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Erstmals seit Februar 2015 gewinnen die Uni Baskets wieder gegen Kirchheim

Ein „normaler“ Sieg tut‘s auch

Paderborn

Nach den beiden erstaunlich eindeutigen Erfolgserlebnissen gegen Phoenix Hagen (105:75) und die Gladiators Trier (105:69) laufen die Uni Baskets am Samstagabend auch den zuvor viermal in Serie sieglosen Kirchheim Knights sogleich wieder davon.

Elmar Neumann

Baskets-Spielmacher Grant Benzinger behält gegen die Kirchheim Knights den Überblick und erzielt 24 Punkte. Foto: Elmar Neumann

Gut drei Minuten sind absolviert, da steht es 9:0. Der weitere Weg dieses ProA-Vergleichs scheint vorgezeichnet – er ist es aber keinesfalls. Nach 40 umkämpften Minuten müssen die Gastgeber froh sein, diese Partie überhaupt für sich entschieden zu haben. Am Ende heißt es nach dem letzten Heimspiel des Jahres 96:87 (45:42), doch das klingt klarer, als es war und Headcoach Steven Esterkamp zeigte sich ob des engen Spielverlaufs fast schon ein Stück erleichtert.

„Hagen und Trier – das war wirklich nicht normal. Normal ist es, wenn du mal mit zwei Punkten führst und mal mit vier Punkten zurückliegst. So wie heute gegen Kirchheim. Das war ein normales Spiel und ich bin stolz auf die Jungs, dass sie gegen sehr gute Kirchheimer gewonnen haben“, sagte der 39-Jährige nach einem Sieg, dessen Bedeutung sich nicht sofort jeder bewusst war. Doch es war für die Uni Baskets nicht nur der dritte in Serie, sondern abermals ein Serien-Brecher. „Seit ich hier als Geschäftsführer arbeite, haben wir jedes Spiel gegen Kirchheim verloren. Zum Glück ist es damit jetzt vorbei“, sagte Dominik Meyer. Erst im elften Anlauf hat‘s funktioniert: Exakt zehn Niederlagen in Folge lagen zwischen Meyers Einstieg im Jahr 2015 und diesem ersten Triumph über den Angstgegner aus dem Baden-Württembergischen.

Der Tatsache, dass der nicht deutlich, sondern dünn ausfiel, konnte Ivan Buntic eine Menge Positives abgewinnen. Der Kapitän war am 7. Februar 2015, beim bis Samstag letzten Sieg (83:76 in Kirchheim) über die Ritter, schon mit dabei, er dachte am 19. Dezember 2020 aber eher vor­aus: „Das war definitiv das, was man einen Arbeitssieg nennt. Es ist sehr wichtig für die Teamchemie und unser Selbstvertrauen, dass wir gesehen haben: Okay, wir können es auch knapp.“

Knapp wurde es, weil sich die Gastgeber über viele Phasen zu fehlerhaft zeigten und mit der aggressiven Herangehensweise der Gäste so ihre Schwierigkeiten hatten. Zwar wusste John Bryant, der Promi unter dem Paderborner Korb, erneut mit einem Double-double (16 Punkte, 14 Rebounds) zu überzeugen, aber die prominentesten Aktionen produzierten diesmal andere: Neben Topscorer Grant Benzinger (24 Punkte) lieferte Drew Cushingberry (19 Punkte, 8 Rebounds, 5 Assists) ein starkes Paket ab und dann war da erneut ein angstloses Ausnahmetalent namens Peter Hemschemeier: Der 17-Jährige setzte in der ersten Halbzeit mit fünf Punkten in Folge wichtige Akzente und der Youngster war es auch, der zu Beginn des finalen Viertels mit einem Vierpunkt-Spiel sowie anschließendem Assist auf Benzinger für einen äußerst wertvollen 6:0-Lauf zum 68:67 (32.) sorgte. „Da einige andere nicht so gut gespielt haben, hat Peter wieder seine Chance bekommen und das super gemacht – sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff“, sagte Esterkamp über seinen Shootingstar. Bis zum Trier-Spiel hatte Hemschemeier noch keinen einzigen ProA-Punkt auf seinem Konto, jetzt hat er zweimal in Folge 13 Zähler gesammelt.

Der nächste starke Auftritt: Wie gegen Trier erzielt Peter Hemschemeier auch gegen Kirchheim 13 Punkte. Foto: Elmar Neumann

So gut es bei ihm lief, so wenig wollte beispielsweise bei einem Daniel Mixich (0/6 aus dem Feld) funktionieren. Aber es gibt sie eben, die normalen Tage, an denen nicht bei allen alles klappen will. Das wissen die Uni Baskets spätestens seit diesem über lange Strecken sehr unangenehmen Samstagabend wieder und sie dürfen sich über die Gewissheit freuen, aktuell selbst an einem solchen Tag den Weg zum Erfolg zu finden. „So ein Sieg ist für die Entwicklung meines Teams sehr wertvoll“, stellte Esterkamp daher gerne fest.

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