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Gericht bietet «Earl of Bristol» Strafnachlass

Mönchengladbach: (dpa/lnw)

Dem notorischen Hochstapler und falschen «Earl of Bristol» winkt in Mönchengladbach ein Strafrabatt. Im Gegenzug verlangt das Landgericht aber ein Geständnis von dem 25-jährigen Neusser. Der war gegen ein Urteil des Amtsgerichts in die Berufung gezogen.

Von dpa

Außenaufnahme des Landgerichts Mönchengladbach. Foto: Marcel Kusch/dpa

Das Amtsgericht hatte wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Führerschein sechs Jahre Haft gegen den Mann verhängt. Am Donnerstag gab es ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen: Bei einem umfassenden Geständnis werde er nicht mehr als vier Jahre Haft bekommen, so das Gericht anschließend.

«So ersparen sie auch ihrer leidgeprüften damaligen Lebensgefährtin die erneute Aussage vor Gericht.» Die junge Frau war ebenfalls auf den angeblichen englischen Adligen hereingefallen.

Der mehrfach vorbestrafte Hauptschulabbrecher soll zwischen November 2018 und August 2020 in mehr als 60 Fällen unter falschen Namen oder auf Kosten anderer Luxushotels gebucht, Häuser und Appartements angemietet und Luxusautos geordert haben. Der Schaden wird auf 80.000 Euro beziffert.

Der «Earl» will der Sohn eines 2012 im Irak gefallenen britischen Adligen sein und hatte vor Gericht sogar seinen leiblichen und lebendigen Vater verleugnet. Bisher sah sich der 25-Jährige immer zu Unrecht verfolgt und behauptete, Opfer von Computerbetrügern geworden zu sein.

Vor dem Amtsgericht Düsseldorf wartet im kommenden Jahr wegen weiterer mutmaßlicher Betrügereien der nächste Strafprozess auf den 25-Jährigen. Der Prozess in Mönchengladbach wird am 25. November fortgesetzt.

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