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TuS Sennelager: Beschuldigter Heras durfte spielen – Tabellenführer Aachen kommt

Volle Konzentration auf das Topspiel

Sennelager (WB/AK). Die dritte Spielwoche der 2. Tennis-Bundesliga Nord der Herren bringt dem TuS Sennelager die beiden Saisonhöhepunkte: am Freitag die Heimpartie gegen Erstliga-Absteiger TK BW Aachen und am Sonntag das OWL-Derby beim Bielefelder TTC.

Höhenflug: Nach zuletzt zwei Siegen finden sich (von links) Dragos Dima, David Pel, Roberto Ortega-Olmedo und Trainer Marius Kur mit Aufsteiger TuS Sennelager auf Tabellenplatz zwei der Nordgruppe der 2. Tennis-Bundesliga wieder. Freitag (Spielbeginn 13 Uhr) gibt Spitzenreiter und Erstliga-Absteiger TK BW Aachen seine Visitenkarte in Sennelager ab. Foto: Agentur Klick

Beide Aufgaben kann Team Hämmerling mit einer guten Nachricht im Falle des erstmals in der laufenden Spielzeit beim 6:3 in Versmold eingesetzten Argentiniers Patricio Heras angehen. Am Tag des Versmold-Spiels (27. Juli) hatte die ermittelnde Tennis-Integrity-Unit (UTI) in London Heras der Spielergebnis-Manipulation bei einem Turnier 2015 in Kolumbien und darüber hinaus auch des Nichtmeldens von weiteren Kontaktaufnahmen durch Personen mit Korruptionsabsichten für schuldig gesprochen (wir berichteten). Auf Anfrage dieser Zeitung stellte ein Sprecher der UTI gestern klar, dass Heras vom Zeitpunkt der UTI-Meldung an bis zur Entscheidung über eine Strafe (Datum der Entscheidungsfindung noch offen) zunächst von der Teilnahme an »allen professionellen Tennisturnieren« ausgeschlossen worden ist. Der Sprecher betonte, dass dieser Ausschluss die Begegnungen der deutschen 2. Bundesliga nicht einschließe und Heras unter diesen Umständen das Recht gehabt habe, am 27. Juli an der Begegnung in Versmold teilzunehmen. Den vom Deutschen Tennisbund (DTB) in einem Schreiben vom vergangenen Dienstag an den TuS Sennelager zunächst erklärten Ausschluss Heras’ von der 2. Bundesliga zog der DTB gestern Nachmittag in einem zweiten Schreiben an den TuS unter Hinweis auf die noch ausstehende Strafentscheidung wieder zurück.

DTB zieht Heras-Ausschluss von der 2. Bundesliga wieder zurück

Dass der Wirbel um Heras die Mannschaft bei den anstehenden Aufgaben beeinträchtigt, glauben Teammanager Marc Renner und Trainer Marius Kur nicht. »In Versmold war der Schock groß«, räumt Renner ein. »Vor dem Spiel in Berlin ist das ganz klar ein Thema gewesen. Wir haben Heras umgehend aus dem Kader verbannt, uns von ihm distanziert und zudem sehr offen mit den Spielern gesprochen«, ergänzt Kur. Geholfen, die Köpfe wieder frei zu bekommen, habe die intensive Begegnung in der Bundeshauptstadt mit dem am Ende dramatisch zustande gekommenen Erfolg, der für den Zusammenhalt im Team sehr förderlich gewesen sei. Allerdings beeinflusse der Fall Heras die weiteren Einsatzplanungen, »weil wir mit dem Spieler gerechnet haben, aber nun von uns aus auf seinen Einsatz verzichten«, so Kur weiter.

Die Heimpartie gegen Meisterschaftsfavorit Aachen (heute, 13 Uhr) ist vom Tabellenbild her die Topbegegnung des Spieltages. Spitzenreiter Aachen (8:0) ist bei seinem erklärten Vorhaben, den direkten Wiederaufstieg zu realisieren, voll im Soll. Das gilt jedoch auch für Sennelager (6:2), das nach zuletzt zwei Siegen in Serie den Ligaverbleib zwar noch nicht sicher hat, aber auf dem besten Weg ist, das Klassenziel zu erreichen.

Es wird sich zeigen, wie groß beim Ex-Erstligisten der Respekt vor dem Liga-Emporkömmling und auch vor der Tabellensituation ist: Im Falle einer Niederlage müsste Aachen den Platz an der Sonne räumen und Sennelager vorbeiziehen lassen. Die Paderborner Tennisfreunde dürfen sich demnach Hoffnungen machen, dass die Gäste erstmals ihr Spitzenpersonal, den Belgier Ruben Bemelmans (ATP-Weltrangliste Platz 132, beste Notierung ATP-84 in 2015) und den Argentinier Facuno Bagnis (ATP-149, ATP-55 in 2016), aufbieten.

Marc Renner

Trotz des Vorsprungs auf die Abstiegsplätze will sich der TuS keinesfalls auf dem Erreichten ausruhen und auch im Duell mit Aachen nach Kräften dagegen halten. »Wir werden eine gute Mannschaft aufbieten«, kündigt Renner an. Über die Rolle des Außenseiters komme Sennelager aber nicht hinaus. »Aachen ist die Übermannschaft«, zollt er dem Gegner großen Respekt, »unser zweiter Platz ist eine Momentaufnahme. Ein Spitzenspiel ist es aus unserer Sicht nicht«. Renner hofft aber auf viele Zuschauer: »Wir haben gezeigt, dass wir in die 2. Liga gehören, deren Differenz zur 1. Bundesliga eher gering ist, zumindest wenn man die Breite hinter den Topspielern betrachtet.«

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