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Im Heimspiel gegen Bochum ist der fünfte Sieg in Serie das Ziel

Uni Baskets wollen ihre Geburtstagskinder beschenken

Paderborn

Schon kurios. Bloß sechs Mannschaften haben weniger Punkte erzielt als die Uni Baskets Paderborn (1205), die nach 15 Spieltagen aber trotzdem Tabellensechster der 2. Basketball-Bundesliga ProA sind und mithin dem Kreis der Play-off-Kandidaten angehören. Das nennt sich wohl effektiv.

Ob Headcoach Steven Esterkamp pünktlich zum Spiel gesund werden, muss abgewartet werden. Aber schon in der vorigen Saison hatten die Co-Trainer Florian Held (links stehend) und Claus Reinsberger (rechts stehend) im Heimspiel gegen Bochum das Sagen. Am Ende stand ein Paderborner 86:81-Sieg. Foto: Jörg Manthey

Der kommende Gegner, die Sparkassen-Stars Bochum (Samstag, 19.30 Uhr), weist immerhin die fünftmeisten Punkte im Schnitt auf (1305). Da mutet es komisch an, dass die Sterne trotz durchschnittlich 87,1 Punkten erst vier Siege holen konnten. Ob die Paderborner Verteidigung über den Bochumer Hurra-Stil triumphiert, wird sich zeigen. Nach nunmehr vier Erfolgserlebnissen hintereinander strotzen die Hausherren vor Selbstbewusstsein – und können sich in den Vereinsannalen verewigen. Denn fünf Siege in Folge gab es zuletzt in der Saison 2010/11, zwischen Spieltag neun und 13. Damals schlossen die Webmoebel Baskets als Oberhaus-Absteiger auf Rang sieben ab.

Ganz nebenbei dürfte die Mannschaft gewillt sein, ihren Chefs nicht den Ehrentag zu versauen. Geschäftsführer Dominik Meyer feiert am Spieltag seinen 37. Geburtstag, der zuletzt erkrankte Headcoach Steven Esterkamp wird am Sonntag 42. Ob er das Team Samstagabend betreuen kann, ist unklar. Assistent Florian Held, der auch im Heimspiel der Vorsaison gegen Bochum (86:80) zusammen mit Claus Reinsberger das Sagen hatte: „Wir schauen von Tag zu Tag.“ Gleiche Prognose gilt für Kapitän Lars Lagerpusch, dessen Entzündungswerte von Donnerstag noch keinen Einsatz zuließen.

„Der Gegner ist irrelevant. Wichtig ist, dass wir unser Spiel spielen und den Ball bewegen, dass wir als Team den nächsten Schritt gehen“, so Held weiter. Der Auftritt in Düsseldorf habe ihm gezeigt, wie gefestigt das Team ist. Dennoch ist für den Co-Trainer die Tabelle „noch nicht aussagekräftig“, allenfalls sei „ein Trend“ erkennbar. „Die Lernkurve vom Saisonbeginn bis jetzt ist sehr positiv. Nun ist Lernen kein linearer Vorgang, es wird auch mal wieder anders sein. Aber wir haben einen sehr guten Schritt gemacht, und es ist noch deutlich Potenzial erkennbar.“

Jannis Ridder könnte gegen Bochum zu seinem zweiten ProA-Einsatz kommen. Foto: Jörg Manthey

Ob Small Forward Jannis Ridder nach Leverkusen wohl zu seinem zweiten ProA-Einsatz kommt? Der 17-jährige Youngster hatte in der Vorbereitung gleich im ersten Testspiel in Braunschweig mit zwölf Punkten auf sich aufmerksam gemacht, war dann allerdings in einem Spiel der „Zwoten“ einem Gegner auf den Fuß getreten. Dabei zog er sich eine Sprunggelenkverletzung zu, die ihn für drei Monate außer Gefecht setzte. „Ich habe im Training viel gearbeitet und bin wieder da“, so Ridder, der in den nächsten Monaten sein Abitur baut und sich noch nicht ganz schlüssig ist, was danach kommt. Die drei Alternativen: „Studium, Ausbildung oder ein Jahr auf Basketball fokussieren.“

Die Bochumer hatten nach der Trennung vom Spanier Miki Servera personell nachgelegt und den US-Amerikaner Tarontate de Shawn Crockett Jr., kurz TJ, verpflichtet. Topsorer der Gäste mit 277 Punkten ist Conley Garrison, der auch die zweitmeisten Steals der Liga vereint (33), derweil Point Guard Niklas Geske der Assist-König der ProA ist (102). Kein anderes Team versucht sein Glück öfter aus der Distanz als die Bochumer (471 Versuche, 158 Treffer), die mit dieser Ausbeute wie auch Paderborn im unteren Drittel angesiedelt sind. Nur Trier schnappte sich noch mehr Rebounds als der heutige Gast (574). „Es ist wichtig, dass wir da in der Verteidigung auf der Hut sind und nicht so viele Offensivrebounds zulassen“, mahnt Florian Held. Er erwartet wechselnde Verteidigungen und ein „definitiv unkonventionelles“ Bochumer Spiel, das auch von individueller Qualität lebe. „Da kommt was auf uns zu, dass wir so noch nicht gesehen haben.“

Geschäftsführer Dominik Meyer („Es ist uns zuletzt immer gut gelungen, die Schlüsselspieler des Gegners unter Kontrolle zu bekommen“) freut sich auf eine „knackige Stimmung. Es wird voll. Der Vorverkauf ist gut gelaufen. Es sind halt noch Ferien und es ist kein Fußball.“

Bochums Headcoach Felix Banobre orakelt angesichts des Krankenstandes in seinem Team gegen einen schwer ausrechenbaren Gegner „ein schwieriges Spiel mit einer hohen Schlagzahl, so wie Paderborn immer spielt.“

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