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Drew Cushingberry überzeugt im Trikot der Uni Baskets und hat sich mit der schwierigen Situation arrangiert

„Eine verrückte Welt“

Paderborn

Im Zusammenhang mit der nun drei Spiele langen Siegesserie der Uni Baskets ist viel von „Big John“ Bryant, dem wiedererstarkten Grant Benzinger oder Youngster Peter Hemschemeier die Rede. Keinesfalls unterschlagen werden aber darf das, was Drew Hershel Cushingberry derzeit für den Tabellensechsten der ProA leistet.

Elmar Neumann

Drew Cushingberry hat zum Heimsieg der Uni Baskets über Kirchheim 19 Punkte beigesteuert. Foto: Elmar Neumann

„Drew hat in den vier Monaten, die er hier ist, eine sehr starke Entwicklung genommen, es aber vor allem in den vergangenen zwei, drei Wochen super gemacht“, sagt Headcoach Steven Esterkamp über seinen Pointguard. 14,3 Punkte sowie 7,3 Assists und 4,7 Rebounds im Schnitt hat der 24-Jährige zu den Erfolgen über Phoenix Hagen (105:75), die Gladiators Trier (105:69) und die Kirchheim Knights (96:87) beigetragen.

Gingen die ersten beiden Siege dieser Serie äußerst locker von der Hand, wurden die Uni Baskets von den Rittern am Samstagabend enorm gefordert und gerade unter diesen anspruchsvollen Bedingungen stellte Cushingberry seine Bedeutung eindrucksvoll unter Beweis. Nahezu fehlerfrei bei den Wurfversuchen aus dem Feld (7/9), sammelte der US-Boy insgesamt 19 Punkte und zeigte sich auch, als Nervenstärke gefragt war. 30 Sekunden vor dem Ende schnappte sich der athletische Aufbauspieler einen der wichtigsten Defensivrebounds der Partie, ließ sich foulen und versenkte die beiden Freiwürfe souverän zum 90:84. Zehn Sekunden später stand die Nummer 4 erneut an der Linie und verwandelte abermals sicher, um sich anschließend vornehmlich für das Team zu freuen: „Wir haben nicht immer die Art von Basketball gespielt, die wir wollten, aber wir haben uns noch rechtzeitig zusammengerissen. Wir haben jetzt ein paar Siege an unserem Gürtel und ich hoffe natürlich, dass wir diesen Lauf noch verlängern können.“

Am Mittwochabend (19.30 Uhr) in Leverkusen bietet sich die Gelegenheit, das Jahr mit einem vierten Sieg in Folge ausklingen zu lassen, ehe vor dem nächsten Spiel, am Sonntag, 3. Januar, gegen Heidelberg, zehn Tage Pause anstehen. Eine kurze Auszeit, auf sich auch der junge Mann aus Romeo, einem ganz kleinen Örtchen in der Nähe von Detroit, aus dem übrigens auch der Musiker Kid Rock stammt, freut: „Wir haben nur wenig Zeit zwischen den Spielen. Da tun ein paar Tage, die wir zur Erholung nutzen können, sehr gut. Ich habe das Glück, dass meine Freundin Alice gerade zu Besuch ist und genieße natürlich jeden Tag mit ihr.“

Unter normalen Umständen wäre das Paar sehr daran interessiert, Paderborn, Ostwestfalen, Deutschland und Europa näher zu erkunden, aber die unter den Importspielern beliebten Städtetrips sind mit der Pandemie und dem Leben in der Basketball-Blase nicht zu vereinbaren. Mittlerweile hat sich Drew Cushingberry mit diesen Einschränkungen jedoch halbwegs arrangiert: „Es ist eben eine verrückte Welt, in der wir leben. Wir können in unserer Freizeit nicht viel machen, uns dafür aber voll auf Basketball konzentrieren, versuchen, uns jeden Tag zu verbessern und das hat auch etwas Gutes, wie unsere Entwicklung in den vergangenen Wochen zeigt.“

Das stimmt: Mit fünf Siegen aus neun Spielen haben sich die Uni Baskets auf Rang sechs vorgearbeitet und stehen wieder genau da, wo sie zu finden waren, als die Vorsaison im März coronabedingt abgebrochen werden musste. Damals war Kendale McCullum, der mit den Helsinki Seagulls in Finnlands erster Liga auch nach zehn Spielen noch unbezwungen ist, Paderborns alles überragender Playmaker. Die Suche nach einem würdigen Erben war für die Paderborner Verantwortlichen eine große Herausforderung, aber Drew Cushingberrys jüngste Vorstellungen zeigen, dass sie wieder einen ziemlich guten Job gemacht haben.

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