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Kreis Kleve

Feuerwehr rettet Familie mit Kleinkind aus brennendem Haus

Goch (dpa/lnw)

Eine junge Familie mit einem einjährigen Sohn hat die Feuerwehr in Goch (Kreis Kleve) aus einem eigentlich leerstehenden und in Brand geratenen Wohnhaus gerettet. Als die Feuerwehrkräfte am Dienstagmorgen wegen «unklarer Rauchentwicklung» an dem Gebäude eintrafen, habe der Keller in Flammen gestanden. Weil sie einen Lichtschein in einem der Obergeschosse bemerkt hatten, sei das bereits größtenteils verrauchte Haus parallel zur Brandbekämpfung nach Personen durchsucht worden, teilte die Feuerwehr mit.

Von dpa

Ein Rettungswagen der Feuerwehr fährt auf einer Straße. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa/Symbolbild

Ein Atemschutztrupp habe dabei in einem als Schlafzimmer eingerichteten Raum im 3. Stock einen 39-jährigen Mann, eine 28-jährige Frau und einen einjährigen Jungen entdeckt. Das Kind sei über eine Drehleiter gerettet, seine Eltern über das Treppenhaus aus dem Gebäude geführt worden. Dabei seien wegen der starken Rauchentwicklung sogenannte Fluchthauben mit integriertem Atemluftfilter zum Einsatz gekommen, hieß es.

Wie die Polizei in Kleve nach ersten Ermittlungen am Nachmittag mitteilte, handelt es sich bei den Geretteten um Menschen ohne festen Wohnsitz. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Sie gehe bisher von einer Brandstiftung aus.

Die junge Familie kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, konnte es jedoch schon wieder verlassen. Das Ordnungsamt der Stadt Goch kümmere sich nun um die ausländische Familie, die sich offenbar illegal in dem Haus aufhielt. Weitere Personen seien in dem Gebäude nicht angetroffen worden.

Etwa 80 Einsatzkräfte verschiedener Löschzüge waren rund dreieinhalb Stunden beschäftigt, ehe der Brand gelöscht war. In den insgesamt drei leerstehenden Wohnblocks habe es in der Vergangenheit bereits mehrfach gebrannt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zuletzt musste dort im Juni ein Brand gelöscht werden. Damals wurde den Angaben zufolge ein Mann vor den Flammen gerettet.

Bei den Gebäuden - auch Belgierhäuser genannt - handelt es sich um ehemalige Wohnhäuser von Militärangehörigen, erklärte der Feuerwehrsprecher der dpa auf Nachfrage. Nach dem Abzug der Armee wurden die Wohnungen als Eigentumswohnungen verkauft, dürften wegen Baufälligkeit aber seit längerem nicht mehr genutzt werden.

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