1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. NRW
  4. >
  5. Ärzte fordern Ausbau von Booster-Impfstellen

  6. >

Ärzte fordern Ausbau von Booster-Impfstellen

Münster (dpa/lnw)

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Ärzte einen raschen Ausbau der Möglichkeiten für Auffrischungsimpfungen. Neben den Praxen müssten auch Krankenhäuser Impfzentren andocken, um das dringend notwendige «Boostern» zu beschleunigen, sagte der westfälisch-lippische Ärztekammerpräsident Hans-Albert Gehle am Mittwoch. Auch der Einsatz mobiler Teams müsse ausgeweitet werden. «Die Politik muss uns jetzt die Möglichkeit geben, die Strukturen entsprechend zu schaffen, wie auch finanziell zu unterstützen, dass wir mit Vollgas loslegen können», sagte Gehle. Für den «Impfturbo» seien auch unkonventionelle Wege denkbar, etwa die Einrichtung von Impfstellen am Eingang zum Fußballstadion oder in der Moschee.

Von dpa

Ein medizinischer Mitarbeiter impft eine Frau. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Symbolbild

Die Zahl der Impfdurchbrüche nehme zu, es brauche daher schnellstmöglich altersunabhängige Boosterimpfungen auch schon nach vier oder fünf Monaten, so auch der Appell des Direktors des Uni-Klinikums Münster Hugo Van Aken. Die Schließung der großen Impfzentren sei ein Fehler der Politik gewesen, sagte er. Allerdings seien für die Booster-Impfungen auch kleinere Einrichtungen ausreichend, weil die zeitkostende Aufklärung beim dritten Pieks in den meisten Fällen wegfalle.

Sorge machen den Medizinern die auch in Nordrhein-Westfalen mit großer Dynamik steigenden Corona-Infektionszahlen. Am Mittwoch war die Zahl der Neuinfektionen mit 7013 auf einen Rekordwert gesprungen. In NRW seien Intensivstationen zwar aufgrund der vergleichsweise hohen Impfquote noch nicht durch Corona überlastet, sondern hätten viele andere Patienten zu versorgen. Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Personalmangels in den Kliniken warnte van Aken jedoch: «Die Lage ist dramatisch.» Passiere weiter nichts, müsse sich NRW auf einen «Kollaps des Gesundheitssystems» Anfang des kommenden Jahres einstellen. Wegen fehlenden Personals könne ein knappes Drittel der Intensivbetten schon jetzt gar nicht mehr bedient werden.

Startseite
ANZEIGE