1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Stefan Fechting: »Die Zeit war der Hammer«

  8. >

Ehemaliger Spieler und Trainer der Untouchables Paderborn blickt zurück

Stefan Fechting: »Die Zeit war der Hammer«

Paderborn (WB). Die Untouchables Paderborn sind eng mit seinem Namen verbunden. Stefan Fechtig war von 1998 bis 2007 Spieler und von 2008 bis zu seiner Freistellung vor vier Wochen Headcoach der U’s. Mit dem Baseball-Urgestein, das auf den Spitznamen »Red« hört, sprach Redakteur Matthias Wippermann.

Stefan Fechtig war jeweils neun Jahre Spieler und Trainer der Untouchables Paderborn. Nach seiner Freistellung vor einem Monat spricht der 43-Jährige über seine Zeit bei dem Baseball-Bundesligisten und blickt auch in die Zukunft. Dabei hinterlässt Fechtig einen aufgeräumten Eindruck. Foto: Besim Mazhiqi

Herr Fechtig, wie haben Sie inzwischen Ihre Freistellung als Trainer verarbeitet?

Stefan Fechtig: Im Paderborner Sport gab es in der Vergangenheit ja einige Trainerwechsel. Jetzt musste auch ich das subjektiv wahrnehmen. Wir sind halt nur Trainer und keine Beamte. Ich bin den Untouchables dankbar, dass ich dieses Amt neun Jahre ausüben konnte. Die Zeit war der Hammer. Wer kann schon behaupten, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat? Ich durfte das sehr lange bei den Untouchables – als Spieler und als Trainer.

Der Trainerwechsel kam eine Woche vor Saisonbeginn sehr überraschend. Auch für Sie, oder hatte sich im Vorfeld schon etwas in diese Richtung angedeutet?

Fechtig: Das, was intern passiert, bleibt auch intern. Da schmeißt man sich auch schon mal Dinge an den Kopf. Das gehört dazu, hielt sich bei uns aber immer in Grenzen. Natürlich musste ich mich auch immer mal erklären. Mit dem Gedanken, dass schnell Schluss sein kann, lebt ein Trainer ja sowieso. Jeder Coach, der sich nicht damit befasst, hat den falschen Job.

Welches war Ihr schönster Moment als Trainer und welche Ihre schwierigste Situation?

Fechtig: Den einen besonders schönen Moment möchte ich da gar nicht hervorheben. Zum Glück gab es da einige. Vielmehr war es das große Ganze, die Zusammenarbeit mit dem Team. Man durchlebt Höhen und Tiefen. Da sind viele Emotionen im Spiel und es werden Endorphine frei. Schwierig war es, wenn personelle Entscheidungen zu treffen waren – wenn man beispielsweise jungen Spielern erklären muss, dass sie nicht zum Einsatz kommen. Oder wenn man einen Amerikaner wieder nach Hause schickt. Da lässt man einen Traum platzen.

Mit welchen Trainern oder Spielern haben Sie gerne zusammen gearbeitet und hat Sie jemand besonders geprägt?

Fechtig: Letzteres gilt natürlich für Martin Helmig, der von 1999 bis 2008 Trainer in Paderborn war. Wenn ich ihn als Mentor bezeichne, ist das fast schon untertrieben. Bei den Spielern sind das Weggefährten wie Octavio Medina und Jendrick Speer. Ich bin ja quasi der große Bruder von Jendrick und habe in früher zur Schule gefahren. Wir sind echte Baseball-Buddies

Jetzt ist ausgerechnet Speer Ihr Nachfolger. Ist das die Ironie des Schicksals?

Fechtig: So ist das im Sport, ich war ja auch Nachfolger von Martin Helmig. Ich bin Jendrick nicht böse, im Gegenteil. Ich wünsche ihm und dem Team alles Gute.

Werden Sie dem Baseball verbunden bleiben und eventuell sogar bald einen anderen Verein trainieren?

Fechtig: Meine Frau Kristin spielt Softball bei den Untouchables. Ich saß schon wenige Tage nach meiner Freistellung bei einem ihrer Spiele auf der Tribüne. Jetzt kann sie auch öfter trainieren, während ich auf unseren Sohn aufpasse. Sollte ich eine Offerte eines Vereins erhalten, würde ich sie wohl nicht annehmen, da ich mir keinen Ortswechsel vorstellen kann.

Wie sehen dann Ihre Zukunftsplanungen aus?

Fechtig: Ich bleibe Angestellter im Analyse- und Trainingszentrum in Schloß Neuhaus. Weiterentwickeln möchte ich mich als Personal Trainer, das liegt mir.

Startseite