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Dinslakener IS-Terrorist kündigt neue Aussage an

Düsseldorf (dpa)

Nach mehr als zwei Jahren Prozessdauer hat der wegen Mordes angeklagte IS-Terrorist Nils D. überraschend eine neue Aussage angekündigt. Das für Freitag vorgesehene Plädoyer seiner Verteidiger wurde daher vertagt. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht muss nun die bereits abgeschlossene Beweisaufnahme wieder aufnehmen. Einer der Verteidiger bat um Entschuldigung für die Verzögerung.

Von dpa

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Die Bundesanwaltschaft hatte für den Dinslakener bereits lebenslange Haft wegen Mordes gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere seiner Schuld. «Er hat regelmäßig und systematisch gefoltert», hatte der Anklagevertreter gesagt. Dabei sei einer der von ihm gefolterten Gefangenen zu Tode gekommen.

Unter dem Kampfnamen Abu Ibrahim al-Almani («Ibrahim der Deutsche») habe der Angeklagte in einem Foltergefängnis der Terrororganisation «Islamischer Staat» in Syrien sein Unwesen getrieben. Der inzwischen 31-Jährige war bereits im März 2016 als IS-Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Er gehörte der berüchtigten «Lohberger Brigade» von Salafisten aus dem Zechenviertel Dinslaken-Lohberg an, die sich in Syrien dem IS anschlossen. Erst nach seiner ersten Verurteilung tauchten mehr und mehr ehemalige Gefangene auf, die aussagten, er sei im Gefängnis einer der Folterknechte gewesen.

Während der Folter im Gefängnis von Manbidsch sollen die Gefangenen mit gefesselten Händen an die Decke gehängt und mit einem Holzstock am ganzen Körper geschlagen worden sein. Gefangene, die als nächste an der Reihe waren, mussten dabei zusehen. In eine Zelle waren laut Zeugenaussagen bis zu 50 Gefangene gepfercht. Sie hätten aus Platzmangel im Stehen schlafen müssen.

Das Gericht setzte nach der Ankündigung weitere Verhandlungstage an. Der im September 2019 begonnene Prozess soll am 12. November fortgesetzt werden.

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