1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. NRW
  4. >
  5. Entschärfung von großer Luftmine: 11.000 Menschen evakuiert

  6. >

Entschärfung von großer Luftmine: 11.000 Menschen evakuiert

Essen (dpa/lnw)

Die Entschärfung einer Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg ist eine logistische Herausforderung. 11.000 Menschen müssen in Essen evakuiert werden, 750 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisatoren und Ordnungsamt sind im Einsatz.

Von dpa

Ein Polizeiauto steht hinter einem Absperrband der Polizei. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Nach dem Fund einer besonders großen Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg in Essen laufen die Evakuierungsmaßnahmen und die unmittelbare Vorbereitungen für die Entschärfung auf Hochtouren. Mehr als 11.000 Menschen mussten in einem Radius von einem Kilometer in dem Gebiet rund um die Fundstelle im Stadtteil Stoppenberg ihre Wohnungen und Häuser verlassen. «Mit dem ersten Durchgang, der Evakuierung im inneren Kreis, sind wir jetzt fertig», berichtete eine Stadtsprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Nachmittag. «Nun beginnen wir mit dem zweiten Durchgang.» Es sei insgesamt eine Fläche von drei Quadratkilometern zu bearbeiten.

Nach dem Stand der Evakuierung rechnete die Stadt damit, dass die Experten des Kampfmittelräumdienstes aus Düsseldorf am späteren Nachmittag oder frühen Abend mit der Entschärfung des Blindgängers beginnen konnten.

Den Angaben zufolge verfügt die bei Sondierungsarbeiten am Dienstag gefundene, außergewöhnlich große Bombe über drei Aufschlagzünder und eine Sprengstoffmenge von 840 Kilogramm. Eine Luftmine mit derartiger Sprengkraft sei seit mindestens 20 Jahren in Essen nicht gefunden worden, hatte die Stadt mitgeteilt.

Bereits um 8.30 Uhr war damit begonnen worden, die Bewohner und Angestellten der acht betroffenen Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen in Sicherheit zu bringen. In einem Umkreis von weiteren 1000 Metern durften sich die Menschen nicht im Freien aufhalten und bestimmte Gebäudeteile aufsuchen. Sieben Kitas in dem betroffenen Gebiet blieben den ganzen Tag über geschlossen. Von den Anwohnern wurden mehr als 100 Krankentransporte angemeldet, von denen am Nachmittag rund die Hälfte abgearbeitet war.

Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger gab es auch im Auto-, Bus- und Bahnverkehr. Vorübergehend mussten einige Straßen sowie Bahnstrecken zwischen dem Essener Hauptbahnhof und Gelsenkirchen gesperrt werden. Auch ein Recyclinghof in Altenessen wurde zeitweise geschlossen, weil er im Sperrbereich lag.

Zwei Betreuungsstellen für die von der Evakuierung betroffenen Menschen sowie ein Bürgertelefon, auf dem mehr als 1200 Anrufe eingingen, hatte die Stadt eingerichtet - ein Rekord für Essen. Insgesamt waren etwa 750 Einsatzkräfte von Feuerwehr, unterschiedlichen Hilfsorganisationen aus ganz NRW sowie zahlreiche Essener Ordnungsamtsmitarbeiter an der Aktion beteiligt.

Startseite