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Westfalenligist wehrt sich mit Rumpf-Elf leidenschaftlich

Nach turbulenten Tagen: Preußen Espelkamp unterliegt Fortuna Düsseldorf mit 0:6

Espelkamp

Mit einem Rumpfkader hat sich Fußball-Westfalenligist FC Preußen Espelkamp am Donnerstag im Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf gut aus der Affäre gezogen. Der Zweitligist setzte sich am Ende mit 6:0 (1:0) durch.

Von Alexander Grohmann

Einsatz pur: Maik Stoll grätscht dem dreifachen Düsseldorfer Torschützen Kristoffer Peterson den Ball vom Schlappen. Der junge Verteidiger setzte sich am Donnerstag mit dem Westfalenligisten im Testspiel gut zur Wehr. Foto: Alexander Grohmann

Zu einem der Spieler des Abends avancierte nach dem Wechsel der eingewechselte Till Wriedt im Kasten der Gastgeber. Zusammen mit seinen defensiv leidenschaftlich zu Werke gehenden Vorderleuten vernagelte der Keeper den Kasten und ließ keinen Treffer des Profiteams zu – bis zur 82. Minute: Düsseldorfs Edgar Prib versenkte einen Freistoß aus halb-rechter Position mit links im rechten Winkel. Wriedt war noch mit der Hand dran, flog aber mitsamt Ball in den Maschen.

„Natürlich hätte ich die Null gerne gehalten. Dass es dann auch noch ein Standard war, durch den wir den Treffer kassieren, hat mich echt geärgert“, sagte Wriedt, der mit dem Abend ansonsten hochzufrieden war. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit gut gemacht und gegen die Fortunen nicht viel zugelassen. Wichtig war vor allem, dass wir miteinander gespielt haben. Das kam in den letzten Wochen vielleicht etwas kurz“, so der Schlussmann.

Machtlos: Till Wriedt kann den Einschlag in der 82. Minute per Freistoß nicht verhindern. Bis dahin hatte der eingewechselte Keeper nach der Pause bravourös die Null gehalten. Foto: Alexander Grohmann

Es gibt sicher passendere Zeitpunkte für ein solches Testspiel-Highlight. Erst zu Wochenbeginn hatte Preußen Espelkamp die Entlassung von Trainer Tim Daseking bekannt gegeben, gegen Düsseldorf nahm am Donnerstag Andreas Brandwein auf der Bank Platz. Der Co-Trainer bezeichnete sich vor dem Spiel ausdrücklich noch als „Interimstrainer“. Eine Entscheidung, ob er die Job-Offerte der Preußen annimmt, sei noch nicht gefallen, wie Brandwein unterstrich.

Gegen den Zweitligisten war der erfahrene Coach gefordert. Etliche Spieler, darunter die Leistungsträger Julian Stöckner und Lennart Madroch (beide verletzt), konnten nicht mitmischen. Außerdem fehlten einige Akteure, die noch nicht geimpft sind, im Preußen-Kader. „Da gab es klare Absprachen mit Fortuna Düsseldorf“, so Brandwein, der somit lediglich auf drei Ersatzspieler zurückgreifen konnte und in der Startelf Bezirksliga-Talent Riad Stublla auf der linken Bahn eine Chance gab.

Düsseldorf nach Stau spät dran, aber sofort im Spiel

Die Partie begann mit 20-minütiger Verspätung, weil die Fortunen auf der Anfahrt im Stau gestanden hatten. Auf langes Abtasten wurde dann aber verzichtet. Nach zwei Angriffsversuchen der Gastgeber schaltete der Zweitligist einen Gang höher und markierte nach neun Minuten die 1:0-Führung durch Edgar Prib. Wenig später folgte das Schmuckstück des Abends: Düsseldorfs offensiver Mittelfeldspieler Jakub Piotrowski nahm das Leder aus der Luft und traf mit seinem satten Spannschuss aus 20 Metern rechts oben in den Winkel (11.) – herrlich!

Für die Preußen ging es vor rund 600 Zuschauern auf dem Rasenplatz im Sportpark Mittwald in dieser Phase zu schnell. Der technisch versierte Zweitligist ließ Ball und Gegner laufen und kam immer wieder zu klaren Abschlussmöglichkeiten. Mit einem Hattrick schoss Kristoffer Peterson die 5:0-Pausenführung heraus (17., 40., 52.). Bei den Preußen hatte Stefan Langemann als Alleinunterhalter in vorderster Front die Möglichkeit, dem Gast einen Nadelstich zu versetzen: Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte schüttelte Langemann seinen Bewacher ab und schoss sofort aufs Tor, Fortuna-Schlussmann Raphael Wolf war aber auf dem Posten (33.).

Schiedsrichter Christoph Gerling (Mitte) vom VfL Frotheim führt die beiden Mannschaften zusammen mit seinen Assistenten auf den Platz. Foto: Alexander Grohmann

„Phasenweise war es ein bisschen schnell für uns. Aber wenn man ein, zwei gute Aktionen bekommt, macht das in so einem Spiel auch Spaß“, bilanzierte Langemann, der auch an der zweiten Chance seiner Elf maßgeblich beteiligt war: In der 60. Minute steckte er auf René Freimuth durch, der plötzlich frei auf das Düsseldorfer Tor zulief, mit seinem Flachschuss aber am eingewechselten Fortunen-Keeper Florian Kastenmaier scheiterte (60.).

Die Fortunen drängten in der Folge vehement auf den ersten Treffer nach der Pause, verhedderten sich aber immer wieder im vielbeinigen Abwehrgestrüpp der Gastgeber. Die Kommunikation beim Westfalenligisten stimmte. Erst in der 82. Minute klingelte es dann doch noch.

Plauderte im Interview vor dem Spiel locker drauf los: Espelkamps Co-Trainer Andreas Brandwein, der nach dem Aus von Tim Daseking in der Verantwortung stand, machte klar, dass er zurzeit noch Interimscoach ist. Eine Zusage als Nachfolger steht noch aus. Foto: Alexander Grohmann

„Espelkamp hat das Spiel in der Pause scheinbar gut analysiert. Wir hatten es in der zweiten Halbzeit schwerer, vors Tor zu kommen“, verteilte Fortuna-Leitwolf Eddy Prib nach dem Spiel ein Lob. Auf dem Achtungserfolg wollen die Preußen nach vier sieglosen Partien in der Meisterschaft nun auch in der Liga aufbauen. „Wir haben einiges wiedergutzumachen“, kündigte die Nummer eins Nino vom Hofe für diesen Sonntag an. Dann wartet das Heimspiel in der Westfalenliga gegen den SuS Neuenkirchen. „Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jetzt nicht. Nach den turbulenten Tagen konzentrieren wir uns als Mannschaft aber aufs Wesentliche“, verdeutlichte Stefan Langemann.

Preußen Espelkamp: Vom Hofe (46. Wriedt) – Wessel, Berisha (46. Schmidt), Langemann, Dantas, Freimuth, Stublla, Ucar, Stoll, Islamaj, Ristau (46. Omar).

Fortuna Düsseldorf: Wolf (46. Kastenmaier) – Prib, Hartherz, Piotrowski (46. Kalonji), Peterson 46. (Sieben), Bodzek, Zimmermann, Shipnoski, Siebert, Oberdorf, Lobinger (75. Özkan).

Tore: 0:1 Prib (9.), 0:2 Piotrowski (11.), 0:3, 0:4, 0:5 (17., 39., 42.).

Zuschauer: etwa 600.

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