. Foto: AK

Herr Borgmeier, die letzte Partie Ihrer Damen in Böblingen ist gespielt. Wie ist Ihr Empfinden, nachdem nun eine erfolgreiche Ära zu Ende geht?

Klaus-Dieter Borgmeier: Die vielen Jahre in Regionalliga, 2. Bundesliga und 1. Bundesliga waren eine tolle Erfahrung und haben viel Spaß gemacht. Ich habe Wert darauf gelegt, dass auch das Umfeld und die Finanzen langsam mitwachsen und daher hat es 15 Jahre gedauert, bis wir dort stehen, wo wir nun sind. Aber die Zeit hat auch viel Kraft gekostet. Ich schaffe es nun gesundheitlich nicht mehr und bin froh, dass ich im Jahr 25 Termine weniger habe und es im Kalender nicht mehr so viele Überschneidungen gibt. Die Gesundheit hat letztlich den Ausschlag gegeben, künftig kürzerzutreten.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Mannschaft im zweiten und gleichzeitig letzten Jahr in der 1. Liga?

Borgmeier: Ich bin mit dem Abschneiden sehr zufrieden. Platz fünf ist super und die Zähler, die uns zu einem ausgeglichenen Punktekonto fehlen, haben wir durch die gesundheitsbedingten Ausfälle von Svetlana Ganina und Yvonne Kaiser nicht geholt. Trotz des negativen Punktekontos haben wir uns spielerisch deutlich verbessert. Wenn man bedenkt, dass so starke Teams wie Bad Driburg und Essen am Ende der Tabelle stehen, können wir stolz auf das Erreichte sein. Zumal sich meine Damen bis zum Ende voll ins Zeug gelegt haben und nicht, nachdem der Rückzug feststand, nur mit halber Kraft gespielt oder gar, wie anderswo, einen Gelben Schein eingereicht haben. Svetlana Ganina und Aimei Wang haben im oberen Paarkreuz überzeugt und Yuko Imamura hat nach schwierigem Start in Hövelhof in den vergangenen Wochen zu ihrer Form gefunden. Die Reaktionen meiner Spielerinnen und auch der anderen Vereine zeigen, dass wir vieles richtig gemacht haben.

Apropos andere Vereine. Wie ist der Rückzug in der Liga aufgenommen worden?

Borgmeier: Auch unsere Konkurrenten bedauern unseren Rückzug und meine fünf Damen wären gerne bei uns geblieben. Leider haben wir nie die Zuschauerresonanz erfahren, die unsere Leistungen verdient gehabt hätten. Dennoch räumen wir unseren Platz im Oberhaus erhobenen Hauptes.

Mit wem haben Sie besonders gerne zusammengearbeitet?

Borgmeier: Ich hatte das Glück, dass sich alle Spielerinnen in Hövelhof sehr professionell präsentiert haben. Da denke ich besonders an Elena Shapovalova und Tetyana Tkachova. Die beiden Ukrainerinnen waren von Beginn an dabei und haben uns mit ihren starken und zuverlässigen Leistungen den Weg in die Bundesliga geebnet. Auch die Zusammenarbeit mit Aimei Wang war sehr angenehm. Nicht vergessen darf man hier unseren langjährigen Trainer Martin Mewes.

Und wer war aus dem Umfeld besonders wichtig?

Borgmeier: In unserem kleinen Helferteam im Verein, das lediglich vier oder fünf Personen umfasst, waren vor allem Ulla und Uli Franke bei Heim- und Auswärtsspielen immer an meiner Seite. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Hauptsponsor Klaus Hedenkamp hat es überhaupt erst möglich gemacht, dass wir professionelles Tischtennis in Hövelhof spielen konnten.

Wie geht es beim TTV weiter und wird man wieder an die Tür zur 1. Liga anklopfen?

Borgmeier: Man sollte niemals nie sagen, aber wenn Sie mich heute fragen, so schließe ich es zu 100 Prozent aus, dass wir wieder auf Bundesebene spielen werden. In der kommenden Serie tritt unsere erste Damenmannschaft mit einem Durchschnittsalter von knapp 14 Jahren in der Verbandsliga an. Das Training mit den Mädels macht eine Menge Spaß. Ich betreue nun lieber den Nachwuchs vor Ort als quer durch Deutschland zu fahren. Aber Sie können mir glauben, dass es einfacher ist, eine Bundesligamannschaft zu betreuen als eine Mannschaft mit 14-jährigen Mädchen.

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