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Bahnbetreiber dringen auf Lösung für Finanzprobleme

Düsseldorf (dpa/lnw)

Über finanzielle Hilfen für die im NRW-Regionalverkehr fahrenden Bahnunternehmen wird seit langem verhandelt. Nach Abellio, das sich in ein Schutzschirmverfahren geflüchtet hat, klagt auch Eurobahn-Betreiber Keolis über Probleme und fordert eine Lösung.

Von dpa

Ein Zug des Anbieters Abellio fährt auf einem Gleis. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Für die Finanzprobleme der Eisenbahngesellschaften in Nordrhein-Westfalen wird weiter nach einer Lösung gesucht. Die Gespräche über eine Anpassung der Verträge dauerten an, hieß es am Montag bei den Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr und Westfalen-Lippe. Die privaten Eisenbahnunternehmen klagen über kräftig gestiegene Personalkosten und die finanziellen Folgen der vielen Baustellen im Netz, die bei Abschluss der Verträge nicht absehbar gewesen seien. Sie verlangen deshalb Nachzahlungen.

Die Gespräche laufen seit rund eineinhalb Jahren. Der Betreiber Abellio, der der niederländischen Bahn gehört und viele Strecken im Ruhrgebiet bedient, hatte sich Ende Juni in ein Schutzschirmverfahren geflüchtet. Weil die Übernahme der Personalkosten durch die Bundesagentur für Arbeit Ende September ausläuft, gibt es bei der Suche nach einer Einigung einen gewissen Zeitdruck. Die Abellio-Züge fahren weiter.

Auch der Eurobahn-Betreiber Keolis, eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF, steht unter Druck. Das Deutschland-Geschäft fahre Verluste ein, sagte eine Sprecherin am Montag. «Wir werden es mit den bestehenden Verträgen nicht schaffen, wirtschaftlich erfolgreich auf den deutschen Markt unterwegs zu sein.»

Nach einem Bericht der «WAZ» (Montag) strebt Keolis den kompletten Ausstieg aus dem deutschen Regionalbahn-Markt noch in diesem Jahr an. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Branchenkreisen. Dazu sagte die Keolis-Sprecherin: «Es ist noch gar nicht klar, in welche Richtung es geht.» Die Entscheidungen des Unternehmens hingen vom Ausgang der Verhandlungen ab. Keolis fährt in NRW mit der Eurobahn vor allem in Westfalen.

Das Land NRW ist bereit, den Eisenbahnunternehmen finanziell zu helfen. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums verwies auf Äußerungen von Ressortchef Hendrik Wüst im Juni im Verkehrsausschuss des Landtags. Wüst hatte damals gesagt, es könnten nur unvorhersehbare Mehrkosten ausgeglichen werden. Der CDU-Politiker hatte dabei Verkehrsverbünde und Unternehmen aufgefordert, «zeitnah eine Einigung» zu finden.

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