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BVB entzieht Altkanzler Schröder die Ehrenmitgliedschaft

Dortmund (dpa)

Altkanzler Schröder hält trotz aller Kritik an seinen wirtschaftlichen Russland-Verbindungen fest, darauf hat nun Borussia Dortmund reagiert. Der Verein entzog dem 77-Jährigen die Ehrenmitgliedschaft, auch der DFB prüft diesen Schritt.

Von dpa

Gerhard Schröder (SPD), ehemaliger Bundeskanzler. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Borussia Dortmund hat wie angekündigt Altkanzler Gerhard Schröder mit sofortiger Wirkung die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Damit reagierte der Fußball-Bundesligist auf die bislang fehlende Bereitschaft des 77-Jährigen, als Folge der russischen Invasion in die Ukraine seine Führungspositionen bei staatlichen russischen Energiekonzernen niederzulegen. «Über einen entsprechenden und einstimmig getroffenen Präsidiumsbeschluss unterrichtete Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball den Bundeskanzler a.D. am heutigen Vormittag in einem persönlichen Gespräch», teilte der BVB am Mittwoch mit.

Der ehemalige Bundeskanzler gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 77-jährige Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk LinkedIn zwar aufgefordert, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede. Das bringt ihm viel Kritik von allen Seiten ein, nun reagierte auch der BVB.

Zu Begründung dieses angekündigten Schrittes teilte der Verein in seiner Stellungnahme mit: «Die Übernahme von Führungspositionen in russischen Staatskonzernen durch ein BVB-Ehrenmitglied ist vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und des damit einhergehenden gravierenden Verstoßes gegen geltendes Völkerrecht nicht akzeptabel.»

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den früheren Bundeskanzler als Ehrenmitglied des Verbands am Dienstag aufgefordert, auf die «Funktionen in russischen Staatskonzernen» zu verzichten oder seine Ehrenmitgliedschaft im DFB aufzugeben.

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