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Erneute Attacke in Altstadt: 18-Jähriger niedergestochen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Blutige Karnevalstage in Düsseldorf: Sechs junge Männer wurden durch Stiche zum Teil lebensgefährlich verletzt, vier von ihnen in der Altstadt - obwohl diese erst im Dezember zur Waffenverbotszone erklärt worden war.

Von dpa

Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Bei einer weiteren Attacke an Karneval ist ein vierter junger Mann in der Düsseldorfer Altstadt niedergestochen worden. Das 18-jährige Opfer sei am Rosenmontag gegen 21.20 Uhr mit Stichverletzungen in einer der Gassen liegend entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Laut einer Polizeisprecherin hatten zunächst drei junge Männer das spätere Opfer angerempelt. Einer habe dem 18-Jährigen ins Gesicht geschlagen, dann rammte ihm jemand ein Messer in den Bauch. Der 18-Jährige wurde operiert, Lebensgefahr bestand laut Polizei nicht. Der Messerstecher sei 16 bis 20 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und mit einem dunklen Trainingsanzug bekleidet.

Am Karnevalssonntag waren, nicht weit entfernt, drei junge Männer im Alter von 17, 18 und 22 Jahren von einem noch unbekannten Täter und einem Komplizen niedergestochen worden. Eines der Opfer (17) schwebte am Dienstag weiterhin in Lebensgefahr.

Es gebe Aufnahmen der beiden Verdächtigen aus Überwachungskameras, sagte ein Polizeisprecher. Am Montag veröffentlichte die Polizei Fotos des Hauptverdächtigen und mutmaßlichen Messerstechers. Er und sein Begleiter waren geflohen.

Laut Ermittlerkreisen waren die Verdächtigen nicht verkleidet. Alle drei Opfer wurden notoperiert, auch bei dem 18-Jährigen bestand zunächst Lebensgefahr. Die Attacke hatte sich am Burgplatz ereignet.

Über Karneval hatte die Polizei eine hohe Aggressivität in der Altstadt beklagt. Mit zunehmender Uhrzeit sei das Verhalten immer aggressiver geworden. Am Rosenmontag war es am Rheinufer am Rand der Altstadt zu so dichtem Gedränge gekommen, dass die Stadt zusätzliche Zäune aufstellte - damit im dichten Gedränge niemand ins Wasser fällt. Aus selbem Grund wurde ein Feuerlöschboot und ein Rettungsboot der Feuerwehr ans Rheinufer zum Schlossturm beordert, um schnell Hilfe leisten zu können.

Die Altstadt war im vergangenen Dezember zur Waffenverbotszone erklärt worden. Das Mitführen von Messern mit mehr als vier Zentimeter langer Klinge ist dort zu bestimmten Zeiten - so auch über die Karnevalstage - verboten.

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof war es bereits am Freitagabend zwischen zwei jungen Männern (17, 20) zu einer Auseinandersetzung mit einem Messer gekommen. Der zunächst flüchtige Verdächtige (20) wurde durch die Bundespolizei vorläufig festgenommen.

Ein 17-Jähriger erlitt einen vier Zentimeter tiefen Stich in den Oberschenkel. Der 20-jährige mutmaßliche Messerstecher wurde noch in der Nähe von einer Streife gestellt. Auch er wies eine Stichverletzung am Oberschenkel auf, behauptete aber nicht zu wissen, woher diese stammte.

Bei schönem Wetter hatten sich am Sonntag und Montag Tausende junger Menschen vor allem am Burgplatz und am Rheinufer getroffen, um Karneval zu feiern. Mit steigendem Alkoholpegel sei die Stimmung aggressiver geworden, berichtete die Polizei. So habe ein 17 Jahre alter Intensivtäter in der Nacht zum Montag einen anderen jungen Mann mit einem Faustschlag brutal niedergestreckt und auszurauben versucht. Polizisten nahmen ihn in Tatortnähe fest.

In den frühen Morgenstunden des Rosenmontags seien junge Frauen von drei Männern belästigt und angefasst worden. Als die Frauen sich wehrten, hätten die Täter auf sie eingeschlagen und sie schwer verletzt. Die Fahndung nach den Verdächtigen dauere an.

Ein 18-Jähriger habe einem Beamten eine Spielzeugpistole an den Kopf gehalten. Als er daraufhin in Gewahrsam genommen wurde, wehrte er sich heftig. Am späten Montagabend wurden dann noch zwei Frauen in der Altstadt von einem Minderjährigen attackiert. Bei seiner Festnahme verletzte er zwei Polizisten.

Die Feuerwehr berichtete von 1582 Einsätzen der Notfallsanitäter - deutlich weniger als vor der Corona-Pandemie (2019: 2145). Vor Ort mussten mit 158 Menschen ebenfalls deutlich weniger medizinisch versorgt werden als 2019: Da waren es fast 600. Allerdings waren in diesem Jahr auch alle offiziellen Veranstaltungen des Straßenkarnevals in Düsseldorf abgesagt.

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