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Schwimmen, Radfahren, Laufen: Salzkottener Elmar Sprink lässt es sich im Trainingslager auf Lanzarote gutgehen

Rückflug gar nicht erst gebucht

Paderborn

Elmar Sprink hat aus dem Corona-Elend eine Tugend gemacht und Deutschland unlängst für eine Weile den Rücken gekehrt. Auf der Kanareninsel Lanzarote sind die Temperaturen deutlich angenehmer: 24 Grad, Sonne.

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Malerisches Eiland: Elmar Sprink trainiert mal wieder auf Lanzarote – Schwimmen, Radfahren, Laufen – gönnt sich aber auch einen Ruhetag pro Woche. Foto: privat

Der 49-jährige Ausdauersportler aus Salzkotten, der als fittester herztransplantierter Mensch der Welt gilt und zweimal im Jahr Geburtstag feiert, hat in Costa Teguise im Osten der Insel Quartier bezogen.

Lanzarote, das ist für ihn seit Jahren Herzenssache. Einen Rückflug hat Sprink noch nicht gebucht. Vielleicht will er Ende Februar zurückkommen, überlegt er. Bei seiner Ankunft herrschte in Sachen Corona noch Level 2, inzwischen gilt Stufe 4. Heißt: „Du darfst dich nur noch mit einer Person treffen, im Restaurant nur noch draußen sitzen. Aber um 18 Uhr ist Schicht.“ War es Radfahrern bislang möglich, im Pulk über den Asphalt zu düsen, so gilt jetzt: zwei Meter Abstand! „Wenn du zu zweit zu dicht neben- einander fährst, kostet dich das 600 Euro. Die greifen hier knallhart durch.“ Es herrscht durchweg Maskenpflicht – außer beim Sport.

Elmar Sprink ist in der „Szene“ eine bekannte Größe. Seit bald neun Jahren ist er mit einem Spenderherz unterwegs und genießt seine zweite Chance bewusst. Durchaus gefreut hat er sich über eine Einladung für den Hamburg-Ironman, der am 6. Juni stattfinden soll. „Schaun mer mal“, sagt er etwas skeptisch, ist aber froh über die gebotene Perspektive. „Endlich ein lohnenswertes Ziel. Ein Ziel zu haben, ist wichtig für jeden Sportler.“ Natürlich füllt der Triathlet die Zeit auf Lanzarote mit Training. An sechs Tagen, insgesamt etwa 16 Stunden lang, ist er auf dem Rad (280 km), laufend (50 km entlang der Strandpromenade) oder im Wasser (6 km) unterwegs; im Meer oder im Becken. „Schwimmen ist nicht unbedingt meine Lieblingsdisziplin. Aber es ist einfach mega-gut hier“, schwärmt Sprink mit Verweis auf einen beheizten 50-Meter-Pool. Dazu kommen zwei Stunden Stabilisationsübungen per Zoom.

Der Salzkottener („Die Tage hier sind deutlich länger“) macht es sich zu gerne draußen gemütlich und liest. Aktueller Schmöker: „Achtsam morden. Originell. Ein gutes Buch, um Achtsamkeit zu üben.“ Manches triggert bei ihm an und macht ihn nachdenklich. „Ich nutze die Zeit hier, um mir über ein paar Dinge in meinem Leben Gedanken zu machen.“

Der nächste Schmöker liegt schon bereit: Barrack Obamas „Ein verheißenes Land“ – und zwar auf Englisch. An Arbeit mangelt es ebenfalls nicht. Für eine große Firma bereitet er einen Online-Vortrag vor. Immer wieder schaut auch Besuch aus der Heimat vorbei. Sonntag mit einem wichtigen Mitbringsel: einer Polar-Uhr. „Meine ist kaputtgegangen. Die ist ein wichtiges Tool für mich, um meine Herzfrequenz zu messen. Die Uhr lasse ich auch im Schlaf um.“

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