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Landesliga: SC Vlotho dreht beim packenden Derby-3:3 in Werste ganz spät auf

Punkt und Pils für »Biker« Schwöppe

Vlotho (VZ). Frank Schwöppe war gut drauf. »Es kommt selten vor, dass ich zum Spiel mit dem Rad anreisen kann. Daher wünsche ich mir, dass beide Teams die Klasse halten und es dieses Derby auch nächste Saison in der Landesliga gibt«, sagte der Trainer des SC Vlotho nach dem ­packenden 3:3 (0:3) bei der SV Eidinghausen-Werste launig über seinen »Heimvorteil«.

Alexander Grohmann

Joscha Kachel springt dem Torschützen zum 3:3 (87.), Sascha Schmikal, in die Arme. Zuvor hatte der junge Vlothoer selbst das 3:2 erzielt. Rechts kommt Nico Natale angelaufen. Foto: Grohmann

Mit drei Toren zwischen der 72. und 87. Minute hatte sein Team zuvor ein verloren geglaubtes Spiel noch gedreht. Bevor der Bad Oeynhausener sich seinen Drahtesel schnappte und die kurze ­Strecke nach Hause fuhr, konnte er guten Gewissens das »Feierabend-Bier« genießen, das ihm die SVEW auf den Tisch gestellt hatte. Pils und Punkt – das war mehr, als Schwöppe nach der ersten Halbzeit hatte erwarten können.

Nach 0:3-Rückstand liegen die Gäste schon am Boden

Nach Toren von Cihat Konak (4.), Danny Odoy (24.) und Dimitrios Nemtsis (40.) lag sein Team nach dem ersten Durchgang schon fast aussichtslos mit 0:3 hinten. Zur Pause blieb Rechtsverteidiger Enes Ulun in der Kabine – ein Opfer für die neue Alles-oder-nichts-Marschroute der Gäste. »Wir haben früh vom 4-2-3-1 auf ein 3-4-3-System umgestellt«, erklärte Schwöppe. Jannik Schling, Hannes Stegen und ­Benjamin Holt bildeten fortan die Dreierkette.

Bis zur späten Wende benötigte der SCV allerdings jede Menge Glück und das Unvermögen des Gegners, um im Spiel zu bleiben. »Wenn es hier am Ende 6:0 oder 7:0 steht, kann sich ­Vlotho auch nicht beschweren«, sagte SVEW-Coach Christian Scheidies mit Blick auf die vielen Chancen seiner Elf nach der Pause. Der Anschlusstreffer von Jannik Schling hauchte dem SCV dann urplötzlich neues Leben ein (72.).

1:3 durch Abwehrchef Jannik Schling setzt neue Kräfte frei

Was folgte, war das reinste Powerplay gegen nun nervöse Gastgeber. ­Joscha ­Kachel konnte schon in der 78. Minute fast das 3:3 bejubeln, doch Axel Benus lenkte seinen Kopfball mit den Fingern um den Pfosten. »Wieso hältst du den?«, rief der Vlothoer, der schon das 3:2 erzielt hatte (76.), dem Keeper perplex zu. ­Sascha Schmikal holte das 3:3 nach (87.), ehe Schiedsrichter ­Stefan Schönfelder den Gästen nach Foul von Nemtsis an Marcel Czinski sogar noch einen fälligen Elfmeter verweigerte (89.).

SCV-Abwehrchef Jannik Schling

Mit dem Endspurt wahrten Vlothos Spieler ihr Gesicht: »Es ist traurig, solch eine erste Halbzeit abzuliefern. In so einem Derby muss man doch gallig sein wie sonst was. Wir haben uns in der Pause zusammengerauft«, äußerte sich Abwehrchef Schling. »Wir sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen«, sagte Schwöppe über die erste Halbzeit.

Niklas Stuckenholz feiert seine Startelf-Premiere

Überraschend beorderte der Coach erstmals Niklas Stuckenholz in die Startelf. Mit Niklas Reitner bildete er das blutjunge Abräumer-Duo auf der Doppel-Sechs. Christian Franz nahm auf der Bank Platz. »Meine Knöchelschmerzen waren noch zu groß«, begründete der Routinier.

Angenehmer Nebeneffekt: Mit dem späten Punktgewinn verbesserte sich der SCV in der Landesliga wieder auf einen Nichtabstiegsplatz. Das Lächeln war auf die Gesichter zurückgekehrt. Und auf Frank Schwöppe wartete noch eine entspannte Radtour.

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