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Sebastian Walther vom Delbrücker SC kämpft nach seinem Kreuzbandriss im Oktober 2021 für seine Rückkehr

Schritt für Schritt zurück

Delbrück

10. Oktober 2021. Der Delbrücker SC hat in der Fußball-Westfalenliga ein Heimspiel gegen den VfB Fichte Bielefeld, es läuft die Schlussphase. Der DSC führt souverän mit 3:1, die Partie ist längst entschieden. Sebastian Walter hat ein gutes Spiel gemacht. Bei der 1:0-Führung Lennard Rolfs war er der Wegbereiter, das 2:1 machte er selbst.

Von Mark Heinemann

So war es und soll es wieder werden: Sebastian Walter (links) bejubelt hier einen Treffer für den Delbrücker SC. Foto: Mark Heinemann

Trotzdem lässt er sich in der gegnerischen Hälfte noch einmal auf einen harten Zweikampf mit seinem Gegenspieler ein und knickt dabei weg. Walter humpelte vom Platz. Was anfangs als „vielleicht nicht ganz so schlimm“ aussieht, stellte sich später als Worst Case heraus: Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie und ein beschädigter Außenmeniskus. Operation und mehrere Monate Pause. „Mit dem Wissen über die Folgen war das eine total unnötige Aktion. Wir führen, alles ist klar, mein Spiel war gut. In den 90 Minuten hatte sich bei meinen Gegenspielern auf der Außenbahn einiges aufgestaut. Bad Karma heißt das wohl, wenn man dem Gegner etwas will und es selbst knüppeldick zurückbekommt“, reflektiert Walter heute.

Der 26-Jährige war Anfang November des Vorjahres in Duisburg operiert worden. Dabei wurde eine Kreuzbandplastik eingesetzt und der Außenmeniskus wieder befestigt. Eine befürchtete Beschädigung des Knorpels stellte sich als nicht schwerwiegend heraus. Die Stelle verheilt von selbst. Seitdem absolviert „Basti“, wie er teamintern gerufen wird, seine Reha. „Ich war in der Zeit bis zur Operation drei bis vier Mal in der Woche Physiotherapie, um das Knie vorzubereiten. Nach der Operation war trotzdem erstmal alles weg. Besonders die Muskulatur hat gelitten“, sagt Walter.

Die Krücken konnte er zu Beginn des neuen Jahres zwar zur Seite legen, an eine normale Belastung war aber lange Zeit nicht zu denken. „Ich bin in der Zeit eins mit dem Sofa geworden. Dass diese Verletzung so schwer ist und viele kleine Schritte bis zur Genesung braucht, war mir nicht bewusst. Mittlerweile bin ich im Alltag schmerzfrei unterwegs. In der weiterhin regelmäßigen Physiotherapie mache ich erste leichte Sprünge zur Stabilisierung, arbeite weiter an der Beweglichkeit des Knies und baue Muskulatur auf“, erklärt Walter.

Es sind die kleinen Schritte, die ihn voranbringen. Allerdings: An eine Rückkehr auf den Platz ist aktuell noch nicht zu denken. „Nach der Operation hieß es, dass ich zwölf Monate brauche, um wieder wettkampffähig zu sein und Zweikämpfe führen zu können. Es geht in allen Bereichen bergauf, aber ich denke Stück für Stück und höre auf meinen Körper und auf mein Knie. Es gibt keinen Zeitpunkt für eine Rückkehr im Moment. Ich werde für mich schauen, ob ich mein altes Leistungsniveau wieder erreiche“, meint Walter.

Dementsprechend läuft auch sein Austausch mit Cheftrainer Detlev Dammeier, Geschäftsführer Frank Sundermeier und Delbrücks 1. Vorsitzenden Elmar Westermeyer. Dazu Walter: „Wir stehen viel in Kontakt, sprechen auch über einen neuen Vertrag ab Sommer. Der Draht zum Team ist weiterhin eng. Ich bin jetzt auch wieder bei den Heimspielen dabei. Aber auch hier gilt Schritt für Schritt. Letztendlich muss ich dem Team dann auch wieder helfen können. Das wird die Zeit zeigen.“

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