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Die Uni Baskets erwarten mit Heidelberg einen der Top-Clubs der Liga

Vom Vertrauen in die eigene Stärke

Paderborn

Steven Esterkamp hat in seiner langen Laufbahn als Spieler und in seiner noch nicht ganz so langen Karriere als Coach schon eine Menge erlebt – aber: Eine Ligapartie, die an einem handelsüblichen Mittwoch um 16.30 Uhr angepfiffen wird, das ist auch für den Cheftrainer der Uni Baskets Paderborn ein Novum.

Elmar Neumann

Dreierspezialist Daniel Mixich fehlt den Uni Baskets gegen Heidelberg wegen einer Gehirnerschütterung. Foto: Elmar Neumann

Es ist das vom 3. Januar nachzuholende Duell mit den MLP Academics Heidelberg, das an diesem Mittwoch, zu dieser ungewohnten Zeit (live auf sportdeutschland.tv) im Sportzentrum Maspernplatz über die ProA-Bühne geht. „So ein Termin ist selbst mir neu, aber das ist eben eine weitere der Besonderheiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. Da keine Zuschauer zugelassen sind, kann man so wenigstens darauf achten, dass der Gegner nach dem Spiel nicht allzu spät wieder zuhause ist“, sagt Esterkamp.

Das soll es dann aber auch mit der Rücksichtnahme auf die etwa 350 Kilometer und vier Busstunden entfernt beheimateten Gäste gewesen sein. Mit einem Entgegenkommen sportlicher Natur können die Academics im Vergleich der beiden offensivstärksten Mannschaften der Liga (je 92,9 Punkte pro Spiel) nicht rechnen. Stattdessen sind die Uni Baskets nach dem 98:104 gegen die Eisbären Bremerhaven fest darauf aus, aus der ausgeglichenen Bilanz (6/6) wieder eine positive zu machen. „Gegen Bremerhaven war genau zu sehen, was wir machen dürfen und was nicht. Wenn wir aggressiv verteidigen, den Ball viel bewegen und als Team auftreten, sind wir eine wirklich starke Mannschaft. Machen wir das nicht und denkt jeder, dass er das jetzt alleine lösen muss, bekommen wir sofort große Probleme“, sagt Esterkamp.

Dabei sind schwächere Phasen nicht verboten. Einen Vorsprung zu verspielen, das ist auch im Basketball keinesfalls regelwidrig. Ein 19-Punkte-Polster im zweiten Viertel, wie es sich die Baskets am Samstag gegen die Eisbären erarbeitet hatten, ist eine Garantie für nichts. Das geht um einiges krasser: Unvergessen bleibt die Partie aus dem März 2004, in der Paderborn gegen Bremerhaven zur Pause sogar mit 27 Zählern in Führung lag (50:23), um am Ende (83:89) trotzdem der Verlierer zu sein. Auf vermeintlich vielsagende Zwischenstände kommt es Esterkamp daher nicht an, wichtig ist für ihn allein, wie sich die Seinen verhalten, wenn es mal nicht wie geplant läuft: „Auch wenn wir nicht gut spielen, dürfen wir nie das Vertrauen in unsere Art des Basketballs, in unsere Stärke verlieren. Das ist einfach gesagt, aber eine Sache, die meine Jungs lernen müssen.“

Dem kommenden Gegner darf in diesem Punkt Vorbildcharakter bescheinigt werden. Als die Academics nach 35 Tage langer Corona-Zwangspause vor einer Woche in Trier auf das Parkett zurückkehrten, lagen sie im zweiten Viertel mit exakt 19 Punkten zurück und entscheiden das Spiel mit 91:88 für sich. Diesem ersten Auswärtssieg im dritten Auswärtsspiel folgte am Sonntag mit dem 103:75 gegen Leverkusen der sechste Heimsieg im sechsten Heimspiel. Eine Zwischenbilanz (7/2), die reichlich Respekt abnötigt. „Für mich zählt Heidelberg mit Rostock und Jena zu den drei besten Teams der Liga. Die Mannschaft hat viel Erfahrung und ist auf allen Positionen top besetzt“, sagt Esterkamp über den von Jordan Geist (16,6 Punkte pro Spiel) und Sa‘eed Nelson (16,0) angeführten Gast.

Der Trainer der Uni Baskets wiederum hofft, dass vor allem Grant Benzinger und Drew Cushingberry vorangehen, wenn zwischenzeitlich mehr für Heidelberg als für Paderborn sprechen sollte, er muss aber auf einen wertvollen Guard verzichten: Daniel Mixich hat sich gegen Bremerhaven eine Gehirnerschütterung zugezogen und fällt aus.

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