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Wohlfahrtsverband

Erneut mehr Menschen in NRW von Armut bedroht

Düsseldorf (dpa/lnw)

In Nordrhein-Westfalen ist nach Zahlen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die soziale Ungleichheit durch die Corona-Krise erneut angewachsen. Mit 18,7 Prozent ist die Armutsgefährdungsquote in NRW demnach im Vorjahresvergleich (17,6) nochmals angestiegen, wie der Verband bei der Vorstellung des «Armutsbericht 2022» am Mittwoch in Berlin mitteilte. Bundesweit liegt die Quote bei 16,6 Prozent. Dabei bleibt das Ruhrgebiet mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent eine der bundesweiten Problemzonen.

Von dpa

Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Der Sozialverband VdK zeigte sich über die Zahlen schockiert. Der NRW-Landesvorsitzende Horst Vöge: «Viele Instrumente der Ampel-Koalition haben Haushalte mit einem geringem Einkommen oder einer geringen Rente bisher kaum spürbar entlastet. Deshalb haben immer mehr Menschen Probleme, über die Runden zu kommen.» Die neue NRW-Landesregierung müsse deshalb jetzt ihre Vorwahlversprechen einlösen und die Entlastungspakete im Bundesrat vorantreiben, heißt es in einer Mitteilung des VdK.

Der Bericht beruht auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Armut wird in wohlhabenden Ländern wie Deutschland nicht über direkte Not wie Hunger oder Obdachlosigkeit definiert. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, ob das Haushaltseinkommen für gesellschaftliche Teilhabe reicht. Die Armutsgefährdungsquote gibt dabei den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss.

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