Triathlon: Salzkottener Elmar Sprink (49) absolviert Mitteldistanz-Challenge St. Pölten in 5:24:25 Stunden.

Kühles Schwimmradlauf-Erlebnis

Salzkotten

Ein erhebendes Gefühl: Nach 18 Monaten Abstinenz stand Elmar Sprink (49) aus Salzkotten endlich wieder an der Startlinie eines großen Triathlons! Nicht virtuell, sondern „in echt“. Der Veranstalter hatte den herztransplantierten Triathleten zur hochklassig besetzten Challenge St. Pölten eingeladen. Für die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer auf dem Rad und den abschließenden Halbmarathon benötigte Sprink 5:24:25 Stunden. In Niederösterreich gewannen mit Frederic Funk und Anne Haug zwei deutsche Triathleten die Challenge, vier Deutsche erreichten das Podest.

Von Jörg Manthey

Elmar Sprink samt Finishermedaille: Die Mitteldistanz-Challenge St. Pölten absolvierte er in 5:24:25 Stunden. Elmar Sprink (hinten links) in einem illustren Kreis von Triathlonprofis: Marc Dülsen, Benjamin Lienhart, Jakob Schmidlechner, Frederic Funk, Marc Eggeling, Leon Zimmermann, Baptiste Neveui, Julian Erhardt und Michael Raelert. Foto:

Im Vorfeld zog es den Salzkottener zum Training an den Fuschlsee. In seinem Lieblingshotel, dem „Mohrenwirt“, hatten sich einige der mehr als 100 Profis der Challenge St. Pölten einquartiert, darunter auch Sieger Frederic Funk. „Die Trainingsbedingungen dort sind einfach super“, schwärmt Sprink. „Vom Essen im Hotel und der wunderschönen Landschaft ganz zu schweigen.“

Mithin machten sich Sprink und Kumpel Holger Pollmeier aus Hövelhof bestens vorbereitet auf den Weg von Fuschl am See nach St. Pölten. Dank eines aufwändigen Hygienekonzeptes durfte der Veranstalter die Challenge mit mehr als 1500 Teilnehmern durchführen. Einige Dinge liefen anders ab als vor der Pandemie. So wurde eine Art „Blase“ erschaffen, die nicht ohne negativen Covid-Test oder geimpft betreten werden durfte. Neben dem üblichen Startband gab es ein „Covid-Test OK“-Band für das Handgelenk, erzählt Sprink. Damit hatte man Zutritt zur Wechselzone, in der FFP2-Maskenpflicht herrschte.

„Am Freitag vor dem Wettkampf teste ich immer das Gewässer, in dem geschwommen wird“, so Sprink. Die 750 Meter im 15 Grad kalten Wasser reichten ihm. „War das kalt! Zum Glück hatte ich neben dem Neoprenanzug auch noch eine Neoprenhaube für den Kopf.“ Kälte beim Triathlon ist nicht Sprinks Lieblingsbedingung. Das Wetter traf so ein wie vorhergesagt: Wasser 15 Grad, Luft morgens 9 und im Verlauf bis auf 14 Grad. Dazu stärkerer Wind und im Verlauf Regen.

Morgens um 6.30 Uhr ertönte der Startschuss für die Profis. Für Sprink ging es ab 6.53 Uhr auf die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke, die in St. Pölten eine Besonderheit aufweist. Geschwommen wird in zwei Seen, samt eines Landgangs von etwa 300 Metern. „Nach gut 40 Minuten hatte ich die insgesamt 2450 Meter erledigt und war in der Wechselzone etwas verfroren.“ Der Salzkottener entschied sich also für Handschuhe und Windjacke, ehe er sich auf die 90 Radkilometer inklusive der knapp 1000 Höhenmeter begab. Auch die Radstrecke beginnt in St. Pölten etwas ungewöhnlich: Die Teilnehmer fahren die ersten 20 Kilometer auf einer abgesperrten Autobahn. Danach folgte ein kürzerer Anstieg, ehe später entlang der Donau ein letzter neun Kilometer langer Anstieg bewältigt werden musste.

„Nach der ersten Abfahrt habe ich von einem Schiedsrichter eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe bekommen“, wunderte er sich. Die Auflösung: „Meine Jacke hatte die Startnummer verdeckt. Ich hatte zwar Nummern am Helm und Rad, aber Diskutieren bringt da nichts.“ So brummte er leicht verärgert die Strafe in der nächsten Penaltybox ab. Trotz dieser Zeitstrafe blieb Sprink unter 2:50 Stunden und war vor allem mit seinen Wattwerten „mehr als happy“.

Auf den abschließenden 21,1 Laufkilometern hatte das Wetter von Sonne über starken Wind bis hin zu Regen alles zu bieten. Sprink: „Ich kam die ersten Kilometer nicht in meinen Rhythmus. Nach gut einem Drittel der Strecke wurde es besser. Die Uhr blieb bei 1:36 Stunden stehen.“ Im Ziel gab es nicht die gewohnte Medaille und das Finisher-Shirt, sondern eine FFP2-Maske und eine Aludecke gegen die Kälte.

Jetzt heißt es für Elmar Sprink ein paar Tage regenieren. Sein nächster Wettkampf ist schon fix: die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee (24. bis 27. Juni), zugleich als Triathlon-Europameisterschaft über die Mitteldistanz ausgelobt.

Startseite