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2. Basketball-Bundesliga: Uni Baskets treffen noch zu viele falsche Entscheidungen

Die Erfahrung fehlt

Paderborn (WB). Ein Sieg aus den ersten vier Spielen – den Start in die neue Zweitligasaison haben sich die Basketballer der Uni Baskets anders vorgestellt. Zwar hielten die Paderborner in allen Spielen – auch bei der jüngsten 82:87-Heimniederlage gegen Kirchheim – stets mit ihren Kontrahenten mit, spielten häufig ansehnlichen Basketball, doch speziell in den entscheidenden Phasen der Partien häuften sich falsche Entscheidungen. Ein Grund: die mangelnde ProA-Erfahrung.

Timo Schäfers

Baskets-Neuzugang und ProA-Neuling Ryan Logan (Mitte) im Duell mit dem ehemaligen Paderborner Till Pape (rechts). Foto: Oliver Schwabe

»Wir haben aktuell mit Martin Seiferth und Ivan Buntic nur zwei Spieler, die über viel Erfahrung in der zweiten Liga verfügen. Daniel Mixich ist momentan verletzt und auch ein älterer Spieler wie Demetrius Ward hat erst ein ProA-Jahr hinter sich«, weiß auch Baskets-Headcoach Steven Esterkamp, den diese Personallage allerdings alles andere als überrascht: »Das ist keine neue Situation in Paderborn. Erfahrene Spieler sind eben deutlich teurer. Das ist mit unserem Budget nicht machbar.« Nichtsdestotrotz ist Esterkamp von seinem Kader weiterhin überzeugt: »Das sind alles gute Jungs. Wir müssen nur über die gesamte Spielzeit hinweg fokussiert bleiben. Wir spielen immer mit hohem Einsatz, machen dann aber in den entscheidenden Momenten zu viele Fehler. Bei den jungen Spielern geht noch zu oft der Kopf runter, wenn wir in Rückstand geraten, aber auch das werden sie lernen.«

Baskets-Coach Steven Esterkamp

Dass die jungen Paderborner, um den besten Werfer der gesamten Liga, Kendale Mc Cullum (22,8 Punkte im Schnitt), über die nötige Qualität verfügen, um in der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu bestehen, unterstreicht auch die Statistik. So sind die Baskets die Mannschaft mit den zweitmeisten Assists der Liga, was immer ein Indiz für eine homogene Offensive darstellt. Zudem liegen die Ostwestfalen auch im Ranking der treffsichersten Teams aus der Nahdistanz auf Rang zwei. Und auch in der Defensive haben die Paderborner mit den drittmeisten Ballgewinnen der Liga schon Eindruck hinterlassen.

Doch die guten Zahlen bringen nichts, wenn die Uni Baskets diese nicht in Erfolge ummünzen können. Im ersten Spiel in Heidelberg war es Jackson Trapp (16,2 Punkte im Schnitt), der mit einem haarsträubenden Ballverlust die Niederlage besiegelte, gegen Hagen übertrieb es Ryan Logan (14,6 Punkte im Schnitt) gegen Spielende mit seinen zahlreichen No-Look-Pässen und auch der ansonsten überragende Mc Cullum traf zuletzt gegen Kirchheim in den letzten Sekunden eine falsche Entscheidung, die den möglichen Ausgleich verhinderte. »Es ist ganz normal, dass die Jungs Fehler machen. Daraus werden und müssen sie lernen«, sagt Esterkamp, der bei aller Kritik am eigenen Team nach der Niederlage gegen das Schlusslicht auch festhielt, dass »die Knights in der entscheidenden Phase sehr schwierige Würfe getroffen haben. Das darf man nicht vergessen, das haben sie in dem Moment auch richtig gut gemacht«.

Am Samstag in Tübingen

Damit es am kommenden Wochenende in Tübingen mit dem zweiten Saisonsieg klappt, sind die Baskets auch darauf angewiesen, dass neben dem starken Trio Mc Cullum, Trapp und Logan auch die Routiniers Martin Seiferth und Ivan Buntic zu ihrer Bestform finden. Während Seiferth seine Werte aus dem Vorjahr bislang in etwa wiederholen konnte, hat Buntic noch Probleme, in die Saison zu finden. Der Kapitän kam im Vorjahr auf 6,9 Punkte und 5,1 Rebounds pro Partie, von diesen Zahlen ist er aktuell noch entfernt (4,8 Punkte und 3,4 Rebounds).

Trotz des durchwachsenen Saisonstarts ist für die Paderborner im weiteren Saisonverlauf noch alles möglich. Der Rückstand auf den ersten Play-off-Rang beträgt lediglich einen Sieg, was einmal mehr unterstreicht, wie ausgeglichen die 2. Bundesliga auch in diesem Jahr wieder ist.

Allerdings hat es die nächste Aufgabe am Samstag in sich. Die Tigers aus Tübingen mussten sich in eigener Halle bislang noch nicht geschlagen geben und liegen mit vier Siegen aus sechs Partien auf einem guten sechsten Rang.

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