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3. Handball-Liga: Spenges Trainer Holtmann spricht nach Sieg gegen Krefeld von Punkten gegen Abstieg

»Es soll keiner mit Spinnerei anfangen«

Spenge (WB). Aufsteiger TuS Spenge hat seine Siegesserie zum Auftakt in die Saison der 3. Handball-Liga fortgesetzt. 22 Erfolgen am Stück in der Oberliga ließ die Mannschaft den ersten in der höheren Spielklasse gegen die HSG Krefeld folgen. Die letzte Meisterschaftsniederlage gab es gegen den ASV Hamm II am 9. September 2017.

Klaus Münstermann

Der TuS Spenge tanzt weiter Sirtaki. Was in der Oberliga-Aufstiegssaison 22 Siege hintereinander dazu gehörte, setzte sich am ersten Spieltag der 3. Liga überraschend fort. Mit einem 24:23-Erfolg feierten die Gastgeber einen überragenden Einstand. Foto: Jens Göbel

»Wir sind seit fast einem Jahr ungeschlagen«, sagte Trainer Heiko Holtmann. Dass Spenge die Marke erreicht, können nur noch der Northeimer HC am Sonntag (17 Uhr) und die SG Menden Sauerland Wölfe am 8. September verhindern. »Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden, zolle den Krefeldern aber auch Respekt. Wir haben glücklich gewonnen«, so Holtmann weiter.

Rot: krasse Fehlentscheidung

»Wir haben in der ersten Hälfte besonders gut gespielt. Ich bin froh, dass wir uns die Partie durch die krasse Fehlentscheidung bei der Roten Karte nicht kaputt machen lassen haben«, sagte Spenges Vorsitzender Horst Brinkmann. Phil Holland musste beim 20:16 nach einem Strafwurf das Feld verlassen, weil er angeblich auf den Kopf des Torhüters gezielt hatte. »Ich habe den Schiedsrichtern gesagt, dass er mit beiden Beinen in der Luft war. Sie wollten es sich auf Video anschauen. Wenn es eine Fehlentscheidung gewesen wäre, täte es ihnen leid.«.

Holland lobt die Galligkeit

Holland betonte: »Wir haben verdient gewonnen und es souverän zu Ende gespielt. Was uns schon in der Vorsaison ausgezeichnet hat, Teamgeist, Geschlossenheit und die Galligkeit zu gewinnen, hat den Ausschlag gegeben.«

Sein ehemaliger Mannschaftskollege Sebastian Reinsch, mit seinen Toren maßgeblich am Aufstieg beteiligt, pflichtete ihm bei: »Die Rote Karte wäre fast zum Knackpunkt geworden. Ohne sie wäre das eine deutlichere Angelegenheit für Spenge geworden. Es war ärgerlich und unverdient, dass Krefeld nur mit einem Tor verloren hat.«

Reinsch ist Begeistert

Reinsch, der beim Oberligisten TuS Bielefeld-Jöllenbeck noch einige Wochen wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel ausfällt, sagte weiter: »Bevor wir hier hingefahren sind, habe ich gedacht, es wäre schön, wenn sie so lange wie möglich mithalten können. Aber das war wirklich super-klasse. Spielerisch und taktisch, defensiv wie offensiv war Spenge die bessere Mannschaft.«

Holtmanns Bauchgefühl

Dafür hatte Heiko Holtmann eine plausible Erklärung: »Wir haben die Umstellung aus der Vorbereitung auf die Meisterschaft gut hinbekommen. Das gilt auch für unsere Torhüter. Auf die konnten wir uns heute verlassen.« Dass Bastian Räber seinen Kollegen Kevin Becker ab der 44. Minute zwischen den Pfosten ablöste, begründete Holtmann so: »Kevin hat gut gehalten. Aber Basti parierte direkt einen Siebenmeter. Das war eine Bauchentscheidung, ihn drin zu lassen.« Bei aller Freude über den ersten Saisonsieg sagte Holtmann: »Es soll bloß keiner mit der Spinnerei anfangen, wir könnten oben mitspielen. Das waren zwei Punkte gegen den Abstieg.«

»Fans kitzeln Prozente raus«

Kevin Becker befand: »Das ist der Auftakt, den wir uns gewünscht haben. Wir wussten, was für ein Kaliber auf uns zukommt. Doch wir haben sehr diszipliniert gespielt.« Selbst die fünf Minuten nach der Roten Karte hätte er keine Angst gehabt, dass Spiel nicht zu gewinnen. Im Vergleich zur mageren Kulisse eine Woche zuvor im DHB-Pokal gegen Dessau sagte Becker: »Die Halle war wieder voll da. Bei jeder Parade und jeder guten Aktion. Das kitzelt noch einmal ein paar Prozente mehr aus einem heraus.«

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