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Fotokünstler setzt ehemaligen OB in Szene: Mit fremdem Foto

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Der Fotokünstler Thomas Ruff hat den abgewählten Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) für die Ahnengalerie des Düsseldorfer Rathauses porträtiert. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Ungewöhnlicher Zuwachs für die Ahnengalerie im Düsseldorfer Rathaus: Der abgewählte SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel hängt nun als Porträt des weltbekannten Fotokünstlers Thomas Ruff im Ältestenratssaal. Allerdings fotografierte Ruff den ehemaligen Politiker gar nicht selbst - sondern benutzte die Aufnahme eines Kollegen.

Der Hintergrund, wie Geisel bei der Enthüllung des Bildes am Mittwoch erklärte: Ruff habe ihm zunächst «einen Korb gegeben», als er ihn um das Porträt für die Ahnengalerie bat. Ruff - so Geisel - mache nämlich keine Auftragsportäts mehr. Später habe Ruff sich dann noch mal gemeldet und den Vorschlag der künstlerischen Bearbeitung eines bereits existenten Fotos gemacht.

So wurde aus einem älteren offiziellen Amtsfoto Geisels, das der Meerbuscher Fotograf Norbert Hüttermann gemacht hatte, ein grobkörniges Schwarz-Weiß-Bild. Hüttermann hatte der Verwendung zuvor zugestimmt. Sein Honorar will Ruff an eine Obdachlosenorganisation spenden. Geisels Porträt ist das erste Foto in der Ahnengalerie, die sonst von Ölgemälden geprägt ist.

Die Enthüllung, zu der am Mittwoch auch Star-Fotograf Andreas Gursky kam, wurde zu einem Plädoyer für Düsseldorf als Standort eines Deutschen Fotoinstituts. Geisels Nachfolger Stephan Keller (CDU) verdeutlichte, dass man weiter um das Institut kämpfen werde. Auch Essen bewirbt sich als Standort. Eine Entscheidung soll erst nach der Bundestagswahl fallen.

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