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AfD-Landeschef will für NRW-Vorsitz nicht mehr kandidieren

Düsseldorf (dpa)

Auf dem Landesparteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen am übernächsten Wochenende will der bisherige Landeschef Rüdiger Lucassen nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. In einem am Montag verschickten Schreiben an die Mitglieder des Landesverbandes, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schreibt der Bundestagsabgeordnete: «Nach reiflicher Überlegung habe ich die Entscheidung getroffen, nicht erneut als Ihr Landessprecher zu kandidieren.» Stattdessen wolle er den Weg für die nachfolgende Generation ebnen.

Von dpa

Rüdiger Lucassen, Landesvorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Er habe «große Hochachtung» vor dieser Entscheidung Lucassens, einen Generationenwechsel im Landesvorstand einzuläuten, sagte Kay Gottschalk, Bundestagsabgeordneter und ebenfalls Mitglied des NRW-Landesverbandes. Er persönlich halte Martin Vincentz für einen guten möglichen Nachfolger an der Spitze des Landesverbandes. Der Mediziner und NRW-Landtagsabgeordnete sei vielen Mitgliedern durch seine fundierten Äußerungen zur Corona-Politik bekannt.

«Mit meinen frei werdenden Ressourcen werde ich mich verstärkt meiner politischen Arbeit in Berlin widmen», fügte Lucassen in seinem Schreiben an die Mitglieder hinzu. Ob der Verteidigungspolitiker damit seine Aufgaben im Bundestag meint oder womöglich Ambitionen mit Blick auf die in diesem Jahr ebenfalls anstehende Neuwahl des Bundesvorstandes, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Lucassen schrieb lediglich, er fühle sich darin bestätigt, «dass das Konzept der Einzelspitze aufgegangen ist». Diesen Weg sollte die AfD sowohl im Bund als auch in der Bundestagsfraktion verfolgen. Die AfD sei aus den Kinderschuhen heraus und sollte Zuständigkeiten deshalb «nicht ängstlich verteilen».

Die Bundestagsfraktion leiten aktuell Tino Chrupalla und Alice Weidel. An der Spitze der Bundespartei stehen Chrupalla und Jörg Meuthen. Meuthen, der sich in den vergangenen Jahren als Gegenspieler der Rechtsaußen-Strömung in der Partei positioniert hatte, will nicht mehr antreten. Die Neuwahl der Parteispitze war ursprünglich für den vergangenen Dezember vorgesehen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen wurde jedoch entschieden, den geplanten Parteitag in Wiesbaden auf 2022 zu verschieben.

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