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Bätzing äußert sich skeptisch zu Woelki-Entscheidung

Bonn/Köln (dpa)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat mit vorsichtiger Skepsis auf die Entscheidung von Papst Franziskus reagiert, den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Amt zu belassen, ihm aber gleichzeitig eine Auszeit zu gewähren. «Ich nehme die Entscheidungen des Heiligen Vaters entgegen und hoffe, dass der Prozess einer Aussöhnung im Erzbistum Köln anlaufen wird», teilte Bätzing am Freitag in Bonn mit. «Ob dies innerhalb weniger Monate zu einer grundlegend veränderten Situation führen kann, vermag ich nicht zu beurteilen.»

Von dpa

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Rom sei sichtlich darum bemüht, «Bewegung in die schwere Krisensituation im Hinblick auf das Vertrauen in die Führung des bischöflichen Amtes zu bringen, die das Erzbistum Köln schwer belastet und weit darüber hinaus auf die Kirche in unserem Land ausstrahlt». Bätzing zog sodann folgenden Vergleich: «Die Entscheidung zu Kardinal Woelki erinnert mich in manchem an das römische Vorgehen im Blick auf meinen Amtsvorgänger in Limburg.» Dieser, der sogenannte «Protzbischof» Franz-Peter Tebartz-van Elst, war nach der Auszeit nicht mehr in sein Bischofsamt in Limburg zurückgekehrt, sondern hatte eine neue Funktion in Rom bekommen.

Weiter teilte Bätzing mit: «Was in der Note zur Entschiedenheit des Aufarbeitungswillens von Kardinal Woelki gesagt wird, trifft einerseits zu, andererseits lässt es angesichts der entstandenen Lage viele Betroffene ratlos und verletzt zurück.» Die Entscheidungen aus Rom würden sehr kontrovers diskutiert werden, so Bätzing. «Vieles hängt jetzt davon ab, wie Kardinal Woelki die Auszeit gestalten wird. Es braucht – auch von ihm – Gesprächs- und Mediationsangebote, um Chancen und Perspektiven zu finden.»

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