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Auch die U11-Fußballer von RB Leipzig kämpfen gegen schlechtes Image

Anfeindungen sind Alltag

Herford (WB/lvs). Das Projekt RB Leipzig stößt bei vielen Fußballinteressierten nicht auf Gegenliebe. Jüngstes Beispiel dafür sind die Ausschreitungen am Samstag rund um das Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund . Dabei machten die BVB-Fans, die die Tradition in Gefahr sehen, mit ihren Parolen und tätlichen Übergriffen auch vor Kindern nicht Halt. Dieser Hass richtet sich nicht nur gegen die RB-Profis, sondern gegen den gesamten Verein.

Die U11 von RB Leipzig (weiße Trikots) kam beim Turnier in Herford auf den 13. Rang. Foto: Lars Sundermann

»Auch uns gegenüber gibt es schon Anfeindungen bei den Spielen«, erklärte U11-Trainer Arvid Schröpfer beim E-Juniorenturnier des SC Herford. »Die sind zwar nicht direkt gegen die Kinder gerichtet, sondern eher allgemein«, ergänzt Co-Trainer Clemens Eisenrauch. Meistens seien es Jugendliche, die während der Spiele verbal gegen RB wettern würden.

»Das ist ein Umstand, mit dem wir leben müssen. Jedoch sei gesagt, dass wir nichts anderes machen als die anderen Nachwuchsleistungszentren«, sagt Schröpfer, dessen Verein 2009 das Spielrecht des SSV Markranstädt in der fünften Liga übernahm und dank der finanziellen Unterstützung eines Getränkeherstellers in nur sieben Jahren in die Bundesliga aufstieg.

Keine Teilnahme am regulären Spielbetrieb

Doch nicht nur mit diesem Druck müssen die Spieler umgehen. Durch die Spielphilosophie werden bereits in den untersten Nachwuchsklassen nur die besten Spieler ausgewählt. »Ab einem gewissen Alter entscheiden nun mal Kleinigkeiten«, sagt Eisenrauch. »Der Anspruch ist sehr hoch, aber wir sichten wie jeder andere Verein auch. Wir sind nur eine Turniermannschaft, der Leistungsdruck ist da nicht so sehr gegeben«, fügt Schröpfer hinzu.

Denn die U11 von RB Leipzig nimmt nicht mehr am regulären Spielbetrieb teil. »Der Aufwand-Nutzen-Faktor spielt hierbei eine viel zu große Rolle. Es macht keinen Sinn, irgendwo aufs Dorf zu fahren, um dort zweistellig zu gewinnen.

Duelle gegen ältere Jahrgänge haben aus entwicklungstechnischer Sicht auch keinen Sinn«, erklärt Schröpfer, der seit drei Jahren im Verein ist. Deshalb spielt RB nur in sogenannten Leistungsvergleichen gegen die anderen Nachwuchszentren der Profiklubs und startet im Winter an jedem Wochenende bei mindestens einem Hallenturnier.

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