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Bundesligist sorgt gegen Hannover für nächstes Drama

Siegwurf ins leere Tor: GWD Minden ist fast am Ziel

Lübbecke

GWD Minden bleibt die Drama-Queen der Handball-Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Frank Carsten machte es am Pfingst-Sonntag gegen die TSV Hannover-Burgdorf erneut spannend. Der Held beim 28:27 (14:16)-Erfolg war Mats Korte.

Jörg Wehling

Mats Korte war der Held des Tages in der Lübbecker Merkur Arena: Mindens Linksaußen angelte sich den Ball beim letzten Gäste-Angriff und traf über das komplette Spielfeld in das verwaiste Hannoveraner Gehäuse. GWD ist dem Klassenerhalt nach dem nächsten Drama-Sieg ganz nah. Foto: Thomas F. Starke

Der Mindener warf 18 Sekunden vor Schluss den Ball quer übers Feld in das leere Tor der Gäste zum umjubelten Siegtor. Durch den Erfolg zogen sie mit den Recken nach Punkten gleich und stehen mit nun 25 Zählern vor dem Klassenerhalt.

„Heute hatten wir das Glück auf unsere Seite“, sagte Trainer Frank Carstens anschließend, der die entscheidende Szene von Korte so sah: „Gefühlt wurde der Ball immer langsamer, während die Uhr immer schneller lief. Es hat ja gepasst. Prima, dass Mats diese Situation richtig eingeschätzt hat.“ Ein Lob verdiente sich auch Miro Schluroff, der sieben Treffer für GWD markierte. „Er hat mit seinen Toren dafür gesorgt, dass Hannover nicht mehr ganz so offensiv decken konnte.“

Sichtlich geknickt war Hannovers Trainer Carlos Ortega, der mit dem letzten Spielzug alles riskierte, indem er den Torwart herausnahm und damit das Spiel verlor. „Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe“, so Ortega. Glücklich war der Erfolg für GWD deshalb, weil die Gäste teilweise mit fünf Treffern führten. Doch GWD ließ sich nicht abschütteln und wurde für die tolle Moral am Ende belohnt

Die Gastgeber begannen die Partie sehr konzentriert. Nach dem schnellen Rückstand durch Evgeni Pevnov übernahmen die Grün-Weißen die Initiative. Kevin Gulliksen per Siebenmeter und Lucas Meister sorgten für die 2:1-Führung. Dank der starken Paraden von Malte Semisch sorgte Miro Schluroff sogar für eine 5:3-Führung. Doch Hannover, das die vergangenen drei Auswärtsspiele gewonnen hatte, kam zurück. Für das 5:5 war Filip Kuzmanovski verantwortlich (13.).

Schlechte Phase: Carstens macht GWD-Spielern vor der Pause Beine

Die Recken kamen anschließend immer besser ins Spiel. Nach 20 Minuten führten die Gäste mit 11:8. Weil bei den Grün-Weißen nun auch das Offensivspiel stockte, drohten sie vor der Pause sogar noch den Anschluss zu verlieren. Beim Stande von 11:16 nahm Carstens seine zweite Auszeit und rüttelte seine Schützlinge richtig wach: „Fangt endlich an zu arbeiten und erledigt euren Job“, sagte der Trainer. Es funktionierte: GWD verkürze auf 14:16, wobei das 14. Tor durch Christopher Rambo perfekt mit der Schlusssirene fiel.

In der zweiten Halbzeit waren die Mindener zunächst hellwach. Gulliksen per Tempogegenstoß und Juri Knorr sorgten für den Gleichstand zum 16:16. Die Partie blieb ausgeglichen. Beim Stande von 17:17 hatten die Gastgeber durch Rambo die Chance zur Führung. Die erzielten auf der Gegenseite die Gäste. Nach 39 Minuten hieß es 18:20. Nach dem 22:22 ging es in die umkämpfte Schlussphase. Carlos Ortega nahm eine Auszeit und versuchte das Spiel seines Teams noch einmal zu ordnen.

Beim 27:25 durch Johann Hansen, sah Hannover schon wie der der Sieger aus. Aber das Blatt wendete sich noch einmal zu Gunsten der Grün-Weißen. Miro Schluroff glich zum 27:27 aus (60.). Und dann spitzte sich die Situation weiter zu. Hannover wollte den letzten Angriff ausspielen und spielte ohne Torwart. Doch der Ball landete letztendlich bei Mats Korte. Er schnappte sich den Ball und warf diagonal quer über das Feld ins leere Tor zum umjubelten Heimsieg.

Tore für GWD Minden: Gulliksen (7/2), Schluroff (7), Rambo (5), Korte (2), Meister (2), Knorr (2), Thiele (1), Strakeljahn (1), Zeitz (1)

Tore für Hannover-Burgdorf: Martinovic (5/1), Brozovic (4), Hansen (4), Hanne (4), Büchner (3), Feise (2), Pevnov (2), Kuzmanovski (1), Mavers (1), Cehte (1).

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