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Handball: Spenges Trainer Holtmann im Interview

»Vielleicht können wir die Vollprofis ärgern«

Spenge (WB). Samstag ist es soweit: Handball-Drittligist TuS Spenge empfängt im DHB-Pokal den Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV . TuS Spenges Trainer Heiko Holtmann hat über die Chancen auf ein Weiterkommen und den unbefriedigenden Stand der Vorbereitung beim Drittliga-Aufsteiger mit Sportredakteur Klaus Münstermann gesprochen.

Heiko Holtmann ist mit dem derzeitigen Stand der Vorbereitungen beim Handball-Drittligaaufsteiger TuS Spenge nicht zufrieden. Am Samstag steht der DHB-Pokal an. Foto: Thomas F. Starke

Herr Holtmann, vor einem Jahr gab’s in Spenge nur ein Thema: das Pokalspiel gegen den THW Kiel. Danach misslang der Start in die Oberliga. Am Samstag geht’s nun gegen einen Zweitligisten. Haben Sie an der Vorbereitung etwas geändert?

Heiko Holtmann: »Damals habe ich wegen des Kiel-Spiels den gesamten Trainingsplan umgeschmissen, damit wir nicht in dieser Partie in ein Leistungsloch fallen. Das sind wir dann zum Serienstart. Aus diesem Fehler habe ich gelernt. Auf so ein Pokalspiel nehme ich keine Rücksicht mehr. Im Vorjahr haben wir um den Aufstieg gespielt, in diesem Jahr geht es gegen den Abstieg. Wir brauchen erst mal jeden Punkt.«

»Ich wünsche mir, dass wir uns gut verkaufen.«

Haben Sie am Samstag eine Chance gegen einen Mittelklasse-Zweitligisten oder ist der Unterschied zu einem Drittliga-Aufsteiger zu groß?

Holtmann: »Der ist zwischen 3. Liga und dem Profitum der 1. und 2. Liga schon sehr groß. Während wir alle im Job oder im Studium sind, können sich die Spieler bei den Erst- und Zweitligisten voll auf den Handball konzentrieren.

Dessau ist eine körperlich robuste Mannschaft mit einer sehr guten Abwehr und zwei sehr starken Torhütern. Sie sind individuell auf jeder Position besser besetzt als wir. Aber eine Chance hat man immer. Wenn wir einen Top-Tag erwischen und sie uns unterschätzen, können wir die Vollprofis vielleicht ärgern. Ich wünsche mir, dass wir uns gut verkaufen.«

Viele Niederlagen in den Testspielen

Ihre Mannschaft hat seit September 2017 kein Pflichtspiel mehr verloren. Wie bereiten Sie ihre Spieler darauf vor, dass sich das in der höheren Liga ändern wird?

Holtmann: »Das muss ich jetzt bereits in der Vorbereitung. Wir haben von den acht Partien drei oder vier verloren. Damit kommen einige gar nicht klar. Es ist zwar gut, dass sie so hohe Ansprüche an sich selbst und an die Mannschaft haben. Aber deshalb müssen sie nicht ihr ganzes Können plötzlich in Frage stellen. Ich rede deshalb nach den Einheiten viel mit den Jungs. Wir müssen unser Leistungsniveau Schritt für Schritt steigern. Das geht nicht von jetzt auf gleich.«

Vier Spieler sind gegangen – mit Luca Werner nur ein externer gekommen. Ist ihr Team schwächer besetzt als im Meisterjahr?

Holtmann: »Nein, das sind wir nicht. Aber in der Breite fehlt uns die Qualität. Die haben Justus Aufderheide und Philipp Holtmann noch nicht. Das wissen sie auch. Aber wir haben uns dazu entschieden, diese beiden jungen Perspektivspieler in die Mannschaft einzubauen. Darüber hinaus habe ich zwölf Akteure, die im Aufstiegsjahr alle gespielt haben, weil wir viel durchgewechselt haben. Aber es darf wirklich nicht viel passieren.«

Auf der Suche nach einem Linkshänder

Für Sebastian Kopschek auf der halbrechten Position wurde kein Ersatz gefunden. Bleibt Marcel Ortjohann der einzige Linkshänder im Rückraum?

Holtmann: »Wir suchen noch einen Linkshänder. Aber das machen die acht Trainer unserer Vorbereitungsgegner, mit denen ich gesprochen habe, auch alle. Wir haben alles abgegrast und sogar Spielerberater eingeschaltet. Da war nichts zu machen. So haben wir die Auftakthandlungen unseres Spiels umgestellt.«

Beschäftigen Sie sich schon mit dem Saisonstart am 25. August gegen die HSG Krefeld?

Holtmann: »Nicht so sehr, weil wir spielerisch und taktisch nicht da sind, wo ich gerne wäre. Viele Kleinigkeiten haben die Vorbereitung gestört. In der Summe war es zu viel. In beiden Vorbereitungsphasen waren Spieler im Urlaub, weil der kaum planbar war. Bei den Einheiten fehlten hin und wieder Utensilien, weil wir in Lenzinghausen trainieren müssen. Dafür sind wir gleichwohl dennoch sehr dankbar. Und bei dem extrem heißen Wetter konnte man nicht so hoch belastend trainieren wie üblich. Mir fehlen die zwei Wochen, die die 3. Liga eher in die Serie startet als die Oberliga.«

Gespielt wird in jedem Fall

Die Sporthalle in Spenge ist derzeit geschlossen, weil bei Sanierungsarbeiten Keime im Wasser gefunden wurden. Diese Zeitung berichtete. Ob dort am Samstag gespielt werden kann, entscheidet sich erst am Donnerstag. »Wir sind zuversichtlich, müssen aber die Untersuchungsergebnisse abwarten«, sagte Heiko Holtmann am Dienstag. Sollte es von den Behörden kein grünes Licht geben, wird man in die Sporthalle nach Bielefeld-Jöllenbeck ausweichen.

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