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Drei Jahre mussten die Uni Baskets Paderborn auf diesen Sieg gegen Hagen warten

Im siebten Anlauf

Paderborn

Seit 2017, seit dem Entzug der BBL-Lizenz, ist Phoenix Hagen zurück in der ProA genannten zweiten Liga. In den vergangenen drei Jahren hat sich bei weitem nicht jeder Wunsch der Feuervögel erfüllt, aber auf eines war immer Verlass: Der Sieger im durchaus prestigeträchtigen Vergleich mit dem westfälischen Rivalen aus Paderborn hieß stets Hagen – sechs Spiele, ein Gewinner.

Elmar Neumann

Demetrius Ward ist gegen Hagen nicht zu stoppen. Mit 30 Punkten ist der 30-Jährige der Topscorer in Reihen des souveränen Siegers. Foto: Elmar Neumann

Doch seit Dienstagabend ist es um diese Gewissheit geschehen und hat das lange Warten der Uni Baskets ein Ende gefunden. Mit 105:75 (54:36) ging das unerwartet einseitige Duell in der ehemaligen Ischelandhalle und heutigen Krollmann-Arena an die Gäste, unter denen sich vor allem einer der ungewohnten Gefühlslage bewusst wurde: „So lange ich für Paderborn spiele, haben wir immer gegen Hagen verloren und umso schöner ist es, dass wir uns nach der dreiwöchigen Pause ausgerechnet in Hagen mit so einer Leistung zurückgemeldet haben“, sagte Kapitän Ivan Buntic, seit 2014 Träger des Paderborner Trikots.

Der 29-Jährige trug seinen Teil dazu bei, dass Steven Esterkamp im Anschluss von einer „super Teamleistung“ sprach, aber auch der Headcoach kam nicht umhin, drei extrem auffällige Akteure hervorzuheben: Da war zunächst „Big John“ Bryant, der seiner Mannschaft mit 15 Punkten in den ersten zehn Minuten eine Menge Last von den Schultern nahm und die Begegnung mit seinem ersten Double-double (22 Punkte, 11 Rebounds) im dritten Einsatz für die Uni Baskets beenden sollte. Dann war da Grant Benzinger, der wie in seinen begeisterndsten Zeiten nach jedem Ball sprang und es ebenfalls auf zweistellige Werte in zwei Kategorien brachte (22 Punkte, 10 Rebounds). Und dann gab es da allen voran Demetrius Ward, der von seiner formidablen Vorstellung anschließend ruhigen Gewissens behaupten durfte: „Das war das beste Spiel meiner ProA-Karriere.“

Eine Aussage, zu der es eindrucksvolle Zahlen gibt: 30 Punkte, sieben Assists und sechs Rebounds wurdenfür den Mann mit der Nummer 95 notiert. Dass der auch seine fünf Ballverluste nicht unberücksichtigt lassen wollte, spricht für sich, aber im Fokus standen die starken Stats. „Dimi hat ein super Spiel gemacht. Er hat gute Pässe gespielt, den Korb attackiert und hart verteidigt, all das gezeigt, was er kann“, sagte Esterkamp und Buntic legte noch eine zweite Top-Beurteilung nach: „Das war ein geniales Spiel von Dimi. Er hat im Vergleich zur vergangenen Saison noch mal einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Ward selbst war derart viel Lob eher unangenehm. Viel lieber lenkte der 30-Jährige den Fokus auf das gesamte Team, das an traditionsreicher Stätte nicht überzeugender auf das ProA-Parkett hätte zurückkehren können: „Wir haben in den letzten drei Wochen hart trainiert undwaren heiß darauf, endlich wieder spielen zu können. Aus der Energie, die daraus entstanden ist, haben wir das Beste gemacht und ich hoffe natürlich, dass wir dieses Level lange halten können.“

Weiter geht‘s – sofern kein Corona-Test etwas dagegen hat – am Samstag mit dem Heimspiel gegen Trier. Nach zwei Niederlagen in Folge soll dann der zweite Sieg in Serie her, um die Saison-Zwischenbilanz auf 4/4 zu stellen. Das Erfolgsrezept aus Hagen hat Demetrius Ward noch in der Tasche: „Wenn wir wieder so gut verteidigen und zusammen spielen, werden wir eine sehr gute Chance haben.“ Die Trierer mussten sich den Feuervögeln vor einer Woche mit 77:104 geschlagen geben und hatten im Februar, beim jüngsten Gastspiel im Sportzentrum Maspernplatz, keine Chance (74:101). Doch auch die Uni Baskets sollten sich besser auf nichts verlassen.

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