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Großer Andrang in neuen Impfzentren

Köln/Düsseldorf (dpa/lnw)

Erst verschwanden die Impfzentren, jetzt bauen viele Kommunen die Kapazitäten wieder deutlich aus. An den neuen Einrichtungen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen hoffen, schnell ohne Termin zur Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung zu kommen.

Von dpa

Impfwillige stehen vor dem Eingang des Impfzentrums. Foto: Malte Krudewig/dpa

Die in immer mehr Städten eröffnenden neuen Impfzentren verzeichnen einen großen Andrang. «In vielen Städten haben feste Impfstellen bereits aufgemacht, weitere eröffnen in den nächsten Tagen», sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy, am Montag der dpa. Dabei gebe es zunehmend das Angebot einer digitalen Terminvergabe. Die niedergelassenen Ärzte blieben die erste Anlaufstelle bei den vielen Impfungen, die nötig seien. «Sie müssen jetzt ihre Zusagen einhalten und denen, die eine Impfung wünschen, zeitnah und unkompliziert ein Impfangebot machen.»

In Düsseldorf sollen dort, wo bis vor kurzem Bücher ausgeliehen werden konnten, jetzt viele Corona-Impfungen verpikst werden: Die Landeshauptstadt hat in den früheren Räumen der Zentralbibliothek am Hauptbahnhof ein Impfzentrum eröffnet. «Ich glaube, der Andrang vor der Tür, den sie alle gesehen haben, zeigt, dass wir da absolut richtig liegen und dass kein Tag länger hätte vergehen dürfen», sagte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) bei der Eröffnung am Montag. In dem kurzfristig eingerichteten «Impfzentrum 2.0» könnten pro Tag etwa 1800 Menschen eine Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung erhalten. Die Kapazität könne auch noch erweitert werden.

«Wir müssen jetzt impfen, impfen, impfen», betonte Keller. Als die Landeshauptstadt gezwungen worden sei, ihr Impfzentrum Ende September zu schließen, sei den Kommunen nur eine ergänzende und koordinierende Rolle in der Impfkampagne zugedacht worden. «Wir haben das nie so ganz geglaubt, dass es dabei bleiben würde.» Deshalb habe die Stadt dann zwei dezentrale Impfstellen und ein Impfmobil betrieben.

Krefeld berichtete am Montag ebenfalls von einer sehr großen Nachfrage beim neuen Impfzentrum. Zum Start habe sich eine Schlange gebildet, da viele Menschen ohne Termin gekommen seien, teilte die Stadt mit. Im Laufe des Mittwochs würden neue Termine im Anmeldeportal www.krefeld.de/impftermin freigeschaltet. Pro Tag seien rund 300 Impfungen möglich.

Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein, Oliver Funken, geht davon aus, dass die niedergelassenen Ärzte insgesamt den hohen Bedarf an Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen in den kommenden Wochen durchaus bewältigen können. Wie in den ersten drei Wellen gingen die Haus- und Fachärzte nach der Priorität der besonders zu Schützenden vor. Auch die Angebote der Kommunen in den Impfstellen und durch mobile Impfteams seien willkommen, um die vierte Welle zu brechen.

In Köln soll an der Lanxess-Arena an diesem Dienstag ein neues Impfzentrum öffnen, wie das Management der Multifunktionshalle am Freitag mitteilte. Es werde sich um ein «Drive-in-Impfzentrum» auf dem Außengelände handeln. Termine sollen nur online buchbar sein. Das Zentrum werde gemeinsam mit der Stadt verwaltet. Im Kampf gegen die neue Corona-Welle soll in Köln neben dem neuen Angebot an der Arena die Impfstelle am Gesundheitsamt vergrößert werden, teilte die Stadt mit. Zudem würden auch die mobilen Impfteams aufgestockt.

Die neuen Impfzentren entstehen wie beim Beispiel Düsseldorf häufig an anderer Stelle als die Vorgängereinrichtungen. Die Städte hatten Mietverträge gekündigt oder auslaufen lassen, weil die Finanzierung der Impfzentren durch Bund und Land im September weitgehend auslief.

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