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DFB-Pokal: Rödinghauser trifft zum 1:1 gegen Dresden

Meyer enthüllt Jubel-Geheimnis

Lotte  (WB).Tamponade in der Nase, lädierter Knöchel: Linus Meyer wirkte nach Spielende gezeichnet. Die Schmerzen konnte der Linksaußen des SV Rödinghausen aber ausblenden, nachdem sich der Pokaltraum für den Fußball-Regionalligisten in Lotte erfüllt hatte. Und ­der Neuzugang aus Norderstedt hatte am 3:2-Coup nach Verlängerung des kleinen Dorfclubs gegen Zweitligist Dynamo Dresden nicht unwesentlichen Anteil.

Alexander Grohmann

Der erste Warnschuss für Dresden: Linus Meyer (vorne) feiert mit Joy Slayd Mickels den Treffer zum 1:1 in der 20. Minute. Foto: Oliver Schwabe

»Entscheidend war, dass wir 120 Minuten lang immer daran geglaubt haben, dass wir es schaffen können«, sagt der Offensivmann, der in der 20. Minute frech das 1:1 erzielt hatte. Bei einer verunglückten Abwehraktion von Dresden schaltete der Stürmer geistesgegenwärtig, umkurvte Dynamo-Keeper Markus Schubert und schob den Ball aus spitzem Winkel über die Linie.

Lange sah Meyer dem Ball hinterher, ehe er erleichtert zum Jubel übergehen konnte. »Ich habe gedacht: Das wird knapp. In der Vorbereitung habe ich so eine Chance gegen Werder II noch vergeben. Diesmal ging der Ball zum Glück rein«, beschrieb Meyer die Gefühlslage nach seinem wichtigen Ausgleichstreffer, der Dresden signalisierte: Der SVR ist da!

Meyer formt Initialen mit den Händen

Meyer nutzte den Gänsehaut-Moment vor der eigenen Fankurve, um mit den Händen seine ganz persönliche Jubel-Choreo zu präsentieren, die für viele im Stadion aber kaum zu entschlüsseln war. Der Linksaußen lüftet im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT jetzt das Geheimnis hinter der Tor-Geste: »Das ist mal im Auto entstanden. Da sind Nico Knystock, Nikola Serra und ich zu Ikea gefahren und haben ein bisschen rumgealbert und Nico kam auf die Idee, mit den Händen meine Initialen L und M zu formen. Ich habe das dann einfach gemacht nach meinem Tor und auf der Feier und nach dem Spiel haben ein paar von uns das den ganzen Abend geformt – obwohl manche da ordentlich Probleme hatten mt ihren Fingern«, berichtet Meyer am Sonntag lachend von der Pokal-Party, bei der es die Kicker nicht übertrieben. »Die Feier war gut, aber auch nicht zu doll, weil wir ja Mittwoch schon wieder gegen Lotte spielen«, sagt er.

Glaube an die eigenen Möglichkeiten

Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten trug den SVR auch in der Folgezeit durch das Match. »Wir haben ein geiles Team«, sagt ­Meyer, der viele Akzente setzte und sich bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute wie alle Spieler völlig verausgabte.

Kurios: Wo er sich die blutende Nase zugezogen hatte, wusste der 26-Jährige hinterher nicht mehr. Wohl aber, dass auf der Bank in der zweiten Halbzeit der Verlängerung schon die mög­lichen Schützen des Elfmeterschießens »heiß diskutiert« wurden. Doch so weit kam es nicht.

Schmerzen schien Meyer nach dem Sieg trotz seiner Blessuren keine mehr zu spüren. Zügig machte sich der Torschütze nach den Interviews am Mittelkreis auf den Weg zur Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt schon vor den Fans Platz genommen hatte. Er humpelte nicht, er sprintete. Die »Humba« wollte er nicht verpassen.

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