1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Loehne
  6. >
  7. Pokale für zwei Überflieger

  8. >

Charlotte Haas und Joshua Fadire sind Löhnes Sportler des Jahres

Pokale für zwei Überflieger

Löhne (WB). An ihm kommt keiner vorbei: Joshua Fadire: Der Stabhochspringer des TV Löhne-Bahnhof wird bereits zum vierten Mal in Folge Löhnes Sportler des Jahres. Bei den Frauen räumt ebenfalls eine Leichtathletin den Pokal ab: Hochspringerin Charlotte Haas strahlt nach der Pokalübergabe um die Wette.

Florian Weyand

Charlotte Haas ist Deutsche U18-Meisterin im Hochsprung. Sie ist Löhnes neue Sportlerin des Jahres. Foto: Florian Weyand

In Rostock sicherte sich Joshua Fadire 2018 den Deutschen Meistertitel bei den Stabhochspringern in der U18-Klasse. Natürlich ist danach auch der Bundestrainer auf das Ausnahmetalent aufmerksam geworden. Die Folge: Im April steht für Fadire ein Trainingslager mit dem Kader des Deutschen Leichtathletikverbands an. »Wir fliegen nach Italien«, berichtet der 17-Jährige, der auch ein ausgezeichneter Mehrkämpfer ist. »In diesem Jahr mache ich mit der Mannschaft noch zwei Wettkämpfe, aber der Fokus liegt beim Stabhochsprung«, sagt das Leichtathletik-Talent.

4,90 Meter sind das Ziel

Nachdem er die U18-Konkurrenz in den vergangenen Jahren dominierte, steht für den Löhner nun der Sprung in den U20-Jahrgang an. Auch dort will der Schüler Medaillen und Titel sammeln. »Ich peile die 4,90 Meter im Stabhochsprung an. Das ist auch die Norm für den Bundeskader. Über Titel mache ich mir im ersten Jahr aber noch keine Gedanken«, sagt Fadire, der den ehemaligen ukrainischen Megastar Sergej Bubka als Vorbild nennt. Viermal in Folge ist Fadire jetzt bereits Sportler des Jahres geworden. Geht die Entwicklung des Youngsters im Eiltempo weiter, dürfte dem Stabhochspringer auch 2020 kein Konkurrent in Löhne das Wasser reichen können.

Seit acht Jahren läuft und springt Charlotte Haas auf den Tartanbahnen der Republik – und das sehr erfolgreich. 2018 sicherte sich die 17-Jährige den Deutschen Meistertitel im Hochsprung. Auch für Charlotte Haas steht ein Wechsel an. »Für mich ist es jetzt das erste Jahr in der U20-Klasse. Da muss ich erst einmal hereinfinden«, sagt die Schülerin. Um den Deutschen Meistertitel will die Kader-Athletin aber auch bei den unter 20-Jährigen mitspringen.

Charlotte Haas will Bestleistung steigern

Dafür muss sie ihre Bestleistung, die derzeit bei 1,80 Meter liegt, noch etwas steigern. »1,82 Meter habe ich im Blick«, sagt Haas, die fünf bis sechs Mal pro Woche nach der Schule trainiert. Irgendwann einmal als Profi mit ihrem Sport Geld zu verdienen, das kann sich die Löhnerin derzeit noch nicht so wirklich vorstellen. »Das ist sehr schwer, in der Leichtathletik fast nicht möglich«, sagt Haas, die nicht nur erfolgreiche Stabhochspringerin ist, sondern auch noch aktiv Tischtennis spielt. »Bei den Mädchen und in der zweiten Frauenmannschaft des TTC Mennighüffen«, sagt die Sportlerin des Jahres. Eine echte Überfliegerin.

Doch nicht nur die beiden Sportler des Jahres stehen im Rampenlicht. Tischtennisspielerin Sina Tiemann nimmt die Urkunde als Siegerin der Westdeutschen Rangliste entgegen. Die Schützinnen Beate Falck, Kerstin Kailuweit und Elke Heitkamp glänzen bei Landesmeisterschaften. Rettungsschwimmer Nico Pahmeyer sichert sich den WM-Titel in der Disziplin Gurtretter. Philipp Adler sprintet bei den Deutschen Meisterschaften über 300 Meter auf Rang drei.

Kommentar

Mit Joshua Fadire und Charlotte Haas sind zwei Leichtathleten zu den Sportlern des Jahres gewählt worden – wieder einmal. Das spricht für die gute Arbeit, die beim TV Löhne-Bahnhof geleistet wird. Trainer Karl-Heinz Held schafft es seit Jahrzehnten immer wieder, junge Sportler an die nationale Spitze zu führen. Man darf gespannt sein, wohin der Weg der beiden Athleten noch führen wird.

Dass aber wieder zwei Leichtathleten die Stars der Sportgala sind, zeigt auch ein Problem auf. In der Breite fehlt es in der Werrestadt an Spitzensportlern. Hinter Fadire und Haas sorgen – ausgenommen die Fußballer Robert Tesche und Lena Goeßling – mit Sarina Brockmann oder Kristin Pudenz wiederum nur Leichtathleten auf nationaler Ebene für Furore. In anderen Sportarten laufen Löhner meist nur hinterher.

Daher sollten Politik und Verwaltung das Sportkonzept dringend überdenken. Vereine und Athleten müssen effektiver gefördert, Sportstätten saniert werden. Ansonsten bleibt die Sportstadt Löhne mehrheitlich wie sie jetzt ist: In sachen Sport dann doch nur Kreisklasse.

Startseite