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Jan Braun aus Paderborn in alpiner Landschaft unterwegs

Neue Horizonte auf 2300 Metern

Paderborn.

Der Salomon Pitz Alpin Glacier Trail ist ein Lauf im hochalpinen Gelände mit hohem technischem Anspruch. Jan Braun aus Paderborn hat sich in Tirol dieser Herausforderung gestellt und bei der Senior Master Man den neunten Platz belegt. Das bedeutete eine Gesamtzeit von 2:30,12 Stunden über 17,1 Kilometer.

2:30 Stunden war der Paderborner Jan Braun beim Trail unterwegs und wurde Neunter. Foto: Foto: Sportfotografen.com

Die Teilnehmer des Wettbewerbs können bis zu 106 Kilometer und 6100 Höhenmeter in der alpinen Landschaft bewältigen. Läufer/innen stand im Pitztal ein Trailrun der Spitzenklasse bevor: Am 7. und 8. August testeten mehr als 1000 Athletinnen und Athleten aus 31 Nationen beim 9. Salomon Pitz Alpine Glacier Trail ihre Grenzen aus. Auf verschiedenen Strecken zwischen 17 und 106 Kilometern ging es hoch hinauf auf teilweise mehr als 3000 Meter.

Das vorrangige Ziel bei einem solchen Lauf heiße, zuerst einmal verletzungsfrei ankommen, so Jan Braun, der dort seine Berglaufpremiere feierte. Man habe natürlich schon ein definiertes Zeitziel, passe dieses im Rennverlauf aber den Gegebenheiten an. Man merke schnell, dass ein solcher Lauf nicht mit einem „normalen“ Geländelauf des Hochstift-Cups oder dem Hermannslauf zu vergleichen sei.

Alleine schon der erste Singletrail-Anstieg über Wurzelpfade von 1650 Meter auf 2300 Meter zu Österreichs höchstgelegenem Bergsee, dem Rifflsee, hat es mit Steigungen von bis zu 27 Prozent wahrlich in sich. Ohne Stöcker wäre dies ein schweres Unterfangen geworden. Das Ziel, unter einer Stunde nach 6 Kilometern und 650 Höhenmetern an der Sunna-Alm auf 2300 Meter anzukommen, klappte mit 57 Minuten für Jan Braun Minuten erfolgreich.

Doch auf 2300 Metern ist die Luft spürbar dünner. Die Abnahme des Sauerstoffgehaltes beträgt mehr als 20 Prozent in dieser Höhe und dies war deutlich zu spüren. Braun erreichte dort nicht mehr seine gewohnte Laufgeschwindigkeit und hatte das Gefühl, die Beine wollten, aber es kam nicht genug Sauerstoff bei ihnen an.

Weiter geht es in Kassel

„Diese Höhe und Umgebung ermöglichten einen neuen läuferischen Horizont und die persönliche Perspektive auf das, was man im Stande ist, körperlich zu leisten. So erscheint einem der Hermannslauf nicht mehr als so große Herausforderung und der Tönsberg und die Treppen von Lämershagen verlieren ihren Schrecken“, sagt Braun und ergänzt: „Der Rennverlauf hatte viele Überraschungen parat. Nachdem ich den höchsten Punkt bei 2300 Metern hinter mir gelassen hatte, ging es erst noch wellig und dann nur noch mächtig bergab auf steinigen Pfaden die linksseitig bis zu 400 Meter ins Tal blicken ließen. Auf diesem Teil der Strecke habe ich Tempo rausgenommen, um das Sturzrisiko und die Gefahr eines alpinen Absturzes zu minimieren.“

Nach einer solchen Erfahrung betrachte man die Dinge und vor allem auch viele Laufstrecken ganz anders. „Ich habe neue Energie und viel Motivation durch den PITZ Alpin geschöpft und fühle mich für kommende Läufe wie den Herkules Berglauf in Kassel am kommenden Wochenende oder den Hermannslauf von Detmold nach Bielefeld am 10. Oktober sehr gut vorbereitet“, sagt Braun und fügt noch hinzu: „Ich kann nur jedem empfehlen, der neue Erfahrungen sammeln, seinen Horizont erweitern und über sich hinauswachsen möchte, einmal durch bergige Landschaften, wie es sie im Pitztal gibt, zu laufen.“

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